Siegesparade Moskau 2021 [teilweise gelöscht]

Hier kann alles diskutiert werden, dass in die anderen Unterforen nicht passt. Aber bitte keine politische Diskussion anzetteln, dafür ist das Politikforum da.

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Norbert
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Re: Siegesparade Moskau 2021 [teilweise gelöscht]

Beitrag von Norbert » Dienstag 11. Mai 2021, 15:35

Bobsie hat geschrieben:
Dienstag 11. Mai 2021, 12:43
23 Rubel ein Busticket kreuz und quer durch unsere Stadt von mehr als 10km Durchmesser, der Taxikilometer wurde von 13 auf 18 Rubel erhöht, in der Schweiz bezahle ich dafür 3 - 5 CH Frann, also das 16 - 18 fache wie in Russland.
Servicequalität passt da meist zum Preis. Fahrplan? Umsteigemöglichkeiten? Sauberkeit der Fahrzeuge? Geschwindigkeit? Monatskarte?

Ich habe es durchgerechnet - eine Monatskarte Straßenbahn+S-Bahn in einen Vorort Dresden ist letztlich günstiger als täglich Metro+Marschrutka in einen Vorort von Novosibirsk. Und dafür habe ich dann aber auch einen Nachtverkehr, am Wochenende und Abends darf die ganze Familie mitfahren, es gibt verlässliche Fahrpläne und Umsteigebeziehungen, etc.

Wirklich günstiger ist Russland bei reinen Dienstleistungen: Taxi, Friseur, etc.



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Bluewolf
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Re: Siegesparade Moskau 2021 [teilweise gelöscht]

Beitrag von Bluewolf » Dienstag 11. Mai 2021, 16:21

Gut, aber das hatten wir ja alles x - fach in anderen Themen. Und hatten schon festgestellt, dass reine Kaufkraft auch kein unbedingter Indikator ist. Wenn ich nur zweimal im Jahr zum Friseur gehe, nützt es mir recht wenig dass der billig ist ;)
Generell ist es aber so, wenn ich mir die Beiträge der letzten Jahre rund um diese Veranstaltung ansehe, dass sich die Empfindlichkeiten und "Argumente" immer im Kreis drehen. Manchmal kommt dann jemand Neues dazu, und dann eskaliert es halt etwas mehr als normal :duell:

Ich kann da nur bitten zu differenzieren:
Wer permanent in Russland lebt, sieht natürlich einige Dinge aus russischer Sicht. Und erfahrungsgemäß sind da "Zugereiste" fast schon nationalistischer als Einheimische. Siehe auch in DE die nicht enden wollende Diskussion über Migranten. Hier kommen nach wie vor die meisten Wortmeldungen von Mitbürgern mit ausländischen Wurzeln.
Trotzdem muss es gestattet sein, und manchmal ändert es auch den Blickwinkel, zu bemerken, dass manche Dinge eben aus "westlicher" Sicht schräg sind. Das denkt das Ausland aber auch über einige Dinge in Deutschland. Und da verteidige unsere Politik auch nicht blind.

Ihr aber schlagt euch hier teilweise die Köpfe ein über Dinge, die ihr eh nicht ändern könnt und die Russen vielleicht gar nicht ändern wollen. Aber bitte nicht wieder die Wessi/ Ossi Keule, oder aber "Am deutschen Wesen ..." nur weil jemand sagt, dass er gerade etwas nicht versteht. :roll:

Ich mische mich auch manchmal zu Frauenthemen ein, auch wenn ich keine Mutter bin :lol:

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Re: Siegesparade Moskau 2021 [teilweise gelöscht]

