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Re: Eindrücke beim Generalkonsulat Bonn

Verfasst: Freitag 15. Mai 2015, 12:52
von Wladimir30
Wie schon gesagt, ich kann Norberts Erfahrungen nur voll und ganz bestätigen. Da ich selber kaum Zug fahre, kann ich nur vom Hörensagen weiter geben, dass das online Buchen mittlerweile problemlos klappt, dadurch sind die Schlangen an den Schaltern auch viel kürzer geworden. Das Zugpersonal ist durchaus freundlich. Im Passamt für meine Kinder war die Situation vergleichbar wie bei Norbert, die Tochter hat sogar einen Keks gekriegt. Die Gespräche laufen nicht mehr durch ein kleines Fensterchen oder besser Guckloch, das auf Höhe des Bauchnabels angebracht ist und jegliche Fragen und Antworten zu einer physischen und moralischen Tortur werden läßt, wo man erstmal nichts versteht und dann noch blöd angeraunzt wird. Bei Schreibfehlern o.ä. wird stets erstmal geschaut, ob es nicht noch mehr Fehler gibt und das Dokument wird zurück gegeben mit konkreten HInweisen, was wo zu ändern ist.

Das Interieur der Ämter ist zwar oft noch entfernt von heimeliger Atmosphäre, aber durchaus ansprechend.

Gosuslugi nutzen hier im Büro alle, und alle sind sehr zufrieden. Das Problem scheint nur zu sein, das Passwort zu kriegen, damit man freigeschaltet wird. Wenn man das hat, geht alles ruckzuck.

Also hat sich hier ne ganze Menge getan, und durchweg zum Positiven.

Re: Eindrücke beim Generalkonsulat Bonn

Verfasst: Freitag 15. Mai 2015, 12:59
von Norbert
Wladimir30 hat geschrieben:Gosuslugi nutzen hier im Büro alle, und alle sind sehr zufrieden. Das Problem scheint nur zu sein, das Passwort zu kriegen, damit man freigeschaltet wird. Wenn man das hat, geht alles ruckzuck.
Bei uns in der Familie hat diese Hürde bislang nur der Deutsche gemeistert. :lol:

Das war aber auch wirklich umständlich.

Re: Eindrücke beim Generalkonsulat Bonn

Verfasst: Freitag 15. Mai 2015, 13:44
von Alex KA
louise hat geschrieben:
Alex KA hat geschrieben: Außerdem haben wir heute auch die Russland-Sanktionen, das könnte auch ein Grund für die Unfreundlichkeit sein..
Wenn ich meinen "Senf" dazugeben darf....
das Verhalten der Mitarbeiter im MIX russischer Supermarkt -vor und nach den Sanktionen- war deutlich unterschiedlich. Nach den Sanktionen wurde mit Deutschen nur noch das Allernötigste gesprochen, am besten garnix, fast wie taubstumm.
Ebenso war das bei den russischen Mitarbeitern im Penny zu beobachten.
Ich hatte das Gefühl, dass sich Russen bzw. Russischstämmige durch die Sanktionen und die Medienhetze schon sehr verletzt fühlten und nicht mehr ganz sicher in DE!
Ich habe mich schon 10 Jahre zuvor in Berlin nicht wohl gefüllt, habe meine Arbeit zu logische Ende getan, und abgereist zurück nach Russland. Aber diese Leute beginnen es nur jetzt zu begreifen, nach dem sie ein halbes Leben investiert haben..

Re: Eindrücke beim Generalkonsulat Bonn

Verfasst: Freitag 15. Mai 2015, 13:55
von Alex KA
Admix hat geschrieben:Ja, richtige Progromstimmung in GERMANIEN
Ich spreche neuerdings nur noch im Flüsterton Russisch.
Und alle drehen sich nach mir um, wenn mir doch ein lautes Dawei rausrutscht :lol:
Ich habe so was nicht nur einmal in Berlin erlebt, als ich russisch am Telefon sprach.. Ein paar mal ich habe bemerkt das man mich böse anguckt.. Und auch komisches verhalten andere Art, um Beispiel ein man in S-Bahn durch ganzen Wagon ging und hinter meinen Rücken stellte, aber nicht angegriffen, nur so getan als ob.. Er wartet für gute Gelegenheit um zu angreifen, das war noch nicht der richtige Moment..

Re: Eindrücke beim Generalkonsulat Bonn

Verfasst: Freitag 15. Mai 2015, 14:18
von Admix
Dann müßten auf den Straßen in Deutschland die meißten mit Dauerbösegesicht in den Innenstädten rumlaufen.
Russichen hört man zumindest hier in Süddeutschland alle Nase lang.

Klar, mit Verfolgungswahn kann einem Angst und Bange werden.
Aber das trifft auch für Russland zu. Ich habe dort in der Öffentlichkeit möglichst Russisch gesprochen, damit sich nicht jeder nach mir umdreht.
Und das mir die Personen dabei zugelächelt hätten kann ich nun auch nicht behaupten.

