Von Bayern über Sachsen nach Russland

Hier findest Du Insiderinformationen zum mittel- oder langfristigen Aufenthalt in Russland die Dir helfen das Leben in Russland zu meistern. Du lebst (noch) nicht in Russland? Dann könnte dieses Unterforum für Dich besonders interessant sein, damit Du von unseren Erfahrungen profitierst. Expats are welcome!
kamensky
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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von kamensky » Montag 22. Juni 2020, 19:55

Piter90 hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 19:00
kamensky hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 18:43
Auslandreisen: Hier in Swerdlowsk nur die letzte Einreisebestaetigung, also nicht alle Aus- bzw. Einreisebestaetigungen, welche im Jahr getaetigt wurden.
Müsst ihr in Swerdlowsk wirklich selbst nachweisen, wann ihr ein- und ausgereist seid? :shock: Bei uns in SPB muss ich die Daten meiner Auslandsreisen nur in das Formblatt eintragen, das ich bei der Migrationsbehörde abgebe. Nachweisen muss ich nichts, das haben die alles im Computer.
Kopie der Migrationskarte der letzten Einreise wird verlangt.

Den ganzen Ablauf kann man ueber die Post mit "Eingeschriebenen Brief "an UFMS abwickeln, oder Alternativ ueber Gosuslugi, oder eben direkt im Buero der UFMS-Behoerde selbst. Ich bevorzuge stets letzteres. Frueher zuerst telefonieren und einen Termin erhalten, heute erinnert mich die Sub-Managerin per E-Mail und bietet mir 3 Termine an. Das ganze dauert dann im Buero gerade mal 5 Minuten. Dies ist mir jeweils eine Schachtel "Lindt Kugeln "wert. :D Ansonsten nutze ich @gosuslugi wo immer moeglich, nur hat die Seite teilweise noch oft "Kinderkrankheiten".
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.



Magdeburg-Moskva
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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von Magdeburg-Moskva » Montag 22. Juni 2020, 22:02

Hallo, Bert,

ein paar mehr Eckdaten, was Ihr so vorhabt, wären ganz sinnvoll. Auf welcher Linie soll Deine Frau ihre Aufenthaltsgenehmigung bekommen? Entsendung nach Russland? Anstellung bei einem "rein-russischen" Unternehmen? Anstellung beim russischen Ableger eines EU-Unternehmens? Was hast Du vor? Bist Du derzeit Unternehmensinhaber in Deutschland und willst Du z. B. ein Innenausbau-Unternehmen in Russland aufbauen? Welchen Fallback habt Ihr für Deutschland? Seid Ihr verheiratet. Ich hoffe, ich habe alle Eingangsposts richtig verstanden.

Allerdings sei wirklich angemerkt. Wer nur "ins Blaue" nach Russland geht, weil der Faxen dicke von der üblen gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland hat, aber sonst keinen Grund und Plan hat, kackt zu 99 % in Russland ganz fix ab und kann dann in Deutschland hartzen gehen.

Als Zuwanderer hat man hohe Kosten. Es geht damit los, dass man für die verschiedensten Dinge des Lebens wie Behördengänge oder den Telefonanschluss einen Dolmetscher braucht, wenn man selbst nicht mindestens B2 Russisch spricht. Dann weiter Miete, sich einrichten.

Die Bürokratie im behördlichen aber auch privatrechtlichen Bereich ist überbordend bis schikanös/willkürlich. Ein Beispiel kommt unten. Du kannst Dir ein paar fette Mappen mit Dokumenten, deren begläubigten und einfachen Kopien einpacken, wenn Du z. B. ein Konto eröffnen willst.

Alle nicht-russischen behördlichen Unterlagen brauchen Siegel und Unterschrift, Apostille und Übersetzung ins Russische, die nach russischem Recht begläubigt ist. Unterlagen braucht's ne Menge: auch Schulzeugnis, Facharbeiter/Meister/Hochschule, Führungszeugnis, Geburts-, Eheurkunde, Nachweise über Einkommen/liquides Vermögen.

