Zugverbindung Kaliningrad-Berlin - ade?

Ausrichterstadt der Fußballweltmeisterschaft 2018
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Zugverbindung Kaliningrad-Berlin - ade?

Beitrag von domizil » Freitag 30. September 2011, 19:21

Der Internetzeitung "Kaliningrad-ru" habe ich heute folgende aktuelle Meldung entnommen:

am ausklingenden Freitag den 30.09. sagte der Leiter der Kaliningrader Eisenbahn auf einer Pressekonferenz, das der Zug nach Gdinia und Berlin den gesamten Sommer nur zu höchstens 20 Prozent ausgelastet war.
"Den gesamten Sommer über waren die Wagons nur zu 20% ausgelastet. 8 Menschen reisen bis Gdinia und 2 bis Berlin. Wir haben nur Diesellokomotiven und zwei Mann Besatzung die ein anständiges Gehalt bekommen. Zusätzlich die Waggonbegleitung - sagte Kolomeez. Er bemerkte aber auch, das für den Fall der Einführung der Visafreiheit zum Besuch grenznaher Gebiete in Polen die Anzahl der Züge in dieser Richtung nicht erhöht wird sondern man kann über Möglichkeiten zusätzlicher Waggons nachdenke. Kolomeez informierte, das, "wenn die Zone erweitert wird" und der Zug eine Auslastung von mindestens 70 Prozent hat sofort zusätzliche Waggons bereitgestellt werden.
Wir möchten daran erinnern, das am 25. September der Premierminister Polens versprochen hat, das der visafreie Reiseverkehr mit dem Kaliningrader Gebiet in einigen Wochen eingeführt wird."

Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/14740-g ... vdal-sebya

Leider ist auch dieses Thema jedes Jahr wieder aktuell. Die Frage warum der Zug so schlecht ausgelastet ist scheint mir recht einfach zu beantworten zu sein:
Fahrzeit bis Berlin ca. 16 Stunden (für 600 km), Kosten in etwa die gleichen wie für einen Flug mit AirBaltic. Und da nützt es denn auch nichts wenn das Personal des Zuges ausgesucht liebenswürdig und nett ist. Nicht alle die reisen haben Zeit für diese Art "Nostalgie" - leider.
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Re: Zugverbindung Kaliningrad-Berlin - ade?

Beitrag von andreask020361 » Montag 3. Oktober 2011, 11:19

Ja dieses Problem hat man in Kaliningrad bis heute nicht geloest. als es noch KD avia gab konnte man direkt nach Dtschl fliegen . Der ausfall ist bis heute noch nicht ersetzt worden. Natuerlich kommt noch der Airport in K. dazu der unter aller S . . ist. Der Eingangsbereich sieht einem einsturz sehr aehnlich(siehe bilder ). wichtig waere es eine schjnelle verbindung nach Dtschl zu schaffen. wahrscheinlich ist der Bedarf nicht so gross ausser denen die historisch mit koenigsberg verwurzelt sind. Denn sehr viele gruende nach Koenigsberg zu reisen gibt es leider nicht fuer durchschnitts touristen.Vorraussetzungen muessen erstmal geschaffen werden aber da ist es wie ueberall in Ru man will die schnelle Mark oder Euro
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Re: Zugverbindung Kaliningrad-Berlin - ade?

