Von Bayern über Sachsen nach Russland

Hier findest Du Insiderinformationen zum mittel- oder langfristigen Aufenthalt in Russland die Dir helfen das Leben in Russland zu meistern. Du lebst (noch) nicht in Russland? Dann könnte dieses Unterforum für Dich besonders interessant sein, damit Du von unseren Erfahrungen profitierst. Expats are welcome!
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Herdubreid
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Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von Herdubreid » Freitag 19. Juni 2020, 18:49

Kopie des Eingangspostings aus viewtopic.php?f=109&t=20748. Dort die soften Themen, hier die juristischen Fragen. Norbert, Vize-Admin

Hallo, [welcome]
mein Name ist Bert Gronitz ich bin 1974 in Sachsen geboren, und habe bis 1991 bei meinen Eltern auch in Sachsen gelebt.
Ab 1991 absolvierte ich meine erste Ausbildung, als Graveur, es kam der Grundwehrdienst bei den Gebirgsjägern danach lernte ich den Beruf des Zahntechniker an der Uni in Erlangen.
Dieses Jahr beende ich die 30 Jahre leben in Bayern, denn ich werde, wenn auch kurzfristig zurück nach Sachsen ziehen.

Mein gesamtes Berufsleben lang, habe ich nur gearbeitet um auf Reisen gehen zu können.
Dadurch konnte ich mit meinen 4X4 Fahrzeugen Libyen; Nordafrika ; Europa, Türkei , Russland, Kasachstan, Mongolei, Georgien , Kirgistan usw. erleben und erfahren.
Da ich mich in Deutschland aus verschiedensten Gründen nicht mehr als Deutscher und Wohl fühle, und die Herzlichkeit der Russen kennengelernt habe, ist mein / unser nächster Weg nach Russland aus zu wandern.

Genau darüber, gern aber auch über Reisen, oder den Selbstbau von LKW Wohnmobilen kann und möchte ich mich mit Euch unterhalten.
Die Politik Europas / Deutschlands möchte ich nicht besprochen haben, die formte mein leben.

Viele Grüße
Bert



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Norbert
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Re: Vorstellung

Beitrag von Norbert » Freitag 19. Juni 2020, 19:48

Wir haben hier einige Besucher mit diesem Ansatz gehabt. Mit dieser Vorstellung von Russland sind aber wenige dann wirklich angekommen. Es scheitert meist an der Bürokratie in Russland, die massiv unterschätzt wird. Die Freundlichkeit der Russen scheint unendlich, aber sie kennt auch keine Auswege aus dem Paragraphendschungel. Für eine Migration nach Russland benötigt man entweder russische Familienangehörige oder einen gut zahlenden Arbeitgeber. Für normal zahlende Arbeitgeber gelten Quoten, und ganz ohne Grund ist nahezu unrealistisch. Einen eigenen Arbeitgeber zu gründen ist da noch der einfachste Ausweg aber wiederum sehr viel Papierkram und ohne russische Partner aus dem Kalten eher kühn. (Es gibt wohl ein paar Leute, die versuchen es auf dem Weg eines Asylantrags, aber der wurde abgelehnt und endete in einer vorläufigen Duldung.)

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Herdubreid
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Re: Vorstellung

Beitrag von Herdubreid » Samstag 20. Juni 2020, 20:54

Norbert hat geschrieben:
Freitag 19. Juni 2020, 19:48
Wir haben hier einige Besucher mit diesem Ansatz gehabt. Mit dieser Vorstellung von Russland sind aber wenige dann wirklich angekommen. Es scheitert meist an der Bürokratie in Russland, die massiv unterschätzt wird. Die Freundlichkeit der Russen scheint unendlich, aber sie kennt auch keine Auswege aus dem Paragraphendschungel. Für eine Migration nach Russland benötigt man entweder russische Familienangehörige oder einen gut zahlenden Arbeitgeber. Für normal zahlende Arbeitgeber gelten Quoten, und ganz ohne Grund ist nahezu unrealistisch. Einen eigenen Arbeitgeber zu gründen ist da noch der einfachste Ausweg aber wiederum sehr viel Papierkram und ohne russische Partner aus dem Kalten eher kühn. (Es gibt wohl ein paar Leute, die versuchen es auf dem Weg eines Asylantrags, aber der wurde abgelehnt und endete in einer vorläufigen Duldung.)
Hallo Norbert,
vielen Dank für Deinen Einwand, aber da gibt es noch einige von Dir nicht angebrachte Punkte.
Eigentlich hätte ich mir erhofft, dass Du mich offen und direkt, mich ernst nehmend unterrichtest wie ein guter Ablauf aussehen könnte?!
Z. B. Hier die nächsten Wochen/ Monate den Antrag am Konsulat zu stellen, dass ist kein Problem da meine Partnerin Rentnerin ist, hat sie quasi die Aufenthaltsgenehmigung zu 90 % schon in der Tasche.
Oder, hättest Du geschrieben, nimm dir ein Jahresvisa, und stell in den ersten 90 Tagen den Antrag vor Ort, reise aus, komm nach 3 Monaten wieder und guck was Sache ist...
Oder tu dich mit einer 30 Personen Gruppe zusammen, pachte, kaufe über einer dieser Person ein Grundstück / Haus um für den Antrag ein Mietverhältnis zu haben, oder wenn du zu den Gründern der 30 Mann Gruppe gehörst welche ein Unternehmen aufstellen und zu Putins Rückholprogramm gehören, somit die Aufenthaltsgenehmigung / Staatsbürgerschaft ganz sicher bekommen. Das war zwar kein Satz, aber ich möchte Dir nur sagen, ich habe mir mehr Sensibilität gewünscht ohne abgewatscht zu werden.
Noch nach der Empfehlung von Jens Dich zu kontaktieren...
Denn ich meine es ernst.

