Erste Schritte und Lebensniveau DE-Moskau

Themen und Posts im Umkreis des Kreml.

Moderator: Admix

Benutzeravatar
m5bere2
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 2372
Registriert: Freitag 14. September 2012, 19:22
Wohnort: Nowosibirsk

Re: Erste Schritte und Lebensniveau DE-Moskau

Beitrag von m5bere2 » Montag 16. Mai 2016, 09:05

Norbert hat geschrieben:Wenn Du eine 2-Raum-Wohnung nach westlichem Maßstab mit einem guten Verkehrsanschluss haben willst, so solltest Du in der Provinz mit 40.000 Rubel rechnen,
Najaaa, also wir hatten eine gut ausgestattete 3-Zimmer-Wohnung mit 100qm in einem neuen Haus im Novosibirsker Akademgorodok nahe der S-Bahn-Station für 30.000 Rubel im Monat gemietet. Zur Zeit scheinen die Mietpreise nicht so hoch, da sich kaum einer das Mieten leisten kann.
Allerdings muss man sich auch bewusst sein: Russland kennt keinen Mieterschutz. Wer mietet, kann auch zu Monatsbeginn schon aus der Wohnung fliegen - die Maklarprovision von bis zu 2 Monatsmieten ist dennoch weg.
Und überhaupt wollen viele Vermieter regelmäßige Kontrollgänge vertraglich vereinbaren, verbieten das Bohren von Löchern, das verschieben von Möbeln, oder das Tapezieren. Unser Vermieter wollte sogar vertraglich vereinbaren, dass Dritte nur mit seiner Erlaubnis in die Wohnung gelassen werden. Gleichzeitig verweigern viele Vermeiter dir die Erfüllung deiner (und ihrer) gesetzlichen Pflicht, dich in der Wohnung, in der du wohnst, auch anzumelden. Das hat dann wiederum andere rechtliche Konsequenzen, wenn man zu einem Amt will (meistens muss man zum Amt am gemeldeten Wohnort), die Kinder einschulen, oder zum Arzt will. Davon abgesehen, dass man für unangemeldetes Wohnen auch einfach so bestraft und als Ausländer auch deportiert werden kann.

Soviel zum Mieten in Russland. :-D



kamensky
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1672
Registriert: Montag 13. April 2009, 07:52
Wohnort: 620100 Ekaterinburg / CH-8200 Schaffhausen

Re: Erste Schritte und Lebensniveau DE-Moskau

Beitrag von kamensky » Montag 16. Mai 2016, 09:18

Hab nur mal kurz gegoogelt nach SAP-Gehaelter in D und ich kann nicht sagen, ob die nachstehenden Angaben wirklich aktuell sind

http://www.newjob.de/sap-gehalt.php

Sollte dem jedoch so sein, dann unterstreichen diese die Aussagen von der Mehrheit der Kommentatoren. Nehmen wir den ca. 50000 Euronen jaehrlichen Duchschnitt, entspricht das ca. (immer ueber den Daumen gerechnet) 300 tausend Rubel monatlich und dies wird in RU vermutlich selbst in Moskau eher selten bis sehr selten zu finden sein.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.

Benutzeravatar
Alex KA
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1315
Registriert: Donnerstag 19. Juni 2008, 11:33
Wohnort: St.Petersburg, Russland

Re: Erste Schritte und Lebensniveau DE-Moskau

Beitrag von Alex KA » Montag 16. Mai 2016, 09:33

Wenn er für 50 000 Eur in Deutschland Arbeit finden könnte, müsste er auch nicht in Russland suchen. Außerdem in Deutschland bekommt man von diesen 50 000 nur die Hälfte. Es sind vielleicht sogar fake -Jobangebote speziell im Auftrag der Regierung gemacht :) Wenn man dort anruft - da ist nichts. Wenn sie auf eine reale Arbeit stoßen, die lauft in der Regel mit irgendwelchen Tricks, und auch wahrscheinlich noch weniger bezahlt als in Moskau.
Zuletzt geändert von Alex KA am Montag 16. Mai 2016, 09:49, insgesamt 1-mal geändert.

