Deutschlands historische Verantwortung- Israel und Russland

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Deutschlands historische Verantwortung- Israel und Russland

Beitrag von Sachse007 » Montag 8. Dezember 2014, 20:33

Auf Grund der Schuld, welche Deutschland in Form des Holocausts auf sich geladen hat, ist die Sicherheit Israels in Deutschland Statsraison. Dies betrifft auch das Vermeiden jeglicher Kritik ungeachtet irgendwelcher wie auch immer gearteten Menschenrechtsverletzungen seitens Israels. Aber was ist mit Russland? Auch dort wurde ein systematischer Vernichtungsfeldzug durchgeführt mit dem Ziel, möglichst viele Menschen zu töten (auch wenn davon im Westen Deutschlands nichts bzw. kaum etwas bekannt ist und viele immer noch denken, dass die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg die höchsten Opferzahlen hatten). Bitte versteht mich jetzt nicht falsch, Kritik an Russland kann und muß erlaubt sein, aber sollte nicht gerade Deutschland im jetzigen Konflkt eine andere Rolle einnehmen, als es das jetzt tut, allein aus historischen Gründen? Meine Kollegen verstehen Deutschland nicht mehr (jedenfalls das Handeln unserer Regierung).



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Re: Deutschlands historische Verantwortung- Israel und Russl

Beitrag von fugen » Montag 8. Dezember 2014, 20:44

Das Ziel von Nazi-Deutschland war die Versklavung, nicht das auslöschen! Kleiner aber feiner Unterschied.

Interessante Frage!

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Re: Deutschlands historische Verantwortung- Israel und Russl

Beitrag von Sachse007 » Montag 8. Dezember 2014, 21:48

In Westeuropa mag das stimmen, aber sowohl gegen die Juden als auch gegen die damalige Sowjetunion hier das Ziel Vernichtung

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Re: Deutschlands historische Verantwortung- Israel und Russl

Beitrag von fugen » Montag 8. Dezember 2014, 22:51

Ich will da jetzt keine Grundsatzdiskussion starten aber da liegst du falsch

http://www.balsi.de/Weltkrieg/Verlauf/R ... ssland.htm

Ich weiß jetzt nicht wie verlässlich, hab es nur schnell gegooglt, diese Quelle ist aber dort ist es auch vermerkt.
Und zwar wollte das nazi-Deutschland die russische Bevölkerung als Sklaven "behalten", weil die Menschen als sehr belastbar angesehen werden.

Ich glaube da liegt auch der Haase im Pfeffer.
Ich kann mich natürlich auch täuschen aber manchmal kommt dieser Unterton, rechthaberisch behlerend etc., bei richtigen "ariern" noch durch.
Deswegen, so meine Vermutung, interessiert es Eingebens Deutschland in Russland angerichtet hat.

Ein Bekannter sagte mal etwas treffendes, hätte nie geglaubt dass ich ihm zustimmen würde.

Eine Kontroverse Aussage und Mann muss sie wirken lassen ;-)

Deutschland bedauert nicht den Krieg der von ihrem Boden ausging, sondern die Niederlage die man erlitten hat!

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Re: Deutschlands historische Verantwortung- Israel und Russl

Beitrag von Jochen » Montag 8. Dezember 2014, 22:56

fugen hat geschrieben:Das Ziel von Nazi-Deutschland war die Versklavung, nicht das auslöschen! Kleiner aber feiner Unterschied.
Irrtum. Ziel war Versklavung, Ausrottung und anschliessende Neubesiedlung mit deutschen Wehrbauern. Siehe Generalplan Ost.

Irrtum ist auch, dass alle Welt denkt, dass die Amis die meisten Opfer hatten.
Plenken ist eine seltsame Sache . Es machen seltsame Leute , die große Angst haben , dass ihre Satzzeichen übersehen werden oder stolz darauf sind , überhaupt welche zu verwenden . Daher trennen sie dieses stets mit einem Leerzeichen vom Wort .



