Philosophische Bewertung der Bewertung der (Nach)kriegsjahre

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kamensky
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Re: Ru und westliche Zahlungssysteme

Beitrag von kamensky » Montag 19. April 2021, 19:45

Also, so wie ich dem Kommentar von @ Wladimir entnehme und versuche es zu verstehen, haben Russen vermutlich eine andere Einstellung (niederschwelligeres Wertesystem) zum Bsp. auf den Faktor " Recht auf Leben " . Dies widerum bestaetigt sich insofern, wenn man Entschaedigungzahlungen fuer Tote, Verletzte und ewig Verkrueppelte in RU vergleicht. Oder ist das vorgenannte eher in Werteordnung (Ethik, Moral und Recht) zuzuteilen? Meinerseits gibt es Verstaendnis wen Eigenschaften jeweils mit gleichen Ellen bemessen werden. Bsp. ER- Fanatiker duerfen sich in RU beinahe Alles erlauben und ein moeglicher Tod von andersdenkenden Menschen ist schon eher zur Tagesordnung Erstbenannter geworden, waehrend Andersdenkende einer gnadenloser staatlicher Hetzjagd ausgesetzt sind, fuer gleiche Machenschaften, wie jene der ER-Fanatiker. Zu was Fanatismus gefuehrt hat im 2 WK unter AH und in RU unter besagtem Stalin, versucht man nun wohl Taten zu verniedlichen/ verharmlosen unter dem Praedikat " unterschiedlicher Wertesysteme " !
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Wladimir30
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Re: Ru und westliche Zahlungssysteme

Beitrag von Wladimir30 » Montag 19. April 2021, 21:06

Ok, entweder wird mir unterstellt, dass ich die Greueltaten des Stalinsystems "rechtfertigen" will oder ich will sie "verniedlichen/verharmlosen".

Ich kann "Versuchen zu verstehen" wertfrei betreiben, wozu ich aufzurufen versucht hatte. Dies führt aber bei anderen unweigerlich zu Bewertungsautomatismen (ich bin fast geneigt, dies als Schubladendenken zu bezeichnen). Ich bin es gewohnt, von vielen hier als Putinversteher im absolut negativen Sinne des Wortes oder als Russland-Um-Jeden_Preis-Verteidigers abgestempelt zu werden, nur weil ich bemüht bin, Russland nicht mit deutschen Augen zu betrachten und sofort dem entsprechend zu bewerten, sondern von innen heraus.

Einen Sinn, hier weiter zu diskutieren, kann ich für mich deshalb nicht erkennen.
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Re: Ru und westliche Zahlungssysteme

Beitrag von kamensky » Montag 19. April 2021, 21:34

Wladimir30 hat geschrieben:
Montag 19. April 2021, 21:06
Ok, entweder wird mir unterstellt, dass ich die Greueltaten des Stalinsystems "rechtfertigen" will oder ich will sie "verniedlichen/verharmlosen".

Ich kann "Versuchen zu verstehen" wertfrei betreiben, wozu ich aufzurufen versucht hatte. Dies führt aber bei anderen unweigerlich zu Bewertungsautomatismen (ich bin fast geneigt, dies als Schubladendenken zu bezeichnen). Ich bin es gewohnt, von vielen hier als Putinversteher im absolut negativen Sinne des Wortes oder als Russland-Um-Jeden_Preis-Verteidigers abgestempelt zu werden, nur weil ich bemüht bin, Russland nicht mit deutschen Augen zu betrachten und sofort dem entsprechend zu bewerten, sondern von innen heraus.

Einen Sinn, hier weiter zu diskutieren, kann ich für mich deshalb nicht erkennen.
Sorry, aber wo erkennst du in meinem Text, dass ich dir (also persoenlich) eine Unterstellung mache? Dem ist nicht so, denn ich habe geschrieben nach meinem Verstaendnis und habe mich zu deinem Kommentar geaeussert. Du aber schrubst ja deinen Kommentar im Allgemeinen auf das Wertesystem, oder unterschiedliche Wertesysteme bezogen, was ja nicht zwingend deine Meinung betreffend Stalinismus usw. sein muss. Eher erkenne ich in deinem Kommentar, eine Erklaerung btw. Aufklaerung ueber die unterschiedlichen Faktoren und Indikatoren eines Wertesystems.
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Re: Ru und westliche Zahlungssysteme

Beitrag von Wladimir30 » Montag 19. April 2021, 21:49

Würde mich aufrichtig freuen, sollte mein Eindruck in Bezug auf Deine Aussage falsch sein.
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Re: Ru und westliche Zahlungssysteme

Beitrag von willi » Montag 19. April 2021, 23:14

Norbert hat geschrieben:
Sonntag 18. April 2021, 13:27
Ich muss ehrlich sagen, dass ich es gut finde, dass wir in Deutschland in der Schule lernen, dass die 1930er und 1940er Jahre in Deutschland eher eine blöde Idee waren. Und nicht sagen: "Aber dafür haben wir in der Zeit die Autobahn erfunden, dass war es das wert!"
Trifft für mich nicht zu. In der 10ten hat Geschichte vor der Machtergreifung aufgehört, anschliessend gab es das Fach Gemeinschaftskunde dass mit der Gründung der BRD anfing, dazwischen grosse Lücke. Hat mich dahin motiviert dass ich fast ausschliesslich Literatur über diese Zeit konsumiert habe.