kamensky
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1672
Registriert: Montag 13. April 2009, 07:52
Wohnort: 620100 Ekaterinburg / CH-8200 Schaffhausen

Re: Erste Schritte und Lebensniveau DE-Moskau

Beitrag von kamensky » Montag 16. Mai 2016, 09:47

Alex KA hat geschrieben:Wenn er für 50 000 Eur in Deutschland Arbeit finden könnte, müsste er auch nicht in Russland suchen. Außerdem in Deutschland bekommt man von diesen 50 000 nur die Hälfte
Und die andere Haelfte ist fuer Abzuege (Steuern, KK usw. ) bestimmt. Ja lieber Alex, da hast du nauerlich nicht ganz Unrecht, NUR fuer die von dir erwaehnte Haelfte, erhaelst du aber eine deiner (nicht persoenlich nehmen) Krankheit, Unfall usw. angemessene medizinische Hilfe, Wiederherstellung usw. ohne ein weiteres mal in das Portemonnaie zu greifen. Ist doch auch viel wert. Und groesstenteils profitiert der Steuerzahler auch von allgemein besserer Infrastruktur und die Sozialleistungen sind sicherlich auch um Einiges vorteilhafter als in RU. Werter Alex, du selbst hast in D gearbeitet, ich noch nie, also bedenke dies bitte bei deiner Antwort.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.

Benutzeravatar
Alex KA
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1315
Registriert: Donnerstag 19. Juni 2008, 11:33
Wohnort: St.Petersburg, Russland

Re: Erste Schritte und Lebensniveau DE-Moskau

Beitrag von Alex KA » Montag 16. Mai 2016, 09:55

kamensky hat geschrieben:
Alex KA hat geschrieben:Wenn er für 50 000 Eur in Deutschland Arbeit finden könnte, müsste er auch nicht in Russland suchen. Außerdem in Deutschland bekommt man von diesen 50 000 nur die Hälfte
Und die andere Haelfte ist fuer Abzuege (Steuern, KK usw. ) bestimmt. Ja lieber Alex, da hast du nauerlich nicht ganz Unrecht, NUR fuer die von dir erwaehnte Haelfte, erhaelst du aber eine deiner (nicht persoenlich nehmen) Krankheit, Unfall usw. angemessene medizinische Hilfe, Wiederherstellung usw. ohne ein weiteres mal in das Portemonnaie zu greifen. Ist doch auch viel wert. Und groesstenteils profitiert der Steuerzahler auch von allgemein besserer Infrastruktur und die Sozialleistungen sind sicherlich auch um Einiges vorteilhafter als in RU. Werter Alex, du selbst hast in D gearbeitet, ich noch nie, also bedenke dies bitte bei deiner Antwort.
Auch nicht so rosig, wenn es zu Sache kommt, werden sie noch beweisen müssen das ihnen etwas zusteht. Ich habe in Krankenkasse richtig viel eingezahlt, aber beim Arzt war ich sehr selten. Arbeitslosen Versicherung haben die mir auch verweigern wollen.Erste Mal als ich zu Arbeitsagentur kam - ich wurde in wahren Sinne des Wortes angeschrien und ausgeworfen. Und Lohnsteuer ist einfach ausgeworfenes Geld.



Benutzeravatar
Norbert
Vize Admin
Vize Admin
Beiträge: 11907
Registriert: Freitag 30. Juni 2006, 11:25
Wohnort: Nowosibirsk, Dresden
Kontaktdaten:

Re: Erste Schritte und Lebensniveau DE-Moskau

Beitrag von Norbert » Montag 16. Mai 2016, 10:04

m5bere2 hat geschrieben:Najaaa, also wir hatten eine gut ausgestattete 3-Zimmer-Wohnung mit 100qm in einem neuen Haus im Novosibirsker Akademgorodok nahe der S-Bahn-Station für 30.000 Rubel im Monat gemietet.
Die war eben nicht westliches Niveau, Du schreibst ja die Argumente direkt im Anschluss. Westliches Niveau beinhaltet auch: gestaltete Grünfläche im Umfeld, freie Gestaltungsmöglichkeiten in der Wohnung (inkl. Bohren von Löchern für Bilder), Gäste ohne Ankündigung, juristisch saubere Umstände inkl. Registrierung. Und im Ideal auch eine vernünftige Kündigungsfrist, wobei da das Papier eh nichts wert ist, in der Praxis.