Grüße
Bert

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Re: Vorstellung

Beitrag von Wladimir30 » Samstag 20. Juni 2020, 22:05

Es hat niemand daran gezweifelt, dass Du es ernst meint. Jeder antwortet so, wie er/sie es für richtig und angemessen hält, was das gute Recht eines jeden einzelnen ist.

Es gibt eine Suchfunktion in diesem Forum, in der auf eine ganze Reihe der gestellten Fragen Antworten zu finden sind. Schließlich gab es vergleichbare Anfragen schon vorher, und sie sind sehr ausführlich besprochen worden. Allerdings selten sehr detailliert in der ersten Antwort nach der ersten Anfrage.
Jon Snow knew nothing - Now he knows everythig..... And the big battle is over

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Re: Vorstellung

Beitrag von Norbert » Montag 22. Juni 2020, 11:52

Herdubreid hat geschrieben:
Samstag 20. Juni 2020, 20:54
Eigentlich hätte ich mir erhofft, dass Du mich offen und direkt, mich ernst nehmend unterrichtest wie ein guter Ablauf aussehen könnte?!
Wenn dies so einfach wäre?! Alle mir bekannten Fälle - und das sind einige - haben die Aufenthaltsgenehmigung als Ehepartner erhalten. Zwei Ausnahmen: Ein Auswanderer hat ein eigenes Unternehmen gegründet und darüber eine Arbeitsgenehmigung - jedoch hatte auch er eine Partnerin, die ihm dabei geholfen hat. Und eine Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation hatte eine Aufenthaltsgenehmigung für humanitäre Zwecke, aber ihre Organisation hat mir berichtet, dass dies nur in wenigen föderalen Objekten so problemlos läuft wie in Novosibirsk. Und auch da kann es sich jederzeit ändern.
Z. B. Hier die nächsten Wochen/ Monate den Antrag am Konsulat zu stellen, dass ist kein Problem da meine Partnerin Rentnerin ist, hat sie quasi die Aufenthaltsgenehmigung zu 90 % schon in der Tasche. Oder, hättest Du geschrieben, nimm dir ein Jahresvisa, und stell in den ersten 90 Tagen den Antrag vor Ort, reise aus, komm nach 3 Monaten wieder und guck was Sache ist...
Vor Ort ist der Antrag in jedem Fall einfacher, weil die Laufwege einfacher sind: Tests zu Sprache, Geschichte und Verfassung, Drogentest, Siphilistest, Aidstest, Tuberkolosetest, Wohnnachweis, finanzielle Absicherung. Die örtlichen Behörden wissen genau, woher sie dies alles wollen und es ist alles bezahlbar.

Die größte Hürde ist aber vor allem: Als Ausländer ohne Ehepartner und ohne Arbeitsvertrag als Hochqualifizierter fällt man unter die Quote. Und diese wird meist am Jahresanfang sofort ausgereizt. Im folgenden Sommer kann man einen Antrag für den nächsten Januar stellen, ob man dann reinkommt, ist aber völlig offen.

Den Satz mit der Partnerin verstehe ich übrigens nicht so recht? Ja, Rentner müssen die Tests zu Sprache, Geschichte und Verfassung nicht ablegen - aber ansonsten gelten doch ebenso die Quoten? Oder habe ich da etwas verpasst?
Oder tu dich mit einer 30 Personen Gruppe zusammen, pachte, kaufe über einer dieser Person ein Grundstück / Haus um für den Antrag ein Mietverhältnis zu haben, oder wenn du zu den Gründern der 30 Mann Gruppe gehörst welche ein Unternehmen aufstellen und zu Putins Rückholprogramm gehören, somit die Aufenthaltsgenehmigung / Staatsbürgerschaft ganz sicher bekommen.

Rückholprogramme gelten nur für Russlanddeutsche.

