AfD nur für Dumme? - Bezug zu Russlanddeutschen

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Re: AfD nur für Dumme? - Bezug zu Russlanddeutschen

Beitrag von Jenenser » Mittwoch 27. September 2017, 18:03

Berlino10 hat geschrieben: Und in einer tatsächlich funktionierenden Demokratie wäre die AfD obsolet: Eine Gesellschaft in der Planungssicherheit und soziale wie auch wirtschaftliche Gerechtigkeit vorherrscht ist weitestgehend immun gegen Sündenbock-Strategien aus der Politik.
In der Deutschen Demokratischen Republik, in der ich einst aufwuchs, galten solche Argumente, von denen die Regierenden völlig überzeugt waren, als Ausdruck der Widerstandsfähigkeit gegen jegliche Opposition außerhalb der eigenen Reihen, die dann in der Konsequenz logischerweise keine Existenzberechtigung hatte...

Zum Thema AfD würde ich mich dieser Meinung anschließen, heute veröffentlicht bei sputnik:
https://de.sputniknews.com/politik/2017 ... folg-buch/
Wladimir30 hat geschrieben:
(Na gut, bei Schirinowski war ich mir da nicht so sicher, aber das fällt vielleicht schon unter Altersdemenz)
Man darf sich nicht von seiner Art blenden lassen. Ein hochintelligenter Mann, der genau weiß, was er wem wann sagen darf, soll, muss. Er hat seine Nische gefunden und besetzt sie konsequent. Ich schau mir gerne Diskussionen mit ihm an...
Wenn es die Zeit hergibt, natürlich, mit Vergnügen! Von seinen Diskussionspartnern erhält er jedoch oft mitleidige Blicke. Sein Diskussionsstil, nicht unbedingt der Inhalt seiner Ausführungen, sorgen zusätzlich noch für Erheiterung. Wenngleich er oft Unbequemes anspricht und auch ein gutes Erinnerungsvermögen in Bezug auf Geschichte hat, kann ich ihn nicht immer ernst nehmen…

Dem Einzug der AfD in Berlin steht er übrigens positiv gegenüber. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass in den russischen Medien sich jetzt nach der Bundestagswahl mit dem Phänomen AfD intensiver auseinander gesetzt wird. Das Interesse liegt dabei vor allem bei den Fragen, wie steht es mit der Anerkennung der Krim und den Sanktionen.

Bei der Sendung 60 минут, an der Wladimir Wolfowitsch auch teilnahm, gab es vorgestern ein bisschen Aufklärung zur Wahl. Der aus Berlin zugeschaltete deutsche Osteuropa-Historiker Alexander Rahr malte in der Sendung für die russischen Zuschauer noch ein negatives Bild von einem möglicherweise grünen Außenminister in einer neuen deutschen Regierung…



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Re: AfD nur für Dumme? - Bezug zu Russlanddeutschen

Beitrag von Norbert » Mittwoch 27. September 2017, 18:57

Also ganz so ungefährlich sehe ich die AfD keinesfalls. Wenn man sich die Zitate etlicher Würdenträger anhört, so träumen sie schon von polnischen oder ungarischen Verhältnissen. Und das macht mir dann ehrlich Sorgen. Auch, wenn man sich die Wortwahl von Abgeordneten wie Stephan Brandner im Thüringer Landtag anhört (neu im Bundestag), so wäre ich vorsichtig, die AfD nur als rechte Strömung der CDU einzuordnen.

Mit anderen Worten: Die Sorgen der Leute muss man ernster nehmen, aber das Personal der AfD sollte man nicht verharmlosen.