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Re: Deutschlands historische Verantwortung- Israel und Russl

Beitrag von fugen » Montag 8. Dezember 2014, 23:12

Liegt an der heroischen Vermarktung, der Soldat janes Ryan, Band of Brothers und diverse andere Filme, und an dem mangelnden Interesse der Europäer.


Siehe meinen Link über deinen Kommentar ;-)

Ps sag mal was du über das Thema denkst?
Warum ist Deutschland gegenüber der RF nicht so unterwürfig wie israel gegenüber?

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Re: Deutschlands historische Verantwortung- Israel und Russl

Beitrag von Sachse007 » Montag 8. Dezember 2014, 23:32

Vielleicht, weil hinter Israel die USA steht und wir die US-hörigste Regierungschefin aller Zeiten als Kanzlerin (+ einen Russlandhasser als Bundespräsidenten) haben, die abslout falscheste Besetzung zu diesem Zeitpunkt...

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Re: Deutschlands historische Verantwortung- Israel und Russl

Beitrag von Jochen » Dienstag 9. Dezember 2014, 00:00

Ich persönlich kenne niemanden, auch jüngere Freunde, die ernsthaft glauben, dass die Amis den höchsten Blutzoll zahlten.
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Re: Deutschlands historische Verantwortung- Israel und Russl

Beitrag von Bluewolf » Dienstag 9. Dezember 2014, 00:13

Leute Leute, findet ihr nicht das ihr es etwas übertreibt?

Berlino mit seiner Ansicht, das es keine mündigen Menschen mehr gibt, die sich durchaus eine eigene Meinung bilden können trotz fehlender "Qualitätsmedien" und "Propaganda"?
Das ständige reflexhafte Aufeinanderhauen zweier Lager egal ob man ein unverfängliches Thema anschlägt, weil man dem jeweils Anderen ja nicht zutraut, das dieses Thema tatsächlich nur interessant sein könnte?
Jetzt dieses unsägliche Aufwärmen von "historischer" Verantwortung"?

Wieviel Menschen sind prozentual zur Gesamtbevölkerung z. B. im dreissgjährigen Krieg umgekommen? Wieviel Menschen wären bei Napoleons Feldzügen umgekommen oder wieviel Ureinwohner hätten die Spanier umgebracht bei ihrer Suche nach Gold auf heutige Bevölkerungszahlen umgerechnet? Damals hat eine Granate halt 10 Leute getötet, heute sind es 100, von chemischen, biologischen oder sonstwas Waffen reden wir gar nicht.

Unsere historische Verantwortung ist dafür zu sorgen, das etwas wie der Holocaust nie mehr passieren kann. Dafür muss man aber auch Alles tun, und es gibt keine Tabus. Wenn Teile der Israelis ihre Nachbarn permanent provoziert, dann nuss es erlaubt sein Kritik zu üben, ohne das als Totschlagargument kommt "Hey ruhig sein, an die Vergangenheit denken". Ich ziehe mir den Schuh nicht an^^ Ich bin stolz Deutscher zu sein und ich liebe vor allem den Liberalismus in meinem Land. Auch dafür muss es Grenzen und eine Ordnung geben und in meiner Jugend war z. B. immer das Thema das unsere Ordnungsmacht zu lasch im Umgang mit Kriminellen sei, Stichwort "Verständnis für die Täter". Vielleicht war ja das noch ein Überbleibsel aus dem Unverständnis über das kollektive Verhalten im 2.WK. Vielleicht wollte man versuchen zu verstehen, was nicht zu verstehen ist.

Bis heute können jugendliche Straftäter erstmal 50 Leute ins Krankenhaus prüglen, bevor die erste harte Strafe vergeben wird. Das ist selbstverständlich mein subjektives und kein objektives Empfinden.
Aber selbst ein derartiger Fall ist einer zuviel.

Die Probleme unserer Zeit löst keiner allein. Nicht mit Gewalt, nicht mit Geld und schon gar nicht mit Rechthaberei. Zauberwort Dialog und nicht Diskussion, letzteres artet nämlich fast immer in Rechthaberei aus. Aber wenn ich schon verantwortlich sein soll, dann für meine Generation und der folgenden, denn nur die kann ich beeinflussen.