Und am Ende ist Akademgorodok (insbesondere Щ) eben verkehrsgünstig nicht optimal gelegen. Nicht innerhalb von Akademgorodok, wo die Arbeitsplätze eher in der верхная зона sind, und von der Stadt ingesamt gesehen her natürlich erst recht nicht.

Dies sind alles Kompromisse, welche natürlich deutlich geringere Mieten als die genannten 40.000 möglich machen.

(Leute, die nach Novosibirsk entsandt wurden, wo eine "Wohnung nach westlichem Standard" meist zum Vertrag gehört, zahlen alle durchweg 100.000 aufwärts für ihre Wohnungen. Zugegeben für 4 oder mehr Räume.)
Alex KA hat geschrieben:Wenn sie auf eine reale Arbeit stoßen, die lauft in der Regel mit irgendwelchen Tricks, und auch wahrscheinlich noch weniger bezahlt als in Moskau.
Diese Angebote sind kein Fake, sondern Realität. Du findest in Deutschland keinen qualifizierten Entwickler unter Jahresgehalt 40.000 Euro (Provinz, ohne Erfahrung) beziehungsweise 80.000 (München, mit Erfahrung). Dies ist meine Sicht als Arbeitgeber!

Über den Sinn von Steuern zu fabulieren ist eine ganz andere Geschichte. Ja, als junger, gesunder Mensch, vielleicht noch ohne Kinder, scheint es absurd, in Deutschland diese Steuern zu zahlen. Aber ich habe auch gesehen, wie meine Schwiegeroma im russischen Krankenhaus dem Tod überlassen wurde (drastischer Formulierungen liegen mir auf der Zunge, aber das hätte diese ehrenwerte Dame nicht verdient). Wenige Wochen später habe ich dann gesehen, wie für einen deutscher Rentner auf einem Ausflugsschiff an der Nordsee zeitgleich Seerettung, Krankenwagen und Hubschrauber kamen. Seit diesem direkten Vergleich wüsste ich, wofür ich in Deutschland Steuern zahlen würde.

Benutzeravatar
Alex KA
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1315
Registriert: Donnerstag 19. Juni 2008, 11:33
Wohnort: St.Petersburg, Russland

Re: Erste Schritte und Lebensniveau DE-Moskau

Beitrag von Alex KA » Montag 16. Mai 2016, 10:17

Norbert hat geschrieben:Du findest in Deutschland keinen qualifizierten Entwickler unter Jahresgehalt 40.000 Euro (Provinz, ohne Erfahrung) beziehungsweise 80.000 (München, mit Erfahrung). Dies ist meine Sicht als Arbeitgeber!
Aber so wie ich vermute kaum ein Arbeitgeber in Deutschland kann auf Dauer 40000 - 80000 Eur in Monat bezahlen. Wollen - das tun natürlich alle, aber meisten potenzielle Arbeitnehmer setzen als Arbeitslose da und warten.

kamensky
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1672
Registriert: Montag 13. April 2009, 07:52
Wohnort: 620100 Ekaterinburg / CH-8200 Schaffhausen