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Re: AfD nur für Dumme? - Bezug zu Russlanddeutschen

Beitrag von lausi » Mittwoch 27. September 2017, 19:10

Norbert hat geschrieben:Also ganz so ungefährlich sehe ich die AfD keinesfalls. Wenn man sich die Zitate etlicher Würdenträger anhört, so träumen sie schon von polnischen oder ungarischen Verhältnissen. Und das macht mir dann ehrlich Sorgen.
Die polnischen/ungarischen Verhältnisse würden mir weniger Sorgen machen als eine grüne Außenministerin Harms oder Göring-Eckardt.
Vieles was z.B. von deutschen Leitmedien an Polen kritisiert wird, haben wir in Deutschland schon lange. Ob es um die Auswahl von Richtern geht oder um die Freiheit der Medien, es werden wieder mal doppelte Standards angelegt.
Auch der Rückhalt Orbans in der ungarischen Bevölkerung ist um vieles größer, als in den deutschen Leitmedien berichtet wird.
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Re: AfD nur für Dumme? - Bezug zu Russlanddeutschen

Beitrag von Norbert » Mittwoch 27. September 2017, 19:56

Den Rückhalt für Orban bezweifle ich nicht. Er hat es exzellent geschafft, die Demokratie so zu nutzen, dass die einfachen Bevölkerungskreise nun den Takt angeben. Ist legitim, aber die Folgen machen mir dennoch Sorgen.

Aber mir sind offene Länder einfach lieber, als die aktuelle Tendenz in der Welt, wo alle meinen "Ungarn/Polen/Amerika/Russland/Türkei muss wieder stark werden und nur wenn wir uns auf unsere Werte besinnen, wird das gelingen". Andersdenkende beschränken oder gar einsperren, Presse beschneiden, Richter auswechseln und so weiter. Leider träumen viele in der AfD genau davon. Und das macht mir Sorgen.

Zum Vergleich: Der Dresdner AfD-Richter wird nicht ausgewechselt, obwohl seine Meinung ganz und gar nicht zum Mainstream passt. Und allgemein kann man der sächsischen Justiz ja nun wirklich nicht vorwerfen, auch nur ansatzweise links zu sein.

Die Medien in Deutschland sind frei, schau Dir das Sat1-Frühstücksfernsehen an, lies die Freiheit, etc. Selbst bei ARD und ZDF drehte es sich im Wahlkampf alles nur noch um die Themen der AfD. Und ja, die Leitlinie eines Mediums darf auch in Deutschland der Inhaber festlegen. (Deswegen ist der Report aus München eher konservativ, während Monitor aus NRW traditionell links war.) Aber es gibt eben kein Gesetz in Deutschland, dass irgendwem die Gründung eines journalistischen Mediums verbietet - und das ist der große Unterschied!

(Und ich halte auch die Löschpläne für Facebook für fatal. Denn damit schafft man Möglichkeiten, über welche sich irgendwann einmal eine andere Regierung mächtig freuen kann.)

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Re: AfD nur für Dumme? - Bezug zu Russlanddeutschen

Beitrag von lausi » Mittwoch 27. September 2017, 21:04

Norbert hat geschrieben: Die Medien in Deutschland sind frei, schau Dir das Sat1-Frühstücksfernsehen an, lies die Freiheit, etc. Selbst bei ARD und ZDF drehte es sich im Wahlkampf alles nur noch um die Themen der AfD. Und ja, die Leitlinie eines Mediums darf auch in Deutschland der Inhaber festlegen. (Deswegen ist der Report aus München eher konservativ, während Monitor aus NRW traditionell links war.) Aber es gibt eben kein Gesetz in Deutschland, dass irgendwem die Gründung eines journalistischen Mediums verbietet - und das ist der große Unterschied!
Beim Frühstücksfernsehen kann ich nicht mitreden, ich sehe mir schon seit Jahren keine privaten TV-Sender an.
Bei ARD/ZDF mag sich vor der Wahl zwar viel um die AfD gedreht haben, aber nur in dem Sinne, sie als unwählbare Nazis zu klassifizieren.
Auch sonst sind nach meiner Beobachtung die politischen Magazine inzwischen auf einer einheitlichen inhaltlichen Linie, die Unterscheidung rechts/links greift nicht mehr. Sehr zu empfehlen dazu z.B Jens Wernicke. Von Freiheit der (Leit-)Medien kann keine Rede sein. Es braucht gar keine Verbote, die "Journalisten" disziplinieren sich aufgrund prekärer Arbeitsverhältnisse und Druck durch Herausgeber von allein.