Beitrag von Wladimir30 » Dienstag 11. Mai 2021, 19:30

Bluewolf, ich gebe Dir vollkommen recht. Ist schon ein interessantes Phänomen, wie Ausländer sich anpassen, wenn sie länger in einem anderen Land leben, egal ob Deutsche, die in Russland leben oder Leute aus anderen Ländern in Deutschland oder sonstwas. Dieses Phänomen wurde schon lange in der Soziologie und angrenzenden Fachbereichen behandelt, meist unter dem Begriff "Kulturschock". Wie sich in zeitlich relativ genau nachzuvollziehenden Grenzen von anfänglichem Abgestoßensein wegen der Fremdheit nach und nach das Ganze ins Gegenteil verkehrt, bis man dann "deutscher (russischer....) als die Deutschen (Russen.....)" wird. Leute, die das selber nicht über einen wirklich längeren Zeitraum kennen gelernt haben (hierfür sind in der Regel mindestens zwei Jahre Daueraufenthalt im anderen Land nötig), empfinden das dann meist als komplett abgedreht und es kommen dann unreflektierte und meist diskussionsresistente Vorwürfe.

Das Gefühl dafür, was in einem Land "schräg" (wie Du es nennst) ist, ist immer sehr subjektiv, und wenn national geprägte Vorstellungen über das, was "richtig" ist, mit persönlich geprägten andersartigen Kulturvorstellungen aufeinanderprallen, kommt selten eine wirklich fruchtbare Diskussion dabei heraus. Die einen sagen "du bist ja schon total russifiziert!" (was eindeutig als Vorwurf gemeint ist), die anderen "du hast ja keine Ahnung, was hier wirklich läuft" (klar, auch ein Vorwurf) über "von diesen Vorstellungen weiche ich keinen Millimeter ab" (was einer Diskussion auch nicht förderlich ist), "Mit welchen Recht maßt du dir an, was hierzu zu sagen" usw. usf.
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Re: Siegesparade Moskau 2021 [teilweise gelöscht]

Beitrag von willi » Dienstag 11. Mai 2021, 21:24

Passt überhaupt nicht zum Thema, aber trotzdem....
Durfte im Winter meinen Sohn mit der Marshrutka zum Kindergarten bringen und abholen. War interessant und hat Spass gemacht.
Kaum eingestiegen ist immer jemand aufgesprungen und hat seinen Platz angeboten oder jemand hat ihn sofort geschnappt und auf den Schoss genommen.
Der Zwerg hat dann sofort Gespräch angefangen und die halbe Familiengeschichte erzählt und ich bin daneben gestanden, zugehört und mich köstlich amüsiert.
Auch das ist Russland.

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Re: Siegesparade Moskau 2021 [teilweise gelöscht]

Beitrag von saransk » Mittwoch 12. Mai 2021, 10:14

willi hat geschrieben:
Dienstag 11. Mai 2021, 21:24
Passt überhaupt nicht zum Thema, aber trotzdem....
Durfte im Winter meinen Sohn mit der Marshrutka zum Kindergarten bringen und abholen. War interessant und hat Spass gemacht.
Kaum eingestiegen ist immer jemand aufgesprungen und hat seinen Platz angeboten oder jemand hat ihn sofort geschnappt und auf den Schoss genommen.
Diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Auch auf dem Weg zum Kindergarten, den wir bei trockenem Wetter natürlich zu Fuß gegangen sind. Oder auch bei der Fahrt mit der marschrutka in den Puschkin-Park, wo auch ein kleiner Zoo ist.
Stieg ich mit einem oder beiden Kindern in den Trolleybus oder die Marschrutka, war imer jemand (manchmal sogar Babuschkas), die den Kindern sofort einen Sitzplatz anboten. In Deutschland nur schwer vorstellbar.