Beitrag von domizil » Montag 3. Oktober 2011, 11:42

die Grundidee von KD-Avia war die Schaffung eines HUB. Eben aus der Erkenntnis das Kaliningrad natürlich eine Flugverkehrsanbindung Richtung Westen braucht, aber das Passagieraufkommen alleine des Gebietes/der Stadt nicht ausreichend ist um rentabel zu arbeiten. So wurde also die Idee des HUB geboren und in den guten Zeiten von KD-Avia wurden mehr als 1 Mio Passagiere/jährlich befördert. KD-Avia hat dann wohl einige subjektive Fehler zugelassen und sich - meiner Meinung nach - in einigen Punkten etwas unflexibel gezeigt - leider. Das Ergebnis ist bekannt.
Ganz ganz weit am Horizont gibt es aber so einen dünnen Lichtstreifen, denn im Jahre 2018 werden mit größter Wahrscheinlichkeit einige Spiele der Fußballweltmeisterschaft in Kaliningrad stattfinden und es gibt eine ganze Reihe von Interessenten die sich für den Bau aller nötigen Infrastrukturelemente interessieren, so u.a. auch eine führende chinesische Bank welche vor ca. einem Monat in KLD entsprechende Gespräche geführt hat. Auch die Kaliningrader Eisenbahnverwaltung hat in Abstimmung mit der Moskauer Zentrale das Investitionsobjekt einer direkten Schnellverbindung zwischen der Stadt Kaliningrad und dem Airport geplant.
Ungeachtet aller dieser Träume bin ich jedoch der Ansicht das eine Stadt - fast im Zentrum Europas, zumindest jedoch an der Westgrenze Russlands zur Europäischen Union über alle Transportmöglichkeiten verfügen muß, d.h. eine gute und schnelle Zugverbindung Kaliningrad-????-Berlin-????-????. Selbstverständlich auch eine qualitativ gute Busverbindung mit guten Anschlußmöglichkeiten in Deutschland, und nicht zu vergessen - für diejenigen die Zeit haben - eine Schiffsverbindung mit etwas "Tourismuseffekt".
Da die Förderung des Tourismus in Kaliningrad für die Regierung zu einer erstrangigen Aufgabe geworden ist, ist zu hoffen das sich also auf dem Gebiet des "Transports" etwas tut, denn ohne dem wird es nur sehr wenige Touristen nach KLD ziehen.
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Re: Zugverbindung Kaliningrad-Berlin - ade?

Beitrag von andreask020361 » Montag 3. Oktober 2011, 14:55

Ich bin mal 2005 mit dem bus von Bln bis Kaunas und dann weiter mit dem Bus nach Kld, war winter es ging kein zug . Meine Frau ist dafuer paar mal aus KLD nach BLN mit der Marschroutka, sie war zu frieden, ist natuerlich nicht der Weisheit...
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Re: Zugverbindung Kaliningrad-Berlin - ade?

Beitrag von domizil » Montag 3. Oktober 2011, 16:20

... Marshrutka ... ein gutes Stichwort. Kann ich auf KEINEN Fall empfehlen. Einerseits scheint es sehr komfortabel zu sein direkt bis vor die Haustür gefahren zu werden andererseits höre ich hier Geschichten ...
- die Fahrer (also der Fahrer) macht keine Pausen, fährt in einem Stück durch und ist völlig übermüdet ...
- wenn der Fahrer wirklich nicht mehr kann muß ein Passagier hinters Lenkrad oder er bleibt einfach stehen um ein paar Stündchen zu schlafen ...
- wenn auf der Strecke das Fahrzeug aus technischen Gründen ausfällt wird zuerst von den Reisenden Geld eingesammelt und dann der Pannendienst gerufen
Also lieber die Finger davon lassen - empfehle ich.
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Re: Zugverbindung Kaliningrad-Berlin - ade?

Beitrag von Magdeburg-Moskva » Samstag 15. Oktober 2011, 16:12

Marschrutka = Sarg auf vier Rädern, sowohl im Nah-, als auch Fernverkehr

An meinem derzeitigen Aufenthaltsort ziehe ich einen überfüllten O-Bus, normalen Bus oder eine Straßenbahn noch jeder Marschrutka oder Mini-Bus (< 20 Plätzen) vor.

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Re: Zugverbindung Kaliningrad-Berlin - ade?