Es gibt Sonderregeln für Investoren, aber das muss dann schon eine ganz schön große Hausnummer sein oder viel PR für den Kreml machen, dass Du in die Liste der vom Präsidenten verliehenen Staatsbürgerschaften rutschst. Gérard Depardieu oder Steven Seagal hatten diese Ehre. Aber die meisten Investoren wollen doch selbst nicht in Russland leben und ihren Expats zahlen sie genug, damit sie als Hochqualifizierte gelten.

Wenn Du eine einfache Lösung suchst: Gründe ein Unternehmen, stelle Dich als Hochqualifizierter mit mindestens 2 Mio Rubel Jahreslohn an. Vermutlich brauchst Du dazu aber erst einmal einen Strohmann in Russland, dem Du vertrauen kannst.
... aber ich möchte Dir nur sagen, ich habe mir mehr Sensibilität gewünscht ohne abgewatscht zu werden. Denn ich meine es ernst.
Sorry, dass ich skeptisch bin. Ich habe über die Jahre viele potentielle Auswanderer getroffen, teils persönlich, teils hier im Forum. Von jenen, deren Grund war, dass Sie sich "in Deutschland nicht mehr als Deutscher und Wohl fühle", ist am Ende niemand angekommen. Denn jene Dinge, die sie in Deutschland gestört haben - Politik nicht für die Menschen, Migranten, Bürokratie -, waren vor Ort in Russland letztlich mindestens genauso unbefriedigend. Das trifft ebenso auf jene zu, die einen russischen Partner haben, aber für diese gab es einen zusätzlichen - oft den wichtigsten - Grund und ferner auch noch einen festen Halt bei all diesen Widrigkeiten.

Wenn Du in zwei Jahren wirklich in Russland lebst, spendiere ich gern einen Riesling aus der alten Heimat. (Das ist mein ungefragter Wetteinsatz. Komm gern auf mich zurück, ich meine es Ernst!)



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Re: Vorstellung

Beitrag von Bobsie » Montag 22. Juni 2020, 12:53

Norbert hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 11:52
Den Satz mit der Partnerin verstehe ich übrigens nicht so recht? Ja, Rentner müssen die Tests zu Sprache, Geschichte und Verfassung nicht ablegen - aber ansonsten gelten doch ebenso die Quoten? Oder habe ich da etwas verpasst?
Das ist so nicht ganz richtig, die Altersgrenze für die Tests lieg bei 65 Jahren und hat in diesem Fall mit "Rentner" nichts zu tun.

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Re: Vorstellung

Beitrag von Norbert » Montag 22. Juni 2020, 13:24

Danke für den Hinweis.

Kennst Du eine weitere Erleichterung für Rentner und/oder ältere Einwanderer? (Außer vielleicht noch dem Detail, dass der Lebensunterhalt dank der Rente zweifelsfrei nachweisbar ist.)

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Re: Vorstellung

Beitrag von Bobsie » Montag 22. Juni 2020, 13:34

Man kann noch die kostenlose Krankenversicherung erwähnen und die Ermässigung bei den öffentlichen Verkehrsmittel, der Rentnerrabatt zu bestimmten Zeiten in den Supermärkten.

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Re: Vorstellung

Beitrag von Norbert » Montag 22. Juni 2020, 13:36

Ich schaue gerade nochmals. РВП ohne Quote ist definiert im Федеральный закон от 25.07.2002 N 115-ФЗ "О правовом положении иностранных граждан в Российской Федерации", da im Kapitel 6, Absatz 2, welcher wiederum auch auf Artikel 8, Absatz 2 verweist. Erleichterungen für Rentner kann ich da keine herauslesen.

Übrigens taucht da auch auf, dass man als Investor eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen kann, wenn man eine von der Regierung definierte Summe investiert. Sucht man diesen Betrag, so steht überall, dass der Paragraph aktuell keine Bedeutung hat, da die Summe bislang nicht definiert wurde.
Bobsie hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 13:34
Man kann noch die kostenlose Krankenversicherung erwähnen und die Ermässigung bei den öffentlichen Verkehrsmittel, der Rentnerrabatt zu bestimmten Zeiten in den Supermärkten.
Dies sind Erleichterungen, wenn man dann vor Ort ist, aber keine Erleichterung, dauerhaft ins Land zu dürfen. herdubreit schrieb ja:
Herdubreid hat geschrieben:
Samstag 20. Juni 2020, 20:54
da meine Partnerin Rentnerin ist, hat sie quasi die Aufenthaltsgenehmigung zu 90 % schon in der Tasche
Und irgendwie versuche ich zu verstehen, auf welche rechtliche Regelung sich diese Aussage bezieht.

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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von m1009 » Montag 22. Juni 2020, 14:46

An dieser Aussage bin ich eventuell nicht ganz unschuldig.



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