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Re: Siegesparade Moskau 2021 [teilweise gelöscht]

Beitrag von Bobsie » Mittwoch 12. Mai 2021, 10:43

saransk hat geschrieben:
Mittwoch 12. Mai 2021, 10:14
Stieg ich mit einem oder beiden Kindern in den Trolleybus oder die Marschrutka, war imer jemand (manchmal sogar Babuschkas), die den Kindern sofort einen Sitzplatz anboten. In Deutschland nur schwer vorstellbar.
Das passierte mir als (Rentner) Buskutscher im Linienverkehr in D: Bus war voll, eine Frau mit einem Kind auf dem Arm fand keinen Platz. Als Fahrer bot ich ihr meinen Platz an. Die Frau: "Dann können wir doch nicht fahren." -Ja, sagte ich, wir fahren erst, wenn sie einen Sitzplatz haben. Das hat funktioniert.
Es passierte noch etwas, ein Fahrgast beschwerte sich beim Chef, dass ich nicht weiterfahren wollte. Die Beschwerde war für den Anrufer ein Fehlschuss, der Chef lobte mich für mein Verhalten.
Soviel zur Mentalität einiger deutscher Fahrgäste verglichen mit der russischen Mentalität.

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Re: Siegesparade Moskau 2021 [teilweise gelöscht]

Beitrag von kamensky » Mittwoch 12. Mai 2021, 11:50

Bobsie hat geschrieben:
Mittwoch 12. Mai 2021, 10:43
saransk hat geschrieben:
Mittwoch 12. Mai 2021, 10:14
Stieg ich mit einem oder beiden Kindern in den Trolleybus oder die Marschrutka, war imer jemand (manchmal sogar Babuschkas), die den Kindern sofort einen Sitzplatz anboten. In Deutschland nur schwer vorstellbar.
Das passierte mir als (Rentner) Buskutscher im Linienverkehr in D: Bus war voll, eine Frau mit einem Kind auf dem Arm fand keinen Platz. Als Fahrer bot ich ihr meinen Platz an. Die Frau: "Dann können wir doch nicht fahren." -Ja, sagte ich, wir fahren erst, wenn sie einen Sitzplatz haben. Das hat funktioniert.
Es passierte noch etwas, ein Fahrgast beschwerte sich beim Chef, dass ich nicht weiterfahren wollte. Die Beschwerde war für den Anrufer ein Fehlschuss, der Chef lobte mich für mein Verhalten.
Soviel zur Mentalität einiger deutscher Fahrgäste verglichen mit der russischen Mentalität.
Ich habe beide Situationen schon in RU, wie auch im Westen miterlebt. Fahre ja oft mit dem "Oeffentlichen " hier in Eburg, doch allerdings meide ich, wen immer moeglich die "Stosszeiten ". Doch ist mir hier, wie auch im Westen schon aufgefallen, dass der Respekt was das anbieten von Sitzplaetzen fuer gewisse Fahrgastgruppen (Aeltere, Schwangere, leicht Behinderte) praktisch gleich behandelt wird, Da wuerde ich nun nicht die Hand ins Feuer legen, was die Mentalitaet betrifft. Und wen ich Westen schreibe, dann bezieht sich das vorwiegend auf die CH und sueddeutschen Raum. Meine Meinung: Der Respekt haengt teilweise von der Erziehung ab und wenn eine Schar Jugendliche, oder Kinder in der Gruppe eine Kurzreise mit den "Oeffentlichen " unternehmen, dann sind sie oft abgelenkt durch das Interesse eigener Vorhaben ( meist handelt es sich um irgendwelche Spielereien am Smartphone).
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.

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Re: Siegesparade Moskau 2021 [teilweise gelöscht]

Beitrag von willi » Mittwoch 12. Mai 2021, 22:54

Bobsie, du bist mir sympathisch.

