Reportage: Die importierte Heimat

Endlich mal wieder Tatort anschauen. Hier sind Themen rund um den Empfang und die Konservierung der bewegten Bilder zu finden.
Benutzeravatar
CSB_Wolf
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 2626
Registriert: Samstag 26. März 2005, 00:06
Wohnort: Sued Deutschland - nicht Bayern und nicht mehr in Moskau bei meiner Frau. Das hat sich erledigt.
Kontaktdaten:

Re: Reportage: Die importierte Heimat

Beitrag von CSB_Wolf » Sonntag 6. Februar 2011, 17:50

Romflens hat geschrieben:Einmal sagte die Frau an der Ausgabe für die Lebensmittel, du kannst Deutsch mit uns sprechen. Und nicht russisch.
Das ist natürlich totaler Unsinn wenn eine Frau an der Ausgabe so etwas sagt. Im übrigem finde ich die Tafel eine sehr gute Institution. Ich kenne einige Geschäfte hier Lidl, Norma u.s.w. die die Tafel unterstützen. Das Lebensmittel umsonst abgegeben werden habe ich nicht gewusst.

Gruss
wolf



arghmage
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 485
Registriert: Dienstag 24. August 2010, 16:15

Re: Reportage: Die importierte Heimat

Beitrag von arghmage » Dienstag 8. Februar 2011, 17:14

CSB_Wolf hat geschrieben:
Romflens hat geschrieben:Im übrigem finde ich die Tafel eine sehr gute Institution.
Vom Grundgedanken her gut. Allerdings wird auch Armut unterstützt/sanktioniert und nicht die Ursachen beseitigt und das ist eigentlich fatal.
Für die Bedürftigen natürlich gut, für unser Land eine Schande. Wenn ich hier an der Ausgabestelle vorbeifahre und die (über die Jahre stark gewachsene) Schlange davor sehe, frage ich mich, wo wir im 21. Jahrhundert eigentlich gelandet sind, Almosen wurden auch schon im Mittelalter verteilt.

Benutzeravatar
Dietrich
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 7829
Registriert: Mittwoch 25. Februar 2004, 13:54
Wohnort: Wiesbaden

Re: Reportage: Die importierte Heimat

Beitrag von Dietrich » Dienstag 8. Februar 2011, 17:23

arghmage hat geschrieben:Für die Bedürftigen natürlich gut, für unser Land eine Schande. Wenn ich hier an der Ausgabestelle vorbeifahre und die (über die Jahre stark gewachsene) Schlange davor sehe, frage ich mich, wo wir im 21. Jahrhundert eigentlich gelandet sind, Almosen wurden auch schon im Mittelalter verteilt.
Wenn die Leute in der Schlange ohne die Tafel verhungern würden, hättest du meine Zustimmung. Wenn aber die meisten Leute dort nur stehen, weil sie den dafür vorgesehenen Teil der H4-Gelder lieber für was anderes ausgeben, dann hält sich meine Betroffenheit in Grenzen.
In D muss auch ohne die Tafel niemand verhungern!
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)

arghmage
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 485
Registriert: Dienstag 24. August 2010, 16:15

Re: Reportage: Die importierte Heimat

Beitrag von arghmage » Dienstag 8. Februar 2011, 18:00

Ich sage nicht, daß da jemand verhungern würde (obwohl es bei einigen schon dünne wird). Ich meine nur, daß die Tafeln am eigentlichen Problem vorbeigehen, das ist ein soziales Feigenblatt und mehr nicht.
Unsere Gesellschaft richtet sich auf ein Leben mit den Tafeln ein und so kann es auf Dauer nicht sein.
Aber du hast Recht, viele planen mit dem Geld, was sie durch die Tafel "sparen", andere Dinge ein, die sonst nicht drin wären (und wenns "nur" die Klassenfahrt für die Tochter ist, kenne ich aus dem Bekanntenkreis). Und der Staat ist fein raus, weil er Kohle spart.

Benutzeravatar
lixil
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 382
Registriert: Samstag 18. Juli 2009, 20:25

Re: Reportage: Die importierte Heimat

Beitrag von lixil » Dienstag 8. Februar 2011, 18:32

Werden da nicht sowieso nur Lebensmittel verteilt die sonst vernichtet oder als Fiefutter enden würden?



Benutzeravatar
Dietrich
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 7829
Registriert: Mittwoch 25. Februar 2004, 13:54
Wohnort: Wiesbaden

Re: Reportage: Die importierte Heimat

Beitrag von Dietrich » Dienstag 8. Februar 2011, 19:50

arghmage hat geschrieben:Ich sage nicht, daß da jemand verhungern würde (obwohl es bei einigen schon dünne wird). Ich meine nur, daß die Tafeln am eigentlichen Problem vorbeigehen, das ist ein soziales Feigenblatt und mehr nicht.
Unsere Gesellschaft richtet sich auf ein Leben mit den Tafeln ein und so kann es auf Dauer nicht sein.
Was heisst denn dann "richtet sich auf ein Leben mit den Tafeln ein"?
Entweder es reicht auch ohne Tafeln, so dass niemand verhungert. Dann ist dem zahlenden Teil der Gesellschaft doch kein Vorwurf zu machen, dass sie dem anderen Teil ZUSÄTZLICH auch noch diese Möglichkeit bietet.
Aber du hast Recht, viele planen mit dem Geld, was sie durch die Tafel "sparen", andere Dinge ein, die sonst nicht drin wären (und wenns "nur" die Klassenfahrt für die Tochter ist, kenne ich aus dem Bekanntenkreis). Und der Staat ist fein raus, weil er Kohle spart.
Welche Kohle "spart" der Staat?
Wir haben doch oben festgestellt, dass es auch ohne Tafel "reichen" würde. Also muss mehr Geld nicht sein.
Wenn der böse Staat jetzt bei den Besuchern der Tafel die Bezüge kürzen würde... dann könnte ich es ja noch nachvollziehen.

Klassenfahrten werden i.A. extra gezahlt: http://www.schullandheim.de/service/tip ... 041005.pdf

Und alle anderen Dinge "sind dann eben nicht drin". Deshalb muss sich weder der Staat noch der Steuerzahler schämen.
Auch meine Töchter werden nicht gleichzeitig Musikunterricht, Sportverein, Tanzen und wassonstnoch haben können, auch wenn ich nicht soo schlecht verdiene.
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)

Romflens
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 302
Registriert: Dienstag 17. November 2009, 00:01
Wohnort: Flensburg
Kontaktdaten:

Re: Reportage: Die importierte Heimat

Beitrag von Romflens » Dienstag 8. Februar 2011, 20:00

CSB_Wolf hat geschrieben:
Romflens hat geschrieben:Einmal sagte die Frau an der Ausgabe für die Lebensmittel, du kannst Deutsch mit uns sprechen. Und nicht russisch.
Das ist natürlich totaler Unsinn wenn eine Frau an der Ausgabe so etwas sagt. Im übrigem finde ich die Tafel eine sehr gute Institution. Ich kenne einige Geschäfte hier Lidl, Norma u.s.w. die die Tafel unterstützen. Das Lebensmittel umsonst abgegeben werden habe ich nicht gewusst.

Gruss
wolf
@Wolf, bei den meisten Tafeln zahlt man 1 Euro pro Besuch. Der Berechtigungsausweis, wo man seinen Hartz4 pder Rentenbezug nachweisen muss, kostet auch 1-2 Euro.

Eine Tafel ist schon sinnvoll, denn wer soll schon von 4 Euro pro Tag, die im Hartz4-Satz für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke schon auskommen können.

pippie

Re: Reportage: Die importierte Heimat

Beitrag von pippie » Dienstag 8. Februar 2011, 22:43

Romflens hat geschrieben:
Eine Tafel ist schon sinnvoll, denn wer soll schon von 4 Euro pro Tag, die im Hartz4-Satz für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke schon auskommen können.
Herr Sarrazin - der behauptet, es sogar mit 3,76 Euro zu schaffen. http://www.politblogger.eu/die-sarrazin-diat/

Romflens
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 302
Registriert: Dienstag 17. November 2009, 00:01
Wohnort: Flensburg
Kontaktdaten:

Re: Reportage: Die importierte Heimat

Beitrag von Romflens » Dienstag 8. Februar 2011, 23:19

pippie hat geschrieben:
Romflens hat geschrieben:
Eine Tafel ist schon sinnvoll, denn wer soll schon von 4 Euro pro Tag, die im Hartz4-Satz für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke schon auskommen können.
Herr Sarrazin - der behauptet, es sogar mit 3,76 Euro zu schaffen. http://www.politblogger.eu/die-sarrazin-diat/
Herr Sarrazin kann das ja bei RTL im Selbsttest ausprobieren, am besten mindestens 3 Monate, und dann in einer Sozialwohnung in Berlin-Kreuzburg oder so :)

Benutzeravatar
Admix
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 1917
Registriert: Donnerstag 22. Juli 2010, 16:23
Wohnort: Reutlingen/Moskau
Kontaktdaten:

Re: Reportage: Die importierte Heimat

Beitrag von Admix » Dienstag 8. Februar 2011, 23:25

pippie hat geschrieben:Herr Sarrazin - der behauptet, es sogar mit 3,76 Euro zu schaffen. http://www.politblogger.eu/die-sarrazin-diat/
Kein Wunder, dass sein Hirn bei so einer Vitaminmangelernährung auf der Strecke bleibt ...



Antworten

Zurück zu „#TV | #Video | #Satellit | #Livestream“