Russland hat viele positive Seiten, aber die negativen Seiten, die einen Ausländer so richtig anstinken, sind meiner Meinung nach:

- Unterlagen beschaffen und schleppen "Paket Dokumentov" [Und als der Angestellte meines Bürovermieters mit diesen Wörtern kam, hätte ich dem am liebsten die Fresse poliert.]
- unberechtigte Beanstandungen der Behörden- oder Firmenmitarbeiter - "Das bring' 'se ma' in Ordnung und komm' 'se morgen wieder, aber spätestens morgen, sonst ham'se die Frist verpasst und kriegen 'ne Strafe"
- überbordende Bürokratie und Kontrolle
- damit verbunden Korruption [aber niemals selbst anbieten, weil Kameras, weil Kollege nebenan mithört]
- man muss ständig irgendwo hin rennen und anstehen (Bank, Post, Telefongesellschaft, Versicherung, Wohnungsverwaltung, Gaswerke, Immobilienregistrierung, diese firma, jene Firma, Behörde sowieso); bei Behörden ist das dank Gosuslugi besser geworden

- weniger Verbraucher- und Mieterschutz als in Deutschland - entsprechend ist viel Willkür möglich
- Arbeitnehmerrechte, naja, es hält sich mMn die Waage mit DE. Wenn es Ärger gibt, wird gemobbt, bis derjenige - auch aus Unkenntnis - eine Eigenkündigung schreibt "po sobstwennomu", auch um zu vermeiden, dass er einen negativen Eintrag über den Kündigungsgrund im Arbeitsbuch erhält
- wer (aus) baut, hat seinen Spaß mit Handwerkern und den Gaswerken, bsd. wenn es um Gasanschlüsse geht
- Datenschutz is' nich'. Hat irgend ein Arsch Deine Telefonnummer oder E-Mail gehen Telefonterror und Gespamme los.
- Großspurige Versprechungen, gerade bezüglich ARbeit und Ausländerstatus, die am Ende keinen Pfifferling wert sind


Aber, wie Du selbst schriebst, es gibt viele gute Seiten, vor allem viele liebe Menschen (manchmal sogar in Behörden und GAswerken).


Und hier noch das Beispiel:

Eine Fluggesellschaft sagt meiner SchwieMu am 18.3.2020 Flüge für Ende April 2020 w/ Corona ab.
Ich mache SchwieMu klar, sie soll ihr Geld zurückfordern und keinen Gutschein akzeptieren.
SchwieMu schreibt eine Reklamation.
Dann soll SchwieMu Passkopie und eTicket-Ausdruck mailen. Wozu dieser Dummfick?! Ja, es gibt darüber einen Rechtsakt, den man in dieser Richtung auslegen kann. Also eingereicht.
Antwort 1: Schießen Sie in den Wind und nehmen Sie den Gutschein.
Antwort 2: Nix da, Geld zurück.
Antwort 3.1: Reichen Sie gefälligst die Anwort 1, Ihre Passkopie und den eTicket-Ausdruck ein, sonst machen wir gar nix.
Antwort 3.2: Doch! Gutschein! Wir sind im Recht. Es gibt einen Gesetzesentwurf, der das erlauben könnte. Also, Gutschein, kein Bargeld!

Noch einer:

Brief: Liebe russische Hausbank, ich bin nach Deutschland gezogen. - Wird ignoriert, zwischendurch wurde das Konto wegen Inaktivität aufgelöst, sämtliches Geld landete irgendwo. Erst als ich in der Filiale gedroht habe: "Щас Вам устрою дебош..." "Ich raste hier gleich aus, aber mal so richtig." bewegten sich diese unterbezahlten, submotivierten, unterbelichteten, übergetünchten Bratzen, mir meine Kohle zurückzugeben. Ein Armeeangehöriger stand bei der Androhung des Débauche à la russe grinsend daneben. Der war drauf und dran Popcorn zu holen.