Mein Grossvater z. B. war russischer Kriegsgefangener und "half" beim Bau der Chakalow Treppe in Nischni. Als er zurück kam sprach er nur voll des Lobes über seine Behandlung als Kriegsgefangener und wurde umgehend Kommunist, Jeder kann sich wohl vorstellen was dies zu dieser Zeit in einem kleinen Dorf in Westdeutschland für ihn, aber auch für seine Familie bedeutete. Trotzdem wurde er nicht müde jedem, ob der da wollte oder nicht, seine Erfahrungen zu schildern und manchmal hat er Russland trotz der Umstände regelrecht verklärt. DAS hat mich interessiert und vielleicht bin ich heute mit einer Frau aus Nischni zusammen wegen meinem Opa...

WIR ALLE sind Vorbilder für die nächste Generation. Und wenn schon Deutsche nichts besseres zu tun haben, als unversöhnlich aufeinander loszugehen, wie sollen wir dann unseren Kindern die Neugier und Objektivität gegenüber anderen Kulturen beibringen? Meine Tochter jedenfalls fragt jedesmal bereits an Weihnachten wann wir das nächste Mal Russland besuchen. Ok, auch das ist nicht objektiv, da sie dort einen Pool, Sauna und und und hat(te). Inzwischen musste meine Frau all das verkaufen, auf Grund der Umstände. Aber diese Umstände kann sie eben nicht ändern. Sie hat genausownig Beziehungen zu Putin, wie ich zu Merkel. Genausowenig wie auch nur einer aus diesem Forum^^

Also lasst bitte dieses pseudomoralische Gelaber über historische, aktuelle oder welche auch noch so geartete Schuld. Schuld bin ich auf Grund meiner eigenen Fehlerm und davon gab es sicher genug. Aber trotzdem werde ich auch einem Russen oder Israeli oder Amerikaner oder Schweizer oder wem auch immer meine Meinung mitteilen, auch ohne zu erwarten, das der meine Meinung teilt. Ich werde auch den Teufel tun und darauf bestehen recht zu haben. ALLE meinungen sind subjektiv. Wie sagte unser glorreicher Trainerexport Rehagel mal? "Beim Fussball gibt es keine Wahrheiten, nur Meinungen". Und so ist es in der Politik auch. Manchmal ist man gar nicht frei zu tun was man eigentlich möchte. Und auch wenn ich das nicht gut finde und oft hinterfrage, manche Dinge MUSS ich akzeptieren. Und da geht es Russen, Deutschen, Israelis nicht anders wie dem Rest der Welt. Ich werde aber alles in meiner Macht stehende tun um versuchen zu verhindern, das dies meine persönlichen Beziehungen beeinflusst. Zugegeben, klappt auch nicht immer ...

Ich hör jetzt auf, sonst sitze ich nächste Woche noch hier.

Gruss
Blue

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Re: Deutschlands historische Verantwortung- Israel und Russl

Beitrag von Jochen » Dienstag 9. Dezember 2014, 00:28

fugen hat geschrieben: Warum ist Deutschland gegenüber der RF nicht so unterwürfig wie israel gegenüber?
Ich bin der Meinung, dass Menschen Mord nicht gleich als Mord sehen. Millionenfacher Mord durch Stalin, egal, ob durch Deportation, Erschiessung oder Zwangsarbeit, war zwar eine Tragödie, wird aber irgendwie "toleriert", jetzt mal so plakativ gesprochen. Der Massenmord durch die Nazis wird aber von der Weltgemeinschaft ganz anders wahrgenommen. Stalin hat einfach alle gekillt, die ihm im Wege waren. Hitler jedoch versteifte sich auf eine Volksgruppe. Zudem war die typisch deutsche Gründlichkeit schockierend, mit der die Menschen getötet wurde. Raus aus dem Zug, ausziehen und 2h später waren Tausende von Menschen tot; weitere 2h später war von diesen tausenden Menschen nichts mehr übrig. Ich glaube, das ist genau der Unterschied, den die Menschen instinktiv ziehen, wenn wieder einmal die Verbrechen beider Diktatoren gegeneinander aufgewogen werden.
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