Beitrag von domizil » Samstag 15. Oktober 2011, 16:27

Magdeburg-Moskva hat geschrieben:...ziehe ich einen überfüllten O-Bus, normalen Bus oder eine Straßenbahn noch jeder Marschrutka oder Mini-Bus (< 20 Plätzen) vor.
... völlig richtiger Entschluss - mir geht es auch so. Allerdings ist die Verkehrssituation in Kaliningrad zur Zeit leider noch so, daß man manchmal zu Fuß wesentlich schneller ist als mit irgendeinem Transport. Da aber nun einiges getan wird um das Straßennetz auszubauen werden wir sicher in den nächsten Jahren mit wesentlichen Besserungen rechnen können - auch in Erwartung das wir im Jahre 2018 mit großer Wahrscheinlichkeit einen Teil der Fussballweltmeisterschaft austragen werden und bis dahin natürlich ein "perfektes" Straßen- und Transportsystem brauchen.
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Re: Zugverbindung Kaliningrad-Berlin - ade?

Beitrag von Magdeburg-Moskva » Samstag 15. Oktober 2011, 17:04

domizil hat geschrieben: Da aber nun einiges getan wird um das Straßennetz auszubauen werden wir sicher in den nächsten Jahren mit wesentlichen Besserungen rechnen können - auch in Erwartung das wir im Jahre 2018 mit großer Wahrscheinlichkeit einen Teil der Fussballweltmeisterschaft austragen werden und bis dahin natürlich ein "perfektes" Straßen- und Transportsystem brauchen.
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Ein Weg zur Perfektion wäre ja bereits das Aushängen von Netzplänen an den Haltestellen und in den Verkehrmitteln (unter zusätzlicher Verwendung lateinischer Schriftzeichen). In Krasnodar, ist es jedes Mal ein Ratespiel, ob das Verkehrsmittel, was gerade angefahren kommt, mich theoretisch wirklich dahin bringt, wohin ich will.

Ansonsten wäre ja tatsächlich eine Aufstockung der Bahnanbindung von Königsberg in Richtung Westen dringend erforderlich, nicht nur wegen der möglichen Fußball-WM.

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Re: Zugverbindung Kaliningrad-Berlin - ade?

Beitrag von domizil » Samstag 15. Oktober 2011, 17:13

Magdeburg-Moskva hat geschrieben:Ein Weg zur Perfektion wäre ja bereits das Aushängen von Netzplänen an den Haltestellen und in den Verkehrmitteln

... na, na, na - wir wollen es doch mal nicht gleich übertreiben! Ein paar Unzulänglichkeiten zum Meckern sollten schon bleiben - nicht vorzustellen wenn alles ideal läuft - dann wollen ja alle nach Russland/Kaliningrad - dann wird es eng ...
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Re: Zugverbindung Kaliningrad-Berlin - ade?

Beitrag von Jenenser » Mittwoch 19. Oktober 2011, 11:08

Magdeburg-Moskva hat geschrieben:
domizil hat geschrieben: Da aber nun einiges getan wird um das Straßennetz auszubauen werden wir sicher in den nächsten Jahren mit wesentlichen Besserungen rechnen können - auch in Erwartung das wir im Jahre 2018 mit großer Wahrscheinlichkeit einen Teil der Fussballweltmeisterschaft austragen werden und bis dahin natürlich ein "perfektes" Straßen- und Transportsystem brauchen.
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Ein Weg zur Perfektion wäre ja bereits das Aushängen von Netzplänen an den Haltestellen und in den Verkehrmitteln (unter zusätzlicher Verwendung lateinischer Schriftzeichen). In Krasnodar, ist es jedes Mal ein Ratespiel, ob das Verkehrsmittel, was gerade angefahren kommt, mich theoretisch wirklich dahin bringt, wohin ich will.

Ein kleiner Tipp: Auf einem russischen Forum (http://transphoto.ru) stellen die Jungs und Mädels immer das aktuellste Schema (схема) ihrer Stadt ins Netz. Ich drucke mir das manchmal aus. Aber Vorsicht: Wenn dich jemand mit dem Plan vor Ort sieht, bist du sofort das Auskunftsbüro...



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