russische Armee/ Wehrpflicht

Welche Unterlagen werden für ein Visa nach Russland benötigt, was ist eine Migrations-Karte, Probleme mit der Registrierung ... Hilfe findest Du hier.

Moderator: Dietrich

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kauz
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russische Armee/ Wehrpflicht

Beitrag von kauz » Donnerstag 10. November 2011, 21:04

приве́т!

Ich bin zwischen 18 und 27 Jahre alt, bin russischer Staatsbürger, und wohne seit einigen Jahren Deutschland. Ich bin allerdings nicht im Besitz eines deutschen Reisepasses. Könnte ich als Schüler an einer deutschen Schule Probleme bei der Einreise nach Russland haben. Oder ist man mit einer Beglaubigung des russischen Konsulats vom Wehrdienst in Russland befreit?

Meldet euch bitte,
falls ihr Erfahrungen mit der Wehrpflicht als russischer Emigrant habt.



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Daten-Salat
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Re: russische Armee/ Wehrpflicht

Beitrag von Daten-Salat » Donnerstag 10. November 2011, 22:38

Ich habe zwar keine Erfahrung mit russischem Militär, dafür aber eine 'solide juristische Halbbildung'. :lol:

Dort, wo eine Wehr- oder Dienstpflicht in der Verfassung verankert ist, gehört es zu den staatsbürgerlichen Pflichten, diese zu erfüllen. Wer sich (wenn das dort überhaupt gesetzlich möglich ist) nicht formgemäß von der Erfüllung der Wehrpflicht befreien lässt, sondern sich dieser durch einen Auslandsaufenthalt entzieht, begeht Fahnenflucht und wird entsprechend bestraft, wenn der jeweilige Staat bei der Wiedereinreise des Delinquenten habhaft wird und die Strafsache noch nicht verjährt ist. Wie lange jemand schon im Ausland ansässig ist, spielt keine Rolle.

Ähnliches hatten wir bis Ende der 1980er Jahre auch in der Bundesrepublik, als Studenten zum Studium nach Berlin (West) umgezogen sind, ohne beim Kreiswehrersatzamt die Erlaubnis dazu einzuholen. In Berlin (West) hat es damals keine Wehrpflicht gegeben.

Unmaßgebliche Meinung von:

Armin

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Re: russische Armee/ Wehrpflicht

Beitrag von Hero 1964 » Donnerstag 10. November 2011, 22:53

Dieses Thema wurde bereits ausführlich im Forum behandelt hier der Seitenhieb (Link)......

http://www.forum.aktuell.ru/viewtopic.p ... mee#p69932
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Re: russische Armee/ Wehrpflicht

Beitrag von Axel Henrich » Donnerstag 10. November 2011, 23:34

kauz hat geschrieben:Oder ist man mit einer Beglaubigung des russischen Konsulats vom Wehrdienst in Russland befreit?
Geh mal ab hier: http://www.forum.aktuell.ru/viewtopic.p ... ht#p128093 in die Diskussion rein ...

-ah-

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Re: russische Armee/ Wehrpflicht

