Ein Hektar in Ostsibirien / Ferner Osten Russlands

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Wladimir30
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Ein Hektar in Ostsibirien / Ferner Osten Russlands

Beitrag von Wladimir30 » Mittwoch 1. Juni 2016, 12:04

Ab heute gilt das Gesetz, dass Interessierten ein Hektar Land fünf Jahre kostenlos zur Nutzung zur Verfügung gestellt wird. Zunächst wird diese Möglichkeit Einwohnern aus 9 Bezirken eingeräumt, ein Bezirk aus jedem föderalen Subjekt des ostsibirischen Föderationskreises. Sukzessive sollen auch nach und nach die restlichen Bewohner der Russischen Föderation diese Möglichkeit erhalten.

Bisherige Interessenten und Antragsteller sind hauptsächlich Jäger, Vertreter der Tourismusbranche und Landwirte.

Also: auf nach Ostsibirien!!!
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Re: Ein Hektar in Ostsibirien / Ferner Osten Russlands

Beitrag von bella_b33 » Mittwoch 1. Juni 2016, 13:21

Wladimir30 hat geschrieben:
Also: auf nach Ostsibirien!!!
5 Jahre kostenlos klingt mal so gar nicht verlockend. Das ist ja nur ein Wimpernschlag....ich bin eher der Besitz-Typ. Entweder hab ich was oder ich habs nicht. Was wird dann nach den 5 Jahren für das Land gezahlt? Da wollen sich sicher wieder ein paar Leute an dem bereichern, was man mit dem Land verdient hat.
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Re: Ein Hektar in Ostsibirien / Ferner Osten Russlands

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 1. Juni 2016, 13:34

bella_b33 hat geschrieben: 5 Jahre kostenlos klingt mal so gar nicht verlockend. Das ist ja nur ein Wimpernschlag....
Ich hatte die anfängliche Intention des Gesetzes so verstanden, dass die Leute, die dann sinnvoll was mit dem Land angestellt haben, es auch behalten dürfen. Nur wer es sich krallt und dann brach liegen lässt, soll es wieder abgeben.

Was letztendlich im Gesetz steht, weiß ich aber gerade nicht. :-)

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Re: Ein Hektar in Ostsibirien / Ferner Osten Russlands

Beitrag von Wladimir30 » Mittwoch 1. Juni 2016, 13:44

m5bere2 hat geschrieben:dass die Leute, die dann sinnvoll was mit dem Land angestellt haben, es auch behalten dürfen. Nur wer es sich krallt und dann brach liegen lässt, soll es wieder abgeben.
So ist es wohl. Nach den fünf Jahren kann man es in Pacht oder in Eigentum umwandeln. Nur, wer das Land nicht genutzt hat in dieser Zeit, muss es wieder abgeben.

Ausländer oder Firmen mit ausländischen Kapital sind von dieser Aktion allerdings ausgeschlossen.
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Re: Ein Hektar in Ostsibirien / Ferner Osten Russlands

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 1. Juni 2016, 14:53

Wladimir30 hat geschrieben:Nur, wer das Land nicht genutzt hat in dieser Zeit, muss es wieder abgeben.
Und es zu nutzen stelle ich mir hinreichend schwierig vor. Diese Ländereien werden anscheinend nur in stadtfernen und infrastrukturschwachen Gegenden vergeben (was einleuchtet), sodass man im Prinzip vollständig auf diesem Land leben muss, um dort was aufzubauen (oder jemanden dafür bezahlen, der das macht).

Da brauchste erstmal ein geländegängiges Fahrzeug, um hinzukommen und die Arbeit in der Stadt muss ruhen (da gibt's ja bestimmt erstmal kein Internet und Telefon). Aber immerhin, wer es versuchen will, kriegt auf diese Weise eine Chance, das zu tun.
Ausländer oder Firmen mit ausländischen Kapital sind von dieser Aktion allerdings ausgeschlossen.
Im gewissen Sinne ist das ja auch gut, sonst krallen sich das alles die Chinesen. ;) Dann beauftragt man eben seine Frau, sich das Land zu besorgen. Nach fünf Jahren, wenn es in ihr Eigentum übergeht, kann man es ja aufteilen. ;-)