Bis zum Verbot von journalistischen Medien, die gegen die Linie schreiben, ist es mMn nur eine Frage der Zeit.
Die Grundlagen wurden ja von der alten Bundesregierung bei Nacht und Nebel im Bundestag durchgeboxt.
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Re: AfD nur für Dumme? - Bezug zu Russlanddeutschen

Beitrag von Berlino10 » Donnerstag 28. September 2017, 05:20

Norbert hat geschrieben: Die Medien in Deutschland sind frei, schau Dir das Sat1-Frühstücksfernsehen an, lies die Freiheit, etc. Selbst bei ARD und ZDF drehte es sich im Wahlkampf alles nur noch um die Themen der AfD. Und ja, die Leitlinie eines Mediums darf auch in Deutschland der Inhaber festlegen. (Deswegen ist der Report aus München eher konservativ, während Monitor aus NRW traditionell links war.) Aber es gibt eben kein Gesetz in Deutschland, dass irgendwem die Gründung eines journalistischen Mediums verbietet - und das ist der große Unterschied!
Das Hohelied auf angebliche Pressefreiheit in DEU würde ich keinesfalls mehr singen. Deine Äusserungen halte ich für mehr als naiv bis lächerlich. Zur Beschneidung der Pressefreiheit braucht es keine Gesetze:



95% der in DEU verkauften Tageszeitungen gehören denselben 5 Medienkonzernen ... alle naturgemäß auf derselben Linie.

Und das Staatsfernsehen?

Ukraine. NDR-Bericht:
Deutsche werden durch Medien manipuliert: ZAPP-Bericht im NDR belegt die Einseitigkeit und Manipulation der deutschen Bevölkerung durch die hiesigen Medien im Ukraine-Konflikt. Chefredakteur ARD-Aktuell mit selbstentlarvender Scheinheiligkeit und Doppelmoral (Anti-Maidan?).
Ein Großteil der deutschen Mediennutzer vertraut der Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt wenig bis gar nicht: Eine repräsentative Umfrage ergibt alarmierende Zahlen.
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/z ... ik100.html

Wolfgang Herles, ZDF
Und es gibt tatsächlich – das muss ich an dieser Stelle doch nochmal sagen, weil es ja in der öffentlichen Diskussion ist – Anweisungen von oben. Auch im ZDF sagt der Chefredakteur: Freunde, wir müssen so berichten, dass es Europa und dem Gemeinwohl dient. Und da braucht er in Klammern gar nicht mehr dazusagen: Wie es der Frau Merkel gefällt. Solche Anweisungen gibt es und gab es auch zu meiner Zeit. Es gab eine schriftliche Anweisung, dass das ZDF der Herstellung der Einheit Deutschlands zu dienen habe. Und das ist was anderes, als zu berichten, was ist.
Eigentlich sollte die „heute-Show“ Satire bleiben und die Tagesschau Journalismus. Aber da die Tagesschau nicht gut ist, sollte man sich lieber die „heute-Show“ anschauen. Wir haben Zeiten, in denen die Satire den Job des Journalisten übernehmen muss. Wer sich zum Beispiel „Die Anstalt“ anschaut, der bekommt dort schon Dinge erklärt, die er in den Mainstream-Medien nicht erklärt bekommt.
Christine Prayon alias Birte Schneider, heute show, zur Jornalismus-Funktion des Kabaretts: | www.tagesspiegel.de

