Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

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Haya
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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Haya » Freitag 5. Dezember 2014, 00:35

Moin Moin,

Lieber Gunnar,
Es ist jedenfalls auffällig, dass in keinem anderen westeuropäischen Land eine derart relativ große Gruppe von Leuten ...eine solche Freude an der putinistischen Linie haben.
Skandal! Es gibt Menschen, die anderer Meinung sind. Schnappt sie! Verhaftet sie! :)
Du bist echt ein Gunnar! ))))
Mich würde daher seine Sozialisation ehrlich interessieren um mir einen besseren Reim auf seine Haltung machen zu können.
Alles wirst Du sicherlich von mir nicht erfahren. Auch wenn Du ein großes Interesse an meiner Person hast, so wirst Du Dich ggf. mit unzureichenden Antworten abfinden müssen, da Ich nicht bereit bin sämtliche persönliche Dinge zu offenbaren.
Ich vertrete ganz klar (wie jeder hier weiß) die Linie des völligen Unverständnisses für das was Russland sich derzeit erlaubt.
Hab grad nen Hänger! Welchen Unverständnis meinst Du?
Grund: Amerikafreundliche Sozialisation.
Das hättest Du nicht sagen müssen. Das wusste sicherlich hier schon jeder, dass man lieber an derem Rockzipfel hängt. Nicht umsonst wirft man D. fehlende Souveränität vor.
Meine Cousins im Osten mussten Wehrsportübungen usw machen, ich nie
Skandal zu Quadrat!
Und das ist für mich ein putinistischer Totalverteidiger wie er im (kremlschen) Lehrbuch steht.
Und wie steht es in diesem (kremlschen) Lehrbuch?
Gibst das überhaupt oder wolltest Du mich nur denunzieren?
Die Linke hält z.B. in Bezug auf die Krim Annexion auf ihrer Webseite ein reichlich absurdes "Gutachten"
Wie oft eigentlich noch? Ich hab Dich "Rechtsexperten" schon desöfteren versucht darüber aufzuklären. Du gehst aber nie darauf ein.
Die Krim wurde nicht annektiert. Du "Rechtsexperte" solltest doch wissen was eine Annektion ist.
Es war eine interessante Einzelstimme aber die Völkerrechtswidrigkeit und vor allem die Verletzung der ukrainischen Verfassung hat er nicht wirklich in Frage gestellt
Natürlich nicht, da das Völkerrecht nun mal sich mit dem Bestimmungsrecht der Völker und nicht Nationen befasst - Art.1 Abs. 2 Un-Charta lesen und erkennen.
Und mit der ukrainischen Verfassung brauchst Du eh nicht argumentieren, denn diese hat der Westen mit dem Putsch schon für nichtig erklärt.


Lieber Dietrich,
Putin hat nicht nur viele Fehler gemacht, sondern er ist auch der Hauptschuldige für eben diese Fehler.
Auf jeden Fall! Ich weiß noch, wie als wenn es gestern gewesen ist, als Putin Brötchen auf dem Maidan verteilt hat und zugestanden hat, dass vorher reichlich Geld geflossen ist, damit eine rechtmäßige Regierung geputscht wