Die Vergiftung von Alexey Navalny

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Axel
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Axel » Mittwoch 26. August 2020, 15:23

Schade, dass das ganze mittlerweile Richtung Trolling abdriftet.
Auch von mir meine letzter Beitrag hier.

Navalnys Chancen auf Asyl in Deutschland stehen gut:
https://www.bild.de/politik/ausland/pol ... .bild.html



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Norbert
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Norbert » Mittwoch 26. August 2020, 15:34

Wladimir30 hat geschrieben:
Mittwoch 26. August 2020, 14:36
Kneifen und dem Opponenten das Feld kampflos zu überlassen ist nicht richtig.
Aber es gibt Thesen, da vergeht mir die Lust zum Diskutieren.

Es gibt einfach Thesen, da habe ich keine Lust drauf. Wenn mir jemand die "Notwendigkeit von Aluhüten gegenüber Chemtrails" erläutert, dann ist mir meine Energie zu schade. Oder wenn mir ein Taxifahrer erklärt - mehrfach geschehen -, dass man den Deutschen für den Genozid an den Juden unter Hitler dankbar sein sollte, dann sage ich nur noch, dass ich anderer Meinung bin und breche ab. Weil die Denkweisen dieser Menschen sind so extrem weit von meinen Ideen entfernt, dass ich meine Energie gern sinnvoller verwenden möchte. Ich werde weder den Aluhut noch den Taxifahrer vom Gegenteil auch nur ansatzweise überzeugen können.
Axel hat geschrieben:
Mittwoch 26. August 2020, 15:23
Navalnys Chancen auf Asyl in Deutschland stehen gut:
https://www.bild.de/politik/ausland/pol ... .bild.html
Ganz klar. Auch sein Wahlkampfleiter Wolkow bewegt sich ja ohne jede Vergiftung völlig frei in der EU. Genauso wie Snowden in Moskau. Das ist aber letztlich völlig normal und gehört zum politischen Spiel. Schade daran ist einzig, dass Snowdon kein politisches Asyl in Deutschland bekommt.

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Berlino10 » Mittwoch 26. August 2020, 16:21

Wladimir30 hat geschrieben:
Mittwoch 26. August 2020, 14:36
Kneifen und dem Opponenten das Feld kampflos zu überlassen ist nicht richtig. ...
Das Problem ist für mich, ich bin nicht in der Lage, solche "Beiträge" emotionslos an mir vorbeiziehen zu lassen.
Dann würde ich, wie früher, wieder so reagieren, dass ich diese etwa als verbrecherische Goebbels-Propaganda eines aufgehetzten, folgsamen HJlers abtue ... aber ich will dahin nicht zurückfallen, ich will mich auch nicht wegen Politischer Diskussionen so unnötig aufregen ...
Wir alle wissen, dass Vergleiche mit Hitler auf den kriegerischen Massenmord, u.a. an 20 Mio Russen, und auf die systematische Vernichtung der Juden abstellen, und nicht auf dessen Eigenschaften als Schäferhundbesitzers.

Ich schätze, Axel und ich u.a. haben eine nahezu maximal divergierende Position. Dennoch war es bisher eine konstruktive Diskussion. Gerne hätte ich ihm für seine mühevolle Ausarbeitung den angemessenen Respekt einer Antwort gegeben:
Ja, auch ich bin der Meinung, dass der Kreml, die rus. Regierung für mafiöse Zustände in RUS die Verantwortung trägt. Dabei muss man unterscheiden, ob der Kreml
1) direkt die Anweisungen für Morde und Repressionen gibt
2) bewusst Geheimdienst-, Sicherheitskräfte unterhält, die den Freibrief für solche Verbrechen haben
3) nicht genug gegen mafiöse, korrupte 90er-Jahre-Strukturen in der wirtschaftlichen und politischen Führung RUS unternimmt
Ich denke und hoffe sehr, dass wir uns in Stufe 3) befinden; sonst können wir nur auf Ablösung warten und hoffen

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Wladimir30 » Mittwoch 26. August 2020, 18:19

Berlino, ich würde es sehr begrüßen, Deine Ausführungen zu lesen. Insbesondere Deine Darstellung Deiner Meinung zu Axels Position fand ich gelungen. Ja, seine Meinung ist auch aus meiner Sicht manchmal schwer zu verdauen, aber er bleibt sachlich und bemüht sich, seine Position zu untermauern. Dass er mich für einen Diktatorenversteher hält, und die gerade genannte Sachlichkeit etwas abhanden geht, ja mei, ist halt so.

Deshalb, Berlino, wir (so hoffe ich), freuen uns auf Deine Ausführungen.

Zu Hitler, ja, lassen wir es auf sich beruhen. Die Aussage ist angekommen, damit sollte es gut sein. Wir sollten der Person und seinem Namen keine weitere Aufmerksamkeit schenken.
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von freqtrav » Mittwoch 26. August 2020, 19:00

Die Tatsache, dass hier einige User Präsident Putin beleidigen können und dürfen (was ich im übrigen vom Tonfall als auch vom Inhalt rundherum ablehne) und diese scheinbar auch noch in Russland wohnen, spricht eher dafür, dass in Russland deutlich mehr Meinungsfreiheit herrscht als Deutschland. Sonst wäre ja wohl schon der FSB an die Türe gekommen. In DE kann man in sozialen Netzwerken jedenfalls so etwas nicht (mehr) machen. Nicht einmal mehr bei fremden Staatsoberhäuptern. Kenne Fälle, die zumindest gerichtliche Nachspiele hatten oder die Polizei klingelte.
Zuletzt geändert von freqtrav am Mittwoch 26. August 2020, 19:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von kamensky » Mittwoch 26. August 2020, 19:01

Wladimir30 hat geschrieben:
Mittwoch 26. August 2020, 18:19

Zu Hitler, ja, lassen wir es auf sich beruhen. Die Aussage ist angekommen, damit sollte es gut sein. Wir sollten der Person und seinem Namen keine weitere Aufmerksamkeit schenken.
Brauchst du bzw. ihr auch nicht! Wichtig ist, dass ich euch Allen Beweis geliefert habe.

Und klar ein Eingestaendnis von einem Putin verliebten Moderator ware fuer mich sowieso nicht glaubwuerdig, In europaeischen Regionen nennt sich ein solches Verhalten "Braune Zunge "!
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Norbert » Mittwoch 26. August 2020, 19:17

freqtrav hat geschrieben:
Mittwoch 26. August 2020, 19:00
Die Tatsache, dass hier einige User Präsident Putin beleidigen können und dürfen (was ich im übrigen vom Tonfall als auch vom Inhalt rundherum ablehne) und diese scheinbar auch noch in Russland wohnen, spricht eher dafür, dass in Russland deutlich mehr Meinungsfreiheit herrscht als Deutschland. Sonst wäre ja wohl schon der FSB an die Türe gekommen. In DE kann man in sozialen Netzwerken jedenfalls so etwas nicht (mehr) machen. Nicht einmal mehr bei fremden Staatsoberhäuptern. Kenne Fälle, die zumindest gerichtliche Nachspiele hatten oder die Polizei klingelte.
Diese Fälle gibt es in Russland auch zur Genüge und dafür haben in einigen Fällen sogar viel harmlosere Formulierungen ausgereicht.

Die Frage ist - übrigens auch in Deutschland - immer, welche Wirkung die Beleidigung hat. Ich kann in beiden Ländern mein Fenster aufmachen und laut schreien: "Herr Putin / Frau Merkel ist ... [irgendetwas richtig derb Beleidigendes]". Vermutlich wird nichts passieren. Wenn es aber zufällig im Fernsehen gesendet wird, findet sich garantiert hier wie da jemand, der mich dafür anzeigt. In beiden Ländern wird dann die Polizei antanzen und die Probleme in Russland werden vermutlich etwas gravierender als ein paar Tagessätze wie in Deutschland.

Auch das von Dir genannte Posting könnte durchaus solche Folgen haben, würde es jemand zur Anzeige bringen. Nur macht sich niemand im Forum die Mühe, deswegen bei den russischen Ermittlungsbehörden eine Anzeige zu machen. Und auch wenn Herr Putin Deutsch kann, so wird er wohl kaum im Forum mitlesen und schauen, dass ihn hier niemand beleidigt. Als nichtrussischsprachiges Forum kann man auch kaum eine Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden herleiten, die eine ständige Überwachung durch radikale Putin-Freunde rechtfertigen würde.

Übrigens gibt es auch ganz andere Beispiele: Ein Freund hatte sich aus wissenschaftlichem Interesse irgendein indiziertes Buch über Filesharing heruntergeladen und nicht sofort gelöscht. Damit war er kurzzeitig auch Anbieter dieses Buches. Er bekam dafür in kürzester Zeit eine Vorladung vom FSB! (Ging aber final gut aus, da er glaubhaft darstellen konnte, dass er kein Anhänger der Inhalte des Buches ist und es nur aus technischer Unwissenheit verbreitet hat.)

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Wladimir30 » Mittwoch 26. August 2020, 20:38

kamensky hat geschrieben:
Mittwoch 26. August 2020, 19:01
ein Eingestaendnis von einem Putin verliebten Moderator ware fuer mich sowieso nicht glaubwuerdig, In europaeischen Regionen nennt sich ein solches Verhalten "Braune Zunge "!
Falls ich mit dem "Putin verliebt" gemeint sein sollte, nun, tun wir solch ein Blech ebenfalls als "unbewiesene Meinungsfreiheit" ab.

Sollte mir allerdings eine braune Zunge unterstellt werden, bitte ich, von dieser Bemerkung Abstand zu nehmen!
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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von kamensky » Mittwoch 26. August 2020, 20:57

Wladimir30 hat geschrieben:
Mittwoch 26. August 2020, 20:38


Sollte mir allerdings eine braune Zunge unterstellt werden, bitte ich, von dieser Bemerkung Abstand zu nehmen!
Dann nennen wir es eben, eine "gedanklich zweigleisige" Persoenlichkeit.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.

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Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny

Beitrag von Norbert » Mittwoch 26. August 2020, 21:11

kamensky, Du machst denselben Fehler, wie viele Putin-Kritiker: Nur, weil jemand aufzeigt, welche Aspekte von Putins Politik durch die russischen Bevölkerung honoriert werden und somit zu einem gewissen Rückhalt führen, ist er noch lange nicht in Putin verliebt.

Genau daher kommt auch der eigenartige Effekt, dass "Verstehen" inzwischen zu einem Schimpfwort geworden ist - was absurd ist. Denn wenn ich meinen Gegner nicht mehr verstehen will, werde ich auch nie eine Lösung finden, ihn effektiv zu bekämpfen.

Nur von der Einbildung, ganz Russland wäre gegen Putin, wird er nicht verschwinden. Vielmehr muss man verstehen, warum der Rückhalt in der breiten Masse eben im Zweifelsfall doch höher ist, als es uns westlich sozialisierten Menschen logisch erscheint.

Die letzten Wochen haben mir wieder viele Menschen bestätigt: "Klar finden wir die Verfassungsänderung eine richtige Verarschung. Und finden Putin eigentlich schon längst über den Zenit. Aber vermutlich werden wir dennoch wieder für ihn stimmen." Logisch finde ich das nicht, deswegen versuche ich, es irgendwie zu verstehen. Nur zu sagen: "Kann ja gar nicht sein!" ist zu einfach.



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