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Re: Ein Hektar in Ostsibirien / Ferner Osten Russlands

Beitrag von Wladimir30 » Mittwoch 1. Juni 2016, 16:02

m5bere2 hat geschrieben:Und es zu nutzen stelle ich mir hinreichend schwierig vor. Diese Ländereien werden anscheinend nur in stadtfernen und infrastrukturschwachen Gegenden vergeben
Nicht ganz. Es sind sehr viele Waldgrundstücke, die wie gesagt für Jäger von großem Interesse sind. Viele Grundstücke sind ehemalige Kolchosen, die in den letzten Jahren völlig verwahrlost sind und nun wieder genutzt werden sollen. Deshalb sind auch nicht alle irgendwo "in der Pampa", sondern nahe an voller Infrastruktur, einige sogar innerhalb erschlossener Gebiete.
Im gewissen Sinne ist das ja auch gut, sonst krallen sich das alles die Chinesen. ;)
Die wohl in erster Linie. aber es ist eine historisch tiefsitzende Angst der Russen, dass Ausländer ihren Grund und Boden klauen.
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Re: Ein Hektar in Ostsibirien / Ferner Osten Russlands

Beitrag von Saboteur » Mittwoch 1. Juni 2016, 16:12

...aber was ist schon ein Hektar Land? Bin mal gespannt wie das ankommt... ich bin da ziemlich pessimistisch wenn ich an das Dorf meiner Schwiegereltern denke und die Gründe für die Landflucht.
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Re: Ein Hektar in Ostsibirien / Ferner Osten Russlands

Beitrag von Wladimir30 » Mittwoch 1. Juni 2016, 18:01

Also ein Hektar ist schon was. Da kann man was mehr machen als auf dem kleinen Grundstücken, die so üblicherweise im Privatbesitz sind. Wer sich da jetzt was nimmt, der hat was, wo man was machen kann. Die Landflucht aus dem Dörfern kann man da nicht mit vergleichen.

Es gibt ja auch schon eine Reihe an Anträgen.
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Re: Ein Hektar in Ostsibirien / Ferner Osten Russlands

Beitrag von Saboteur » Mittwoch 1. Juni 2016, 23:57

naja, meine Schwiegereltern bewirtschaften 6-7 Hektar und nochmal 6 verpachtet. In dem Dorf sind n halber Hektar nur an Kartoffeln nicht unüblich. Mein Schwiegervater bemerkte dazu, dass 1 Hektar wenig ist aber je Familienmitglied 1 Hektar zur Verfügung steht, sodass man dann auf 3-4 Hektar kommen kann - je nach Familie. Na mal sehen. ein Versuch ist es sicher wert.
Die Landflucht aus dem Dörfern kann man da nicht mit vergleichen.
Wenn du meinst.
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Re: Ein Hektar in Ostsibirien / Ferner Osten Russlands

Beitrag von Wladimir30 » Donnerstag 2. Juni 2016, 09:22

Saboteur hat geschrieben:
Die Landflucht aus dem Dörfern kann man da nicht mit vergleichen.
Wenn du meinst.
Na ja, das ist eigentlich nicht meine Meinung, die auf meinem Mist gewachsen ist. Historisch gesehen sterben viele Dörfer aus, aus den bekannten Gründen. Vereinfacht gesagt, die Alten sterben aus, die Jungen ziehen wegen (objektiver oder nur gefühlter) Ausweglosigkeit weg. Das gibt eine soziale Sitaution und eine Stimmung in dem Dorf, die sich weiter potenziert und die dann zu dieser Landflucht führt. Wenn jedoch eine Gegend neu bezogen wird, dann ist die Situation völlig anders. Wir merken es z.B. direkt in unserem Dorf. Noch vor 20 Jahren war es tot, mausetot, die ersten fingen an, dort entweder die alten Häuser zu renovieren oder abzureißen und durch ein neues zu ersetzen. manche haben komplett neu auf der grünen Wiese gebaut. Das Dorf entwickelt sich, vor einigen Monaten haben wir Gas bekommen. Es zieht keiner weg, im Gegenteil, es werden immer mehr, die ihren Lebensschwerpunkt erst am Wochenede, dann denn Sommer über, schließlich komplett dorthin verlagern.
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