Re: Erste Schritte und Lebensniveau DE-Moskau

Beitrag von kamensky » Montag 16. Mai 2016, 10:23

Alex KA hat geschrieben:
kamensky hat geschrieben:
Alex KA hat geschrieben:Wenn er für 50 000 Eur in Deutschland Arbeit finden könnte, müsste er auch nicht in Russland suchen. Außerdem in Deutschland bekommt man von diesen 50 000 nur die Hälfte
Und die andere Haelfte ist fuer Abzuege (Steuern, KK usw. ) bestimmt. Ja lieber Alex, da hast du nauerlich nicht ganz Unrecht, NUR fuer die von dir erwaehnte Haelfte, erhaelst du aber eine deiner (nicht persoenlich nehmen) Krankheit, Unfall usw. angemessene medizinische Hilfe, Wiederherstellung usw. ohne ein weiteres mal in das Portemonnaie zu greifen. Ist doch auch viel wert. Und groesstenteils profitiert der Steuerzahler auch von allgemein besserer Infrastruktur und die Sozialleistungen sind sicherlich auch um Einiges vorteilhafter als in RU. Werter Alex, du selbst hast in D gearbeitet, ich noch nie, also bedenke dies bitte bei deiner Antwort.
Auch nicht so rosig, wenn es zu Sache kommt, werden sie noch beweisen müssen das ihnen etwas zusteht. Ich habe in Krankenkasse richtig viel eingezahlt, aber beim Arzt war ich sehr selten. Arbeitslosen Versicherung haben die mir auch verweigern wollen. Und Lohnsteuer ist einfach ausgeworfenes Geld.
Nun das man in einer Phase des Alters (so von 25 - 50 ) moeglicherweise vielfach dem Gesundheitszustand entsprechend genug, oder gefuehlt eher zuviel in die KK einbezahlt ist eigentlich wahr, aber vielfach eine denkerische Fehlinterpretation, denn sehr oft ist es ja so, dass die "Bresten" erst mit dem zunehmenden Alter erscheinen und darunter gibt es dann auch jene ganz "boesartigen", welcher man seinem aergsten Feind nicht wuenscht. Doch als kleines Bsp: Ein nahe Karlsruhe lebender und verheirateter guter Kumpel hatte das Pech, dass seine Frau an Nierenversagen erkrankt ist und 2x woechentlich Dialyse benoetigt. Bis vor ein paar Jahren hiess dies also 2x pro Woche Krankenhaus (ambulant) besuchen. Mittlerweile fuehrt sie die 2x woechntliche Blutreinigung zuhause durch. All dies wurde und wird monetaer zu 100% von der KK uebernommen. Nun, du kannst es natuerlich damit begruenden, dass dies nicht allen Praemienbezahler widerfahren muss, doch solidarisch waere, oder ist dieser Gedanke natuerlich nicht vertretbar. AL habe ich keine Ahnung bin aber der Meinung, dass HartzIV sicherlich mehr ist und laenger ausbezahlt wird als Arbeitslosengeld in RU. Ob Lohnsteuer herausgeworfenes Geld ist, bleibt Ansichtssache und ist sicherlich laenderspezifisch unterschiedlich.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.

Benutzeravatar
Wladimir30
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 4407
Registriert: Dienstag 7. Oktober 2014, 11:14
Wohnort: Celle / Wladimir

Re: Erste Schritte und Lebensniveau DE-Moskau

Beitrag von Wladimir30 » Montag 16. Mai 2016, 10:26

Alex KA hat geschrieben:
Norbert hat geschrieben: Jahresgehalt 40.000 Euro
Aber so wie ich vermute kaum ein Arbeitgeber in Deutschland kann auf Dauer 40000 - 80000 Eur in Monat bezahlen.
Siehste Alex, wer lesen kann, ist im Vorteil.
Jon Snow knew nothing - Now he knows everythig..... And the big battle is over

Benutzeravatar
Alex KA
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1315
Registriert: Donnerstag 19. Juni 2008, 11:33
Wohnort: St.Petersburg, Russland

Re: Erste Schritte und Lebensniveau DE-Moskau

Beitrag von Alex KA » Montag 16. Mai 2016, 10:32

Jährlich natürlich, monatlich sowieso. Das brauche ich nicht zu lesen, ich kenne schon die Größenordnung.



Antworten

Zurück zu „#Moskau“