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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von m5bere2 » Dienstag 23. Juni 2020, 09:52

Magdeburg-Moskva hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 22:02
Die Bürokratie im behördlichen aber auch privatrechtlichen Bereich ist überbordend bis schikanös/willkürlich. Ein Beispiel kommt unten. Du kannst Dir ein paar fette Mappen mit Dokumenten, deren begläubigten und einfachen Kopien einpacken, wenn Du z. B. ein Konto eröffnen willst.
Also ich habe bisher Konten immer einfach eröffnet mit Pass und dessen beglaubigter Übersetzung. Gut, am Anfang brauchte man noch ne Migrationskarte, und das ist alles. Ja, alle Dokumente müssen übersetzt und beglaubigt sein, aber das ist jetzt kein super Aufwand.
- man muss ständig irgendwo hin rennen und anstehen (Bank, Post, Telefongesellschaft, Versicherung, Wohnungsverwaltung, Gaswerke, Immobilienregistrierung, diese firma, jene Firma, Behörde sowieso); bei Behörden ist das dank Gosuslugi besser geworden
Also ich habe schon über zwei Jahre ewig nirgends mehr angestanden. Und davor war die einzige wirklich lästige Schlange auf der Migrationsbehörde. Die hat sich mit der Einbürgerung ja dann erledigt. ;) Alles andere geht mit Termin, Gosuslugi, oder MFZ.


Was die Unzufriedenheit mit Deutschland betrifft: ich bin noch weggezogen, bevor AfD und Pegida aktuell wurden. Mit der Politik bin ich hier in Russland nicht zufriedener als in Deutschland. Aber irgendwie ist sie in Russland nicht so wichtig, wie in Deutschland. :D :lol: Nach Deutschland zurück möchte ich jedenfalls nicht. Allerdings würde ich wohl aber auch nicht in den europäischen Teil Russlands ziehen wollen.

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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von Piter90 » Dienstag 23. Juni 2020, 11:02

m5bere2 hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 09:52
Magdeburg-Moskva hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 22:02
Die Bürokratie im behördlichen aber auch privatrechtlichen Bereich ist überbordend bis schikanös/willkürlich. Ein Beispiel kommt unten. Du kannst Dir ein paar fette Mappen mit Dokumenten, deren begläubigten und einfachen Kopien einpacken, wenn Du z. B. ein Konto eröffnen willst.
Also ich habe bisher Konten immer einfach eröffnet mit Pass und dessen beglaubigter Übersetzung. Gut, am Anfang brauchte man noch ne Migrationskarte, und das ist alles. Ja, alle Dokumente müssen übersetzt und beglaubigt sein, aber das ist jetzt kein super Aufwand.
Mein privates Konto bei der Sberbank hab ich sogar nur mit dem Pass eröffnet. Beglaubigte Übersetzung hatte ich in der Tasche, wollte aber keiner sehen :D

Gerade den Prozess "Übersetzen und beglaubigen lassen" finde ich in RUS wesentlich leichter, schneller und billiger als in DEU.
m5bere2 hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 09:52
- man muss ständig irgendwo hin rennen und anstehen (Bank, Post, Telefongesellschaft, Versicherung, Wohnungsverwaltung, Gaswerke, Immobilienregistrierung, diese firma, jene Firma, Behörde sowieso); bei Behörden ist das dank Gosuslugi besser geworden
Also ich habe schon über zwei Jahre ewig nirgends mehr angestanden. Und davor war die einzige wirklich lästige Schlange auf der Migrationsbehörde. Die hat sich mit der Einbürgerung ja dann erledigt. Alles andere geht mit Termin, Gosuslugi, oder MFZ.
Jup, die Schlangen bei der Migrationsbehörde finde ich auch am nervigsten - aber da muss man ja auch nicht sooo oft hin ;) Ein- bis höchstens zweimal Migrationsbehörde pro Jahr sind mit meiner persönlichen Schmerzgrenze ganz gut vereinbar :)
Bei Bank, Versicherung und anderen Behörden geht es bei mir meist relativ zügig, ich versuche aber auch, die Stoßzeiten so gut wie möglich zu meiden.