Zurück zum Thema: Das Konsulat in Bonn ist schon ne Nummer für sich. Russen mit Heimweh und Ex-Immigranten können sich dort das ultimative Sperbank mit einem Hauch von Owir Reaktivation Feeling holen. (Ich war schon seit ein paar Jahren nicht mehr dort, aber die Beschreibung hat mir promt ein Flashback beschert)

Re: Eindrücke beim Generalkonsulat Bonn

Verfasst: Freitag 15. Mai 2015, 14:56
von Nikolaus
Hm, eigentlich kenne ich fast niemanden, der sich wegen eines russischen Visums noch direkt an ein Konsulat wendet und nicht per russisches Visabeantragungszentrum oder einen spezialisierten deutschen Visa-Service. Naja, vielleicht wollte der Themenstarter ja auch nur das uns nahebringen ... :)
Ich selbst bin in den letzten Jahren freilich doch meist direkt ins Leipziger Konsulat, weil ich oefter in der Naehe zu tun hatte. Und da hatte ich nicht solche unangenehmen Erlebnisse, sondern
- es gab keine sonderlichen Schlangen und die Abgabe der Unterlagen dauerte max. 15 Minuten. Manchmal konnte ich das Visum gegen den vorgesehenen Aufschlag auch gleich mitnehmen.
- Der Schalterangestellte hat mich nie auch nur irgendwie gekraenkt, sondern nur nuechtern seinen Job erledigt.
- bezahlt habe ich mit EC-Karte; wenn da eine Gebuehr anfiel, dann vielleicht ein paar laeppische Cent, die ich schon wieder vergessen habe
- ja, das Ambiente ist auch dort etwas duester, aber eigentlich war es mir Wurscht - ich habe noch nie das Beduerfnis gehabt, laenger in einem Konsulat zu verweilen, egal von welchem Land.
Der Themenstarter wollte sicherlich bissel Frust ausspucken - eine Frage habe ich nicht erkannt. Ich habe auch nicht verstanden, warum er als russischer Staatsangehoeriger ueberhaupt versucht hat, ein russisches Visum zu beantragen. Eigentlich versteht doch jeder, dass das offiziell nicht moeglich ist, aber man findet explizit hierauf auch Hinweise wirklich an allen Ecken und Enden - hier im Forum, im Netz, im Konsulat, ...; spaetestens beim Ausfuellen des elektronischen Visaantrags sollte man es aber merken ... :) Eigentlich gut, dass das System des Konsulats das fruehzeitig bemerkt hatte, waere doch viel unangenehmer, wenn einen erst die russische Grenzkontrolle nach Abgleich mit dem FSB-System als Russen "entlarvt" und bestraft ...
Ok, manche Visa-Services haben es frueher wohl geschafft, einem russisch-deutschen Doppelstaatler ein russisches Visum zu verschaffen ...

Re: Eindrücke beim Generalkonsulat Bonn

Verfasst: Freitag 15. Mai 2015, 15:16
von Norbert
Nikolaus, ich kenne auch solche Fälle, wo problemlos Visa gegeben wurden.

Meist sind es Personen, die als Kleinkinder nach Deutschland kamen und denen wirklich gar nicht bewusst war, dass die Eltern bei der Einbürgerung die russische Staatsbürgerschaft nie abgelegt haben. Und viele Leute denken halt, ohne Pass hätte man keine Staatsbürgerschaft.

Das gibt es häufiger, als man annimmt.

Re: Eindrücke beim Generalkonsulat Bonn

Verfasst: Freitag 15. Mai 2015, 16:13
von Nikolaus
Norbert hat geschrieben:Nikolaus, ich kenne auch solche Fälle, wo problemlos Visa gegeben wurden.
... Das gibt es häufiger, als man annimmt.
Na, fein, dann erhaelt der Themenersteller hier ja sicherlich noch von Leuten, die diese Prozedur selbst hinter sich gebracht haben, nuetzliche Tipps.
:)

Re: Eindrücke beim Generalkonsulat Bonn

Verfasst: Freitag 15. Mai 2015, 16:43
von CSB_Wolf
Admix hat geschrieben: Klar, mit Verfolgungswahn kann einem Angst und Bange werden.
:lol: :lol:

Ich persönlich hatte noch nie Probleme auf einer Botschaft, sei es in Deutschland, Russland oder sonst irgentwo :D Ich hatte zwar mal auf der Deutschen Botschaft in Moskau streit mit so einem Trottel vom BGS der mich nicht zusammen mit meiner Frau in die Botschaft rein lassen wollte, aber sonst kein Problem.

Gruss
wolf

Re: Eindrücke beim Generalkonsulat Bonn

Verfasst: Freitag 15. Mai 2015, 17:35
von Yeshe
Wie es im Generalkonsulat in Bonn aussieht und wie es dort zugeht, kann ich nicht beurteilen. Ich war allerdings bereits öfters mit meiner Frau im Konsulat in Hamburg. Auch dort ist alles abgeriegelt. Allerdings hatten wir jeweils vorher einen Termin ausgemacht. Im Außenwartebereich (umzäunt) drückt man dann auf eine Klingel und sagt, man hat einen festen Termin. Daraufhin wird man eingelassen. Die Mitarbeiter dort sind nicht gerade herzlich (Deutsche Bürokraten auch nicht), aber auch nicht unfreundlich. Sachlich und zügig wurden wir jeweils abgefertigt (und pünktlich).
Wer keinen festen Termin hat, muss halt u.U. stundenlang warten, bis er eingelassen wird. Und telefonisch war das Konsulat immer erreichbar.
Im Übrigen kann ich meinen Vorschreibern den Satz bestätigen "Wie man in den Wald reinruft, so ......................!
Und last not least, meinen Visa-Antrag habe ich immer über eine Agentur machen lassen, geht schnell ohne Streß, kostet jetzt (glaube ich) um die
€ 85,--.