ZDF-Nahost-Korrespondent Ulrich Tilgner zweifelt an den journalistischen Methoden des Mainzer Senders. Mit Schröder habe der eingebettete Journalismus in Deutschland begonnen.
Er schildert die Versuche der "Bevormundung" durch Militärs und Politiker: "Gezielte Indiskretionen, Falschmeldungen, Propagandakonstrukte". Wohin der Blick des 60 Jahre alten Journalisten auch schweift, überall droht Medien die Gefahr, durch Mächtige manipuliert zu werden.
die öffentlich-rechtlichen Medien seien „angewiesen, pro Regierung zu berichten
Das System funktioniert von oben nach unten. Chefredaktionen oder Studioleitungen sorgen dafür, dass zu kritische Berichte gar nicht erst gesendet werden. WDR-Journalistin Claudia Zimmermann für Schlagzeilen. In einer niederländischen Radiosendung erklärte sie mitten während der Flüchtlingskrise, die öffentlich-rechtlichen Medien seien „angewiesen, pro Regierung zu berichten“.

Der ehemalige SPIEGEL.TV Journalist Harald Schumann: (u.a. "Staatsgeheimnis Bankrettung" Arte TV)
Innere Pressefreiheit ist keineswegs überall gegeben Es kommt immer noch vor, daß Kollegen, die hervorragend recherchieren … nicht das schreiben dürfen und können, was der Wahrheit entspricht, sondern es wird zurecht gebogen, klein gemacht und zurecht gekürzt, wenn es den jeweiligen Gesinnungen, Absichten und Interessen ihrer Vorgesetzten nicht entspricht.

Gefälschte Fotos und gefälschte Zitate sind gang und gebe.

Es gibt politische und wirtschaftliche Interessen von Chefredakteuren und Verlegern die von oben nach unten durchgestellt werden. Journalisten werden gezwungen sich diesen zu beugen.

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Re: AfD nur für Dumme? - Bezug zu Russlanddeutschen

Beitrag von Norbert » Donnerstag 28. September 2017, 07:51

Berlino, bitte beachte den Unterschied aus gesetzlicher Begrenzung und Begrenzung durch Vorgesetzte/Herausgeber!

Wenn Dir der "Spiegel" nicht gefällt, dann kannst Du in Deutschland die "Junge Freiheit" oder die "Junge Welt" kaufen. Die zur Prime-Time gesendete Satire der "Anstalt" (ZDF!) zum Thema Ukraine wurde selbst in Russland gefeiert. Medienunternehmen dürfen in Deutschland auch einem ausländischen Unternehmen gehören. In Ungarn sind diese Möglichkeiten inzwischen beschränkt! Selbst Hochschulen dürfen nicht mehr ausländischen Inhabern gehören.

Und sorry, Politiker, die solche Ideen haben, finde ich gefährlicher als einen grünen Außenminister, der bei zu viel Unfug abgewählt wird.

(Dass ich die Internetzensur für falsch finde, habe ich schon begründet. Allein, weil sie in den falschen Händen noch mehr Schaden anrichten kann, als so schon.)

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Re: AfD nur für Dumme? - Bezug zu Russlanddeutschen

Beitrag von m5bere2 » Donnerstag 28. September 2017, 09:36

Norbert hat geschrieben:Aber es gibt eben kein Gesetz in Deutschland, dass irgendwem die Gründung eines journalistischen Mediums verbietet - und das ist der große Unterschied!
So ein Gesetz braucht ja auch keiner ... wenn das Medium unangenehme Sachen schreibt, dann kriegt das halt nie wieder ein Interview mit der Bundeskanzlerin. So wie die Duellfragen vorher beschnitten wurden, sonst wäre Angela ja nicht gekommen. Klar, es ist auch ihr Recht, zu reden, mit wem sie will.

Aber gleichzeitig sich über ausgewählte Fragen bei der прямая линия beschweren? Die прямая линия scheint mir einiges kritischer zu sein als jedes Merkel-Interview! :lol:

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Re: AfD nur für Dumme? - Bezug zu Russlanddeutschen

Beitrag von Berlino10 » Donnerstag 28. September 2017, 12:28

Norbert hat geschrieben:Berlino, bitte beachte den Unterschied aus gesetzlicher Begrenzung und Begrenzung durch Vorgesetzte/Herausgeber!