Kann mich aber auch daran erinnern, dass ich in DEU für manche Behördengänge ziemlich lange angestanden habe. Die Spitze waren mal vier Stunden in der völlig unterbesetzten Meldebehörde in Halle/Saale ... Oder diese wunderbaren Momente, wenn man mal "schnell in der Mittagspause" was im Bürgeramt erledigen wollte, aber alle anderen natürlich auch diesen genialen Einfall hatten ... (weil das Bürgeramt ja auch schon um spät. 15 Uhr seine Pforten schließt :D )

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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von Norbert » Dienstag 23. Juni 2020, 12:40

Piter90 hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 11:02
Kann mich aber auch daran erinnern, dass ich in DEU für manche Behördengänge ziemlich lange angestanden habe. Die Spitze waren mal vier Stunden in der völlig unterbesetzten Meldebehörde in Halle/Saale ... Oder diese wunderbaren Momente, wenn man mal "schnell in der Mittagspause" was im Bürgeramt erledigen wollte, aber alle anderen natürlich auch diesen genialen Einfall hatten ... (weil das Bürgeramt ja auch schon um spät. 15 Uhr seine Pforten schließt :D )
Also in Dresden buche ich online einen Termin und bin nach 15 Minuten raus. In Novosibirsk wurden in meinem Stadtviertel die Termine abgeschafft und jedes Mal stand man erniedrigende 1 bis 2 Stunden im Vorraum, bis man die Gnädigkeit bekam und vortreten durfte. Aber das war bei mir auch zuletzt 2016, seitdem habe ich einen Status, welcher diese Besuche unnötig macht.

Es hängt also immer auch von der konkreten Stadt, vom Stadtviertel, von der konkreten Behörde. Berlin und Moskau sind katastrophal, Ausländerbehörden schlimmer als Standesämter, etc ... Das Land ist nur einer der Faktoren.



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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von Bobsie » Dienstag 23. Juni 2020, 12:52

Meine Frau kennt die Sachbearbeiterin, bei meiner jährlichen Meldung sind wir im Warteraum, meine Frau ruft die Dame an und ich bin der Nächste, der in das Büro gerufen wird. Wartezeit keine 10Minuten... :D

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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von m5bere2 » Dienstag 23. Juni 2020, 13:03

Norbert hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 12:40
Also in Dresden buche ich online einen Termin und bin nach 15 Minuten raus.
In Berlin gibt es Termine, kannst aber keinen buchen, weil alle sofort von Schwarzmarkthändlern gebucht werden, die die Termine dann weiterverkaufen. Und das hat sich in 5 Jahren, seit ich weg bin, nicht geändert. Und dann sitzte da auch Stunden im Bürgeramt. Oder du musst schneller sein, als die Schwarzmarkthändler und einen kurzfristig freigewordenen Termin am anderen Ende der Stadt buchen, dann musste nur noch in 30 Minuten irgendwie hinkommen...

Die Lösung wäre ja zu einfach: Termine an Name binden ... aber nee, dann können die Beamten ja nix mehr auf dem Schwarzmarkt nebenher verdienen...

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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von bella_b33 » Dienstag 23. Juni 2020, 18:00

Bobsie hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 12:52
Meine Frau kennt die Sachbearbeiterin, bei meiner jährlichen Meldung sind wir im Warteraum, meine Frau ruft die Dame an und ich bin der Nächste, der in das Büro gerufen wird. Wartezeit keine 10Minuten... :D
Kenn ich....mein Nachbar war mal ne Zeit lang Chef vom UFMS, da hat man nie lang gewartet. Er war auch derjenige, der damals die Geschichte mit der Staatsbürgerschaft vorschlug. Seitdem keine jährlichen Rapports mehr ;)
Piter90 hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 11:02
Mein privates Konto bei der Sberbank hab ich sogar nur mit dem Pass eröffnet.
Ja, Kontoeröffnung ist nicht sooo schlimm. Aber ich verstehe wo Kollege M-M mit dem "Paket-Dokumentov" hin will. In Ru ist der Papierdschungel doch schon recht groß. Ich hab für sowas die passende Frau im Hause(welche sich da mit allen Details und Feinheiten befasst, im Falle des Falles), somit kann ich mich um die wichtigen Dinge des Lebens kümmern.