Einmal, mein Sohn sass schon, wollte mir ein Grossvater von geschätzt 80 den Platz aufdrängen. Habe ihm gesagt dass ich gern stehe, bin ja noch jung...
Antwort: Nu und? Jung bin ich auch noch :lol:

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Re: Siegesparade Moskau 2021 - Liste der besten Aussichtspunkte

Beitrag von arghmage » Mittwoch 19. Mai 2021, 01:09

Nikolaus hat geschrieben:
Mittwoch 5. Mai 2021, 09:16
Norbert hat geschrieben:
Dienstag 4. Mai 2021, 19:19
Also in Dresden gab es zwei Varianten: Gleichgültigkeit oder "die armen Schweine". Unsere Häuser waren schon grau, aber die Kasernen wurden noch bewusst grau angepinselt. Die jungen Rekruten wurden auf stinkenden Lkw mit Holzbänken rumgefahren ... da hatte man eher Mitleid als Frust. Dennoch war der Begriff "die Russen" natürlich eher negativ belegt.
Ich glaube, das trifft es ganz gut. In meinen Stadtteil verirrten sich ueberhaupt sehr selten russische Soldaten. Eigentlich Null Kontakte.
Mein Vater hatte in der 50er Jahren oft Kontakt mit den normalen Soldaten, die mußten ja oft Züge mit Kohlen etc. abladen. Da wurde dann oft Essen gegen Kohlen getauscht. Und auch damals hieß es schon "die armen Schweine".
Dann haben uns unsere "Waffenbrüder" :roll: im Wehrunterricht in der Schule und natürlich auch im Wehrlager besucht. Wegen Wehrunterricht und Wehrlager haben wohl auch viele ehemalige Ossis nicht so arge Berührungsängste mit Kindern in Uniform. War halt so, da hat man mitgekaspert.
Später dann in Lehre/Abi wurden von der DSF regelmäßig deutsch/russische Treffen organisiert. Das waren im Primnzip immer Besäufnisse in der Kneipe, dort waren allerdings weniger Soldaten, wir hatten öfters das Glück, daß dort Offiziersfrauen anwesend waren ... einige haben sich da nach 15 Bier natürlich gleich in die Damen verliebt, was durchaus problematisch sein konnte :lol:
Also alles in allem haben wir die CA nur wahrgenommen, wenn sie draußen zum Schuften waren oder wenn es organisiert war. Privat waren die quasi nie draußen zu sehen.
Mit den Amis ist es heute auch nicht viel anders. Hier in der Nähe sind Kampfhubschauber stationiert, die Soldaten sieht man fast nie, die haben aber auch ihre eigene Infrastruktur (im Gegensatz zu den Russen damals halt nur nicht die Fenster mit Zeitungspapier tapeziert).

Ach ja, zum Thema "arme Schweine" ... das haben nur wir so gesehen. Ich kenne mttlerweile viele Russen, die in der DDR gedient haben, für die war das ein Privileg, weil es direkt beim großen Bruder weit schlimmer war.

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Siegesparade Moskau 2021 - Liste der besten Aussichtspunkte

Beitrag von Tonicek » Mittwoch 19. Mai 2021, 13:06

arghmage post hat geschrieben:. . . (im Gegensatz zu den Russen damals halt nur nicht die Fenster mit Zeitungspapier tapeziert).

Ach ja . . . Ich kenne mittlerweile viele Russen, die in der DDR gedient haben, für die war das ein Privileg, weil es direkt beim großen Bruder weit schlimmer war.
Was ich nie verstanden habe: Warum hat man Zeitung an die Fensterscheiben geklebt?

Ja, ich hab' einen Bekannten in Grosny, er war in Jena / Weimar stationiert; er schwärmt heute noch von der Zeit !!

Vor 2 Jah. sandte ich ihm eine Verpfl.-Erklärung, aber das Konsulat in Krasnodar verweigerte ihm + seiner Frau das Visum.

Er war sehr traurig - wollte ich ihm doch seine alten Wirkungsstätten mal wieder zeigen . . .

Und ich war auch sehr traurig, und noch dazu war das ganze Geld, was ich vorher schon zahlte, alles weg.
Ob ich das noch mal mache, da bin ich mir nicht sicher.
Rußland ist nicht die TITANIC. Rußland ist der Eisberg! [ Gerd Ruge ]



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