Wenn Dir der "Spiegel" nicht gefällt, dann kannst Du in Deutschland die "Junge Freiheit" oder die "Junge Welt" kaufen. Die zur Prime-Time gesendete Satire der "Anstalt" (ZDF!) zum Thema Ukraine wurde selbst in Russland gefeiert. ...
Und? Das sehen 1,5 Mio einmal, während Dutzende Millionen andere die Propaganda der tagesschau & Co zur wirklichen Prime-Time bekommen - täglich. Wer bereits kritisch ist, wer will, kann auch in RUS solche Feigenblätter, kritische Berichte finden.

Auch wenn es sie gesetzlich, theoretisch gibt, gibt es noch lange keine faktische Pressefreiheit oder gar -vielfalt. In DEU nicht mehr.
Das mag immer noch nicht so schlimm sein, wie gesetzliche Begrenzung... im Ergebnis besteht aber kaum ein Unterschied.
Auch das Staatsfernsehen in RUS wird ja durch Vorgesetzte/Herausgeber systemisch gelenkt und nicht per Gesetz.
Und in DEU gilt das heute eben auch : du bekommst nur Aufträge, wenn du dich an den transatlantischen, neoliberalen Mainstream hälst.

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Re: AfD nur für Dumme? - Bezug zu Russlanddeutschen

Beitrag von saransk » Donnerstag 28. September 2017, 13:46

Berlino10 hat geschrieben:Und? Das sehen 1,5 Mio einmal, während Dutzende Millionen andere die Propaganda der tagesschau & Co zur wirklichen Prime-Time bekommen - täglich. Wer bereits kritisch ist, wer will, kann auch in RUS solche Feigenblätter, kritische Berichte finden. Auch wenn es sie gesetzlich, theoretisch gibt, gibt es noch lange keine faktische Pressefreiheit oder gar -vielfalt. In DEU nicht mehr.
Das Problem sind ja nicht die Kritischen. Die wählen ihre Informationsquellen ja bewusst aus, und suchen auch nach konträren Meinungen. Wobei es mir bisher nicht immer gelungen ist, in Saransk auch einmal eine Nowaja Gazeta zu ergattern. Oft werde ich dann schon wie ein Staatsfeind angeschaut.
Viel schlimmer sind doch diese, welche nur einen Sender auf dem Schirm haben bzw. nur ein Medium konsumieren (bewußt oder weil es nur noch diese eine Informationsquelle zu empfangen gibt). Damals haben wir immer vom typischen Bild-Leser gesprochen. Da ist die Tagesschau aber immer noch um Welten besser als die Sat1 oder RTL-Nachrichten. denn es gehört m.M. nach nicht in die Nachrichten(auch nicht in die russischen) welcher C-Promi mit welchem D-Promi was hat, oder ob eine Prinzessin xy ein schwangeres Karnickel adoptiert.

Besonders auffällig ist dies leider, ich hatte das hier schon einmal erwähnt, bei vielen Russlanddeutschen. Diese (etwa 20 mir bekannte Familien)ignorieren deutsche Medien doch komplett, und es läuft jeden Tag nur der "Perverse-Kanal". Das dort gesagte,auch die Schmuddelein von Kisseljow in dessen Kommentaren, wird dann als alleinige Wahrheit wahrgenommen, weil (wie man mir mal zu verstehen gab) Russen niemals lügen. So etwas gäbe es nur in Gayropa.

In letzter Zeit ist als Medienquelle bei vielen dann auch noch Odnoklassniki oder auch VK hinzugekommen. Wo Putin auch registriert ist, wird bestimmt die Wahrheit gesagt.
Zuletzt geändert von saransk am Donnerstag 28. September 2017, 15:05, insgesamt 1-mal geändert.



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