Gruß
Silvio
“Wow, eine superleichte Profi-Angel für 10Euro! Wo ist der Haken?"
"Es gibt keinen Haken..."

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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von Norbert » Dienstag 23. Juni 2020, 18:23

Und genau das meine ich: Die meisten hier im Forum haben den einheimischen Ratgeber direkt am Abendbrottisch mit sitzen. Dies hat ein klassischer Auswanderer nicht. Und deswegen ist meine Prognose so pessimistisch.

Piter90
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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von Piter90 » Dienstag 23. Juni 2020, 18:41

bella_b33 hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 18:00
Aber ich verstehe wo Kollege M-M mit dem "Paket-Dokumentov" hin will. In Ru ist der Papierdschungel doch schon recht groß. Ich hab für sowas die passende Frau im Hause(welche sich da mit allen Details und Feinheiten befasst, im Falle des Falles), somit kann ich mich um die wichtigen Dinge des Lebens kümmern.
Norbert hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 18:23
Und genau das meine ich: Die meisten hier im Forum haben den einheimischen Ratgeber direkt am Abendbrottisch mit sitzen. Dies hat ein klassischer Auswanderer nicht. Und deswegen ist meine Prognose so pessimistisch.
Stimmt schon, der Papierdschungel ist nicht zu unterschätzen, vor allem, wenn man selbst die Sprache nicht so gut kann.
Ich hab zwar auch den einheimischen Ratgeber am Abendbrottisch sitzen, aber der ist beim Papierkram nicht sooo fit - dafür beherrscht er die Technik des "in-der-Schlange-Stehens" perfekt :D
Ich glaube, ich sehe die ganze Bürokratie mittlerweile auch wesentlich entspannter als am Anfang (da hat mich das tw. noch sehr genervt), weil man ja mit der Erfahrung wächst und bestimmte "Lifehacks" verinnerlicht :) (z.B. niemals ohne eigenen Kugelschreiber zur Migrationsbehörde gehen, Dokumente zu Hause vorbereiten, am besten in unterschiedlicher Ausführung, falls doch mal wieder was falsch ausgefüllt ist ...)

Hab übrigens auch schon vor meinem Umzug nach Russland eine Zeit lang im Land gelebt (Studium, Praktikum) und wusste ungefähr, welche Schwierigkeiten dabei auftreten können.
Und ich schließe mich dem an, was Norbert schon schrieb: In den meisten Fällen scheitert es bei Auswanderungswilligen sicherlich daran, dass sie keine "Grundlage" (Familie in Russland, zahlungskräftigen Arbeitgeber etc.) haben, auf der sie eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten können.
bella_b33 hat geschrieben:
Dienstag 23. Juni 2020, 18:00
Bobsie hat geschrieben: ↑Dienstag 23. Juni 2020, 11:52
Meine Frau kennt die Sachbearbeiterin, bei meiner jährlichen Meldung sind wir im Warteraum, meine Frau ruft die Dame an und ich bin der Nächste, der in das Büro gerufen wird. Wartezeit keine 10Minuten...
Kenn ich....mein Nachbar war mal ne Zeit lang Chef vom UFMS, da hat man nie lang gewartet. Er war auch derjenige, der damals die Geschichte mit der Staatsbürgerschaft vorschlug. Seitdem keine jährlichen Rapports mehr
So mach ich das auf der Post :lol:



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