Beitrag von manuchka » Freitag 11. November 2011, 00:43

Da sieht man wieder, was es mit juristischer Halbbildung auf sich hat...
Daten-Salat hat geschrieben:Dort, wo eine Wehr- oder Dienstpflicht in der Verfassung verankert ist, gehört es zu den staatsbürgerlichen Pflichten, diese zu erfüllen.
Das war die korrekte Hälfte.
Erfüllen muss sie allerdings in Russland nur derjenige, dem diese Pflicht konkret durch Einberufung zum Wehrdienst auferlegt wird. Wer nicht zum einberufungsfähigen Kreis gehört, weil er
a) kein Mann ist
b) jünger als 18 und älter als 27 ist
c) nicht in Russland lebt und damit faktisch nicht einberufen werden und auch nicht dort Wehrdienst leisten kann
d) aus gesundheitlichen oder anderen Gründen vom Wehrdienst freigestellt ist
e) ...
f) ...
der muss auch keinen Wehrdienst leisten.
Daten-Salat hat geschrieben:Wer sich (wenn das dort überhaupt gesetzlich möglich ist) nicht formgemäß von der Erfüllung der Wehrpflicht befreien lässt, sondern sich dieser durch einen Auslandsaufenthalt entzieht, begeht Fahnenflucht und wird entsprechend bestraft, wenn der jeweilige Staat bei der Wiedereinreise des Delinquenten habhaft wird und die Strafsache noch nicht verjährt ist. Wie lange jemand schon im Ausland ansässig ist, spielt keine Rolle.
Das ist die falsche Hälfte - oder mit Verlaub: großer Quatsch.
Fahnenflucht kann nur der begehen, der schon einen Fahneneid geleistet hat. Das ist in der Tat strafbar. Aber wer noch nicht Soldat ist, weil er gar nicht einberufen wurde bzw. nicht einberufen werden konnte, der kann auch nicht desertieren! Wir reden hier übrigens auch nicht von dem Fall, dass jemand schon den Musterungs- oder Einberufungsbefehl zugestellt bekommen hat und sich durch Untertauchen der Durchführung entzieht (selbst das wäre aber noch keine Fahnenflucht bzw. Desertation, aber eine andere Straftat "Wehrdienstentziehung").
Wir reden hier von dem Fall, dass jemand im wehrpflichtigen Alter sich längerfristig im Ausland aufhält, aus welchem Grund auch immer. Der Aufenthalt im Ausland hindert zwar die Einberufung, aber das ist weder eine Ordnungswidrigkeit, noch eine Straftat! Allerdings kann so ein junger Mann durchaus einberufen werden, wenn er aus dem Ausland zurückkommt und noch wehrpflichtig ist (weil unter 27 usw usw.) - ohne irgendwelche zusätzlichen Konsequenzen straf- oder ordnungsrechtlicher Art.

-----

Zur Ausgangsfrage: Man hört verschiedenes über die Praktiken bei der Einberufung zum Wehrdienst in Russland. Einer meiner Bekannten ist in Petersburg nachts aus dem Bett geklingelt und direkt zur Einberufungsstelle gekarrt worden. Ob sowas auch mit jemandem passieren kann, der quasi nur zu Besuch ist und eigentlich außer Landes wohnt, weiß ich nicht, das mag auch davon abhängen, ob man noch in Russland gemeldet ist oder nicht. Ich würde vermutlich das Risiko vermeiden und zur Einberufungszeit nicht nach Russland reisen oder mich vorher zB. im Konsulat beraten lassen (natürlich nicht mit der Betonung drauf, dass man sich drücken will, sondern dass man erst seine Ausbildung beenden möchte usw.).

Ein deutscher Pass würde übrigens auch nur dann helfen, wenn er der einzige ist, den man besitzt. Bei doppelter Staatsangehörigkeit ist man trotzdem in Russland zum Wehrdienst verpflichtet.
Du erntest, was du säst.



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Re: russische Armee/ Wehrpflicht

Beitrag von CSB_Wolf » Freitag 11. November 2011, 02:00

Hmmmmm, ich überlege mir schon die ganze Zeit ob ich mich da freiwillig melde :lol:

[youtube]zAtnS6fXcgU[/youtube]

oder bei denen :D

[youtube]1vA4T1wfJLE[/youtube]

Gruss
wolf

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Re: russische Armee/ Wehrpflicht

Beitrag von Daten-Salat » Freitag 11. November 2011, 07:46

@ Manuchka

Ich gebe zu, dass ich den Begriff 'Fahnenflucht' voreilig und unzutreffend gebraucht habe.

Aber was Du ansonsten schreibst, habe ich als selbstverständlich angesehen, nämlich dass der Fragesteller männlich, zwischen 18 und 27 Jahre alt sowie wehrdiensttauglich ist. Vielleicht hat er als Schüler sogar noch eine Meldeadresse in Russland. Jedenfalls hätte er hier im Forum ja nicht die Frage gestellt, wenn er nicht zum Kreis der Betroffenen gehörte.

Nix für ungut:
Armin

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