Ehe mit einer Frau aus Tashkent, Familienangelegenheit

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!

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Heidebauer
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Ehe mit einer Frau aus Tashkent, Familienangelegenheit

Beitrag von Heidebauer » Sonntag 3. November 2019, 13:58

Hallo an das Forum,

ich weiß nicht genau ob wir mit unseren Problemen hier richtig sind, aber vielleicht hat einer von euch doch einen Rat für uns.

Ich habe vor ca. 2 Jahren in Dubai die Frau für mein Leben Kennen gelernt. Meine Frau ist Usbekische Staatsbürgerin und in Taschkent geboren, lebt und arbeitet aber bereits viele Jahre in Dubai. Wir hatten trotz Fernbeziehung eine sehr schöne Zeit zusammen. Im Juni diesem Jahres haben wir auf den Seychellen geheiratet. Kurz danach fangen unsere Probleme an. Meine Frau hat aus erster Ehe mit einen Araber einen zehnjährigen Sohn. Der Vater des Sohnes ist gegen unsere Ehe. Er will nicht das sein Sohn weiter in Deutschland aufwächst. Ich denke unsere Ehe hat ein Religionsproblem. Meine Frau hat den Kontakt zu mir zur Zeit abgebrochen. Ich denke sie muss vor etwas in Dubai gewaltig Angst haben. Ich hatte bereits Kontakt zur Deutschen Botschaft in Dubai, aber diese sagte mir das sie in dieser Sache keine Handhabe hätte. Was kann ich tun um meiner Frau zu helfen? Ich bin für jeden Ratschlag dankbar.



Marco
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Re: Ehe mit einer Frau aus Tashkent, Familienangelegenheit

Beitrag von Marco » Sonntag 3. November 2019, 15:22

Lassen wir mal die Hintergründe außen vor.
Wenn dein Stiefkind mit deiner Frau nach Deutschland ziehen soll, dann muss der Vater zustimmen (außer die Mutter hat alleiniges Sorgerecht, wovon ich jetzt mal nicht ausgehe), ansonsten gibt es von Deutschland für das Kind kein Visum zur Familienzusammenführung und keine Aufenthaltserlaubnis. Ihr braucht also so oder so die Zustimmung des Vaters, wenn es etwas mit der Familie in D werden soll.
Ansonsten bist du sicherlich hier nicht ganz richtig: bei www.info4alien.de kannst du dich sicherlich besser informieren lassen, aber ich denke die werden dir auch nicht viel Hoffnung machen. Tut mir leid :(

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Norbert
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Re: Ehe mit einer Frau aus Tashkent, Familienangelegenheit

Beitrag von Norbert » Montag 4. November 2019, 12:41

Die Probleme sind hier ja vielfältig.

Zum einen die rechtliche Frage des Kindeswohls, siehe viewtopic.php?f=119&t=15820. Kurz gesagt: Auch Deutschland erwartet eine Zustimmung zur Umsiedlung von beiden leiblichen Eltern, ansonsten wird angezweifelt, dass die Umsiedlung im Interesse des Kindes ist. (Alternativ einen Entzug des Sorgerechts, wodurch nachgewiesen wäre, dass das nicht zustimmende Elternteil nicht zum Wohle des Kindes entscheidet.) Die Logik dahinter: Selbst wenn Eure Ehe schützenswert ist, das Wohl des Kindes steht höher. Und eine Ehe kann auch am Wohnort des Kindes geführt werden.

Zum zweiten ist das Kind in einem arabischen Land geboren, von einer ausländischen Mutter. Es ist extrem unwahrscheinlich, dass dem arabischen Vater das Sorgerecht entzogen wird.

Zum dritten scheint Deiner Frau aber auch die Beziehung zum Kind wichtiger zu sein als zu Dir, was ich für normal halte. Siehe Punkt 2 - um bei Dir zu leben, müsste sie faktisch ihren Sohn aufgeben. Ohne Eure Situation zu kennen - dies ist unwahrscheinlich.

Fazit: Helfen geht in meinen Augen nur auf einem Weg: Du bietest Deiner Frau an, dass Du mit Ihr zusammen in Dubai leben wirst. Alles andere wird realistisch, wenn das Kind volljährig wird.


P.S.: Aber mal im Ernst, solche Fragen überlegt man sich doch vor einer Hochzeit, oder?!

Heidebauer
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Re: Ehe mit einer Frau aus Tashkent, Familienangelegenheit

Beitrag von Heidebauer » Montag 4. November 2019, 20:01

Hallo und erst einmal Danke für die Beurteilung unseres Problems.

Klar haben wir vor der Hochzeit über das Kindeswohl geredet, der Vater war auch am Anfang nicht dagegen das der Sohn mit nach Europa geht. Der Sohn ist jedes Jahr länger in England über seine Sommerferien. Das er nun aber seine Meinung geändert hat konnte keiner Voraussagen. Ich überlege ob ich einen Anwalt in Dubai mit der Sache beauftrage, das wird vermutlich auch nicht viel bringen, aber dann haben wir Klarheit was möglich wäre. . Ich habe meiner Frau bereits angeboten nach Dubai zu ziehen, dafür müsste ich aber hier meine Firma schließen. Das will meine Frau eigentlich nicht. Ich habe hier Grundbesitz mit großen Garten und müsste in Dubai in einer Mietwohnung leben. Auch keine schöne Alternative. Deshalb war uns vor der Ehe klar das wir in Deutschland leben wollen.

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Re: Ehe mit einer Frau aus Tashkent, Familienangelegenheit

Beitrag von Norbert » Dienstag 5. November 2019, 13:32

Rechtlich hast Du wenig Chancen als Ausländer gegen einen arabischen Mann in einem arabischen Land.

Du hast immer nur die Option, gemeinsam eine Lösung zu finden. Garantien, dass beispielsweise das Kind auch in Deutschland weiter regelmäßig die Koranschule besucht, falls ihm das wichtig ist. Dein Ehrenwort, dass Du ihn vor zu viel Liberalismus bewahren wirst. Weiß der Teufel, was den Sinneswandel ausgelöst hat.



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