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Re: Ru und westliche Zahlungssysteme

Beitrag von willi » Dienstag 20. April 2021, 00:19

Ich wage mal einen dumme These...
Für die meisten Deutschen, sagen wir mal die unter 50jährigen, reduziert sich unser Adolf auf den Holocaust. Was da mit politisch Andersdenkenden, Schwulen, Behinderten, Massakern in den besetzten Gebieten war fällt mehr oder weniger unter den Tisch. Demgegenüber stehen die enormen wirtschaftlichen und militärischen Leistungen als nationale Grösse..
Ich möchte behaupten, ohne die industrielle Judenvernichtung hätten wir in Deutschland einen Adolfkult vergleichbar mit dem Stalinkult in Russland.
Die andere Frage ist, wo würden Russland und China heute ohne ihre Schlächter stehen? Vermute mal zersplittert in unzählige Kleinstaaten ohne jegliche Bedeutung , in denen sich ein paar westliche Konzerne austoben würden wie in Afrika. Das ist lediglich ein Gedanke, der nicht als Rechtfertigung für was auch immer dienen soll.

So gesehen tickt der Russe nicht anders als wir.

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Re: Ru und westliche Zahlungssysteme

Beitrag von Axel » Dienstag 20. April 2021, 01:22

willi hat geschrieben:
Dienstag 20. April 2021, 00:19
Ich möchte behaupten, ohne die industrielle Judenvernichtung hätten wir in Deutschland einen Adolfkult vergleichbar mit dem Stalinkult in Russland.
Ich glaube, wenn nach dem "Anschluss" Österreichs Hitler außenpolitisch aufgehört und es die vielen Repressalien ab 33 nicht gegeben hätte, würde Hitler in der Tat in unseren Büchern als der größte "Deutsche" nach Bismarck stehen. Und ich glaube auch, Achtung, das ist meine persönliche Meinung, dass die Sowjetunion unter Stalin früher oder später selbst angegriffen hätte, denn Stalin stürzte schon mit Sabber im Mund auf Finnland, das Baltikum und Bessarabien und gemäß den Komintern galt es den "Kommunismus" unter eigener Regie grenzüberquerend "voranzutreiben". Natürlich rechtfertigt es nicht den "Präventivschlag" (der zu der Zeit noch keiner war), aber wäre Hitler schlau gewesen, hätte er einfach abgewartet bis die Sowjets angreifen und dann eine Anti-Stalin-Koalition geschmiedet und wir würden heute über Hitler wahrscheinlich deutlich positiver urteilen (gesetzt den Fall, dass es den Holocaust und die Repressalien nicht geben würde). Demensprechend gebe ich Dir recht, die "Sieger" schreiben die Geschichte. Ich kann dennoch mit dem heutigen Status gut leben. Deutschland hat zwar Schuld am zweiten Weltkrieg, aber es wurde oft genug von offizieller Seite aus mitgeteilt (hier sei auch an den Kniefall von Willy Brandt in Warschau erinnert), dass es uns leidtut und grobe Verbrechen begangen wurden. So ein Verhalten würde man sich vielleicht auch von russischer Seite wünschen, auch wenn man zum Kreis der "Sieger" zählt.

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Re: Wertesysteme

Beitrag von Evgenij » Dienstag 20. April 2021, 01:26

.. ich denke mal jedes Wertesystem hat (s)ein Element of Crime. ;)

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Re: Ru und westliche Zahlungssysteme

Beitrag von kamensky » Dienstag 20. April 2021, 06:50

Wladimir30 hat geschrieben:
Montag 19. April 2021, 21:49
Würde mich aufrichtig freuen, sollte mein Eindruck in Bezug auf Deine Aussage falsch sein.
Ich masse mir an, meinen fast Jahrgaenger und die langjaehrigen Errungenschaften von Menschenkentnissen nach die Faehigkeit zu besitzen, wie ich ( zumindest fuer mich ) einen Kommentar einschaetzen kann. Und in deinem Kommentar erkenne ich den Versuch deinerseits, die Aufschluesselung oder das analysieren von verschiedenen Wertesystemen zu vermitteln.
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Re: Ru und westliche Zahlungssysteme

Beitrag von Wladimir30 » Dienstag 20. April 2021, 10:27

Fast. Mein Bestreben ist es, jede Situation zunächst einmal zu verstehen, bevor ich eine Wertung vornehmen kann. Vorgänge in einem fremden Land mit einer anderen Kultur kann man meiner Überzeugung nach nur verstehen, wenn man nicht das eigene Bewertungssystem als Grundlage hernimmt. Wenn ich fremdes Verhalten nach meinem eigenem Verständnis beurteile, komme ich schnell an den Punkt, wo mir das Verhalten anderer einfach nicht verständlich ist. Was ja auch logisch ist. Und genau diesen Fall haben wir hier.

Ich betone nochmals: damit ist keinerlei Rechtfertigung verbunden, sondern lediglich ein Verstehen.
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