Die Vergiftung von Alexey Navalny

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kamensky
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von kamensky » Dienstag 4. Mai 2021, 08:24

@ Klaus

Und weil es ja den Russen/innen wirtschaftlich so gut geht.......

https://novayagazeta.ru/articles/2021/0 ... 20%20ROMIR

...... weist die Regierung Rosstat an, die wahren Fakten und Ergebnisse auf unlautere Art und Weise.......

https://www.finanz.ru/novosti/lichnyye- ... 1030357411

...... zu kaschieren. So versucht die Regierung langjaehrig bestehende Probleme und nicht erreichte Durchbrueche zu entschuldigen. :?
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Klaus
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Klaus » Dienstag 4. Mai 2021, 11:34

kamensky hat geschrieben:
Dienstag 4. Mai 2021, 08:24
@ Klaus
...... weist die Regierung Rosstat an, die wahren Fakten und Ergebnisse auf unlautere Art und Weise
zu kaschieren. So versucht die Regierung langjaehrig bestehende Probleme und nicht erreichte Durchbrueche zu entschuldigen. :?

Das erklärte Ziel der äußeren Feinde Russlands ist seine Vernichtung.
Daher - ich bin kein Putin-Fan oder so, ich fürchte mich nur vor dem, was ohne ihn wäre oder was nach ihm kommt.

McCain hatte nicht ganz Unrecht, als er 2014 sagte: "Russland ist eine Tankstelle, getarnt als Land. Es ist Kleptokratie, es ist Korruption. Es ist eine Nation, die wirklich nur vom Öl und Gas für ihre Wirtschaft abhängig ist und so sind wirtschaftliche Sanktionen wichtig."

Das ist sieben Jahre her, und es war der Anfang eines erneuten Feldzugs gegen Russland, allerdings kein Krieg mit Waffen, sondern ein Wirtschaftskrieg.
Darum schreibe ich hier und gebe dir Kontra, weil ich Navalny und andere russische Dissidenten als Teil dieses Feldzugs begreife: Das "Cui bono" führt bei all diesen Agitatoren irgendwie immer nach Langley.


Natürlich gibt es in einem Krieg schwere Zeiten zu überwinden, und der Bevölkerung wird eine gewisse Leidensfähigkeit abverlangt.
Aber es ist offensichtlich, dass sich der Krieg seinem Ende zuneigt - und Russland steht noch.
Und es überwindet langsam seinen Status als Tankstelle, hoffentlich...


Aus deutscher Sicht denke ich, dass wir eh vor sehr schweren Zeiten stehen. Es wird wahrscheinlich zu gewaltigen Umwälzungen kommen, weil vieles einfach nicht mehr so funktioniert, wie es früher funktionierte. Momentan schütten wir die Probleme noch mit Geld zu, aber das wird nicht ewig weiter gehen.
Mein Traum ist es, das Russland und Deutschland partnerschaftlich zusammen stehen und eine Art "Bündnis der Vernunft" schließen; wir haben so viele Gemeinsamkeiten, aber auch Tragödien erlebt, dass eigentlich jede Faser in uns sich gegen die aktuelle Situation stemmen sollte. Aber stattdessen kratzen wir uns gegenseitig die Augen aus und springen genau über dieses Stöckchen, dass uns Langley da hinhält.
Eile ist des Teufels Sach', sie bringt uns Reue und Ungemach.
(aus "Tausendundeine Nacht")

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von kamensky » Dienstag 4. Mai 2021, 12:54

Klaus hat geschrieben:
Dienstag 4. Mai 2021, 11:34

Das erklärte Ziel der äußeren Feinde Russlands ist seine Vernichtung.
Daher - ich bin kein Putin-Fan oder so, ich fürchte mich nur vor dem, was ohne ihn wäre oder was nach ihm kommt.
Und dafuer unterstuetzt Du jedes rigide und repressive Vorgehen der russischen Regierung gegen ca. 1/5 der Bewohner, bei welchen es sich ja letzten Endes ebenfalls um "Russen/innen " handelt, mit einer anderen Ansicht, welcher der amtierenden Regierung missfaellt, aus welchen Gruenden auch immer und ob berechtigt, oder unberechtigt. So wie ich deine Gedanken interpretiere, wuerde ein Vorgehen, wie es der paranoide, schizophrene und ehemalige "deutsche Fuehrer " vollfuehrt hat, noetigenfalls deine Unterstuetzung erhalten, denn die momentan amtierende Regierung leidet teilweise unter denselben Erkrankungen (Schizophrenie, Paranoia) wie "Schnaeuzchen-Doelf" und dafuer (ihren Machterhalt) sind sie auch bereit, bis hin und ueber Leichen zu gehen. Diese gefaehrliche Vorgehensweise erkennt deine, durch "Scheuklappen" hindernde Ansicht leider nicht. Daraus ist zu erkennen, dass auch du eher der Sorte der "kleinen Moechtegern - Heros" angehoerst, welche in egoistischer Denkweise, Unrecht verfassungswidrig zu Recht legitimiert. Zusammenfassend sind Recht auf Leben und Respekt vor dem Leben nach deiner Denkweise eher nebensaechlich, jedoch Machterhalt um jeden Preis unverzichtbar!

Genau, wie du dir die Zukunft zwischen DE und RU wuenscht, naemlich ein freundschaftliches und respektvolles Miteinander, sollte es doch auch unter den einheimischen Buerger/innen in RU moeglich sein, im Gegenseitigen mentalen und politischen Respekt zu gedeihen, unabhaengig von Machteinfluss, oftmals von Unwahrheiten und propagandisches Machtgehabe Seitens des Establishments von und zu Moskau.
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Axel » Mittwoch 26. Mai 2021, 01:35

Neue Ermittlungen, neue Anklagepunkte. Nawalny auf ewig dazu verdammt, gesiebte Luft zu atmen ?
Anscheinend wird Nawalny nur noch durch eine Amnestie rauskommen können wie damals Chodorkowski !
https://www.spiegel.de/ausland/alexej-n ... 8bd75b069c

Ob Ingenieurin oder Metro-Fahrer, den Nawalny-Unterstützern werden die Jobs gekündigt !
https://www.mdr.de/nachrichten/welt/ost ... y-100.html
Hier kann man schon von Säuberung sprechen.

Studenten werden exmatrikuliert, weil sie für Nawalny auf die Straße gingen !
https://www.kavkaz-uzel.eu/articles/364072/
Sieht so aus, als würde Russland seine Elite zu gesteuerten Robotern und Automaten umerziehen, die analytisches und kritisches Denken unterdrücken sollen ! Na dann, viel Spaß, wer sowas heranzüchtet verspielt die Zukunft seines Landes.

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Norbert » Mittwoch 26. Mai 2021, 10:09

Axel hat geschrieben:
Mittwoch 26. Mai 2021, 01:35
Na dann, viel Spaß, wer sowas heranzüchtet verspielt die Zukunft seines Landes.
Das ist für mich immer das Problem solcher autokratischen Systeme. Es entscheiden irgendwann nicht mehr die fähigen Leute, sondern die stets unkritischen Mitläufer.

Kleine Geschichte am Rande: Meine Mutter wurde als Nachwuchskraft 1986 in Dresden in die Parteischule geschickt. Ein Jahr Sozialismus-Theorie. Nach dem Jahr war sie überzeugt, die DDR werde untergehen. Denn gefördert wurden in dieser Weiterbildung durchweg die farblosen Mitläufer. Die in einem natürliche Umfeld agierenden Persönlichkeiten mit eigenem Kopf wurden hingegen kurz gehalten. Drei Jahre später war die DDR Geschichte, erstickt an der eigenen Unfähigkeit.

Vor einigen Jahren wurde ich auf einer wissenschaftlichen Konferenz zum Thema Verkehr eingeladen. War wohl ein Versehen, dass man mich in der Eröffnungsveranstaltung eingeplant hat. Alle Redner vor mir loyale Duckmäuser. Dies war natürlich vorher klar und ich hatte lange überlegt, welche Rolle ich einnehme: Brav belangloses Zeug erzählen oder den unwissenden Ausländer darstellen, der unbedarft Probleme anspricht. Ich entschied mich für das zweite. Es war spannend, die Reaktionen zu beobachten - Publikum und Presse erwachten, während die Organisatoren immer kleiner wurden.
Mich erinnerte dies massiv an die Erzählung meiner Mutter. Es ist jedoch mehr als drei Jahre her.



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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von kamensky » Mittwoch 26. Mai 2021, 11:49

@Norbert

Sehr interessante Geschichte und die Folgen, welche deine Mutter erlebt hat. Und auch deine Entscheidung laesst sehr gut erkennen, dass du dich auch in einem fremden und politisch anders gesinnten Land nicht von deren Politknaste entmutigen laesst. Alle Achtung.

Ich sehe die momentane Situation im RU und dies nun nicht nur auf den Fall Nawalny bezogen eher mit gemischten Gefuehlen entgegen. Es kommt mir so vor, als wolle man langsam und schleichend RU in eine neue Sklaverei umwandeln. Dies kann wohl eine gewisse Zeit gut gehen, doch hinterlaesst es zuerst im Hintergrund und Anfangs mehrheitlich vereinzelte Rueckstaende ( Erinnerung) bei der Bevoelkerung. Sicherlich kann man einen Teil mit finanziellen Subventionen und sozialen Zahlungen momentan abfedern, doch diese Finanzen muessen ja zuerst auch einmal generiert werden, bevor man an Geschenke denkt und dann kommt es noch darauf an, wie die Geschenke, Subventionen usw. aufgeteilt werden unter den verschiedenen politischen Gesinnten. Der von der amtierenden Regierung gewuenschter Nationalismus ist nicht jedemanns/fraus Sache und wird und dies ist teilweise schon jetzt zu erkennen, nicht von Allen zukuenftigen Generationen mitgetragen, welche teilweise Freiheit dem Nationalismus vorziehen und letzt genannten nur noch bedingt gewichten. Deshalb waere es ratsam an die noch amtierende Regierung und Partei, vom hohen Pferde herunterzusteigen und volksnah an Konsensen und Kompromissen zu suchen bzw. zu erarbeiten. Nur so hat in meinen Augen Russland eine reelle Chance auf langzeitige Nachhaltigkeit und Wohlergehen, welche denke ich im Sinne Aller waere.
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Norbert » Mittwoch 26. Mai 2021, 12:42

Was mich wirklich sorgt: Die Frage des Nachfolgers. Man konnte ja von Medvedev halten, was man wollte, aber er hatte eine eigene Linie. Das kam nicht gut an und er wurde daher wieder ausgetauscht. Man muss ja kein Fan von Putin sein, aber es ist anzuerkennen, dass in seiner Zeit Russland wieder auf die Beine gekommen ist und seine Persönlichkeit hat daran durchaus einen Anteil. Wenn ihm nun aber so ein Retortenbeamter folgt, der keine natürliche Autorität hat sondern diese über noch mehr Druck erzeugen muss, dann macht mir das Sorgen. So etwas kann sogar im Bürgerkrieg enden, siehe Syrien.
... dass du dich auch in einem fremden und politisch anders gesinnten Land nicht von deren Politknaste entmutigen laesst. Alle Achtung.
Achtung, ich hatte natürlich auch in dieser Rolle den Ausländerbonus. Mein Vortrag war ja keine Oppositionsrede, nur etwas ehrlicher als die anderen Vorträge. Definitiv kein Grund für ernsthafte Folgen. Vor allem nicht als "dummer Ausländer, der die Regeln nicht kennt". Darauf konnten sich ja vermutlich auch die Organisatoren flüchten.

Spannend war im Anschluss eine Einladung zu einem Treff in einem Café mit einem Typen, der meinen Vortrag spannend gefunden hätte. Ich kenne die Szene der Thematik (es ging um Verkehrsprobleme) eigentlich - aber diesen Typen habe ich nie vorher und nie nachher gesehen. Der kam aus dem Nichts und verschwand ins Nichts. Das Gespräch war auch ziemlich belanglos, aber ganz offensichtlich war der Auftrag herauszufinden: Was will dieser Ausländer? Will er mitreden um sich Aufträge an Land zu ziehen? Will er Unruhe stiften? Beides war nicht der Fall, ich finde das Thema einfach spannend.

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von kamensky » Mittwoch 26. Mai 2021, 20:37

3 deutsche NGOs die neu in RU als unerwuenscht anerkannt wurden.

https://novayagazeta.ru/articles/2021/0 ... i-v-rossii
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von lausi » Mittwoch 26. Mai 2021, 23:56

kamensky hat geschrieben:
Mittwoch 26. Mai 2021, 20:37
3 deutsche NGOs die neu in RU als unerwuenscht anerkannt wurden.
https://novayagazeta.ru/articles/2021/0 ... i-v-rossii
Ich habe nur mal nach der ersten "NGO" gesucht und gefunden, dass sie z.B. vom deutschen Außenministerium "unterstützt" werden.
Wieso nennen die sich eigentlich Nicht-Regierungsorganisation?
Andere Quelle.
Würde mich nicht wundern, wenn bei den Mäzenen auch noch die Open Society auftaucht...

Es sind nicht die Maßstäbe, die mich ankotzen, es sind die doppelten Maßstäbe .
“Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!”
- Immanuel Kant

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von paramecium » Donnerstag 27. Mai 2021, 00:40

lausi hat geschrieben:
Mittwoch 26. Mai 2021, 23:56
kamensky hat geschrieben:
Mittwoch 26. Mai 2021, 20:37
3 deutsche NGOs die neu in RU als unerwuenscht anerkannt wurden.
https://novayagazeta.ru/articles/2021/0 ... i-v-rossii
Ich habe nur mal nach der ersten "NGO" gesucht und gefunden, dass sie z.B. vom deutschen Außenministerium "unterstützt" werden.
Wieso nennen die sich eigentlich Nicht-Regierungsorganisation?
Andere Quelle.
Würde mich nicht wundern, wenn bei den Mäzenen auch noch die Open Society auftaucht...

Es sind nicht die Maßstäbe, die mich ankotzen, es sind die doppelten Maßstäbe .
Seit wann dürfen NGOs neben Spenden nicht auch transparent staatliche Zuwendungen erhalten? Das ist doch sogar die Regel von der Berliner Kältehilfe, über Ärzte ohne Grenzen bis zum WWF oder dem pro-russischen Deutsch-Russischen Forum. Was meinst du mit dem Link zu RT? Das ist keine NGO, da es weder ein nicht vom Staat organisierter Interessensverband ist (das beinhaltet auch zumindest teilweises ehrenamtliches Engagement) noch demokratische Struktur hat (Vorsitzender wird von Mitgliedern gewählt). Hier wäre der Vergleich mit der Deutschen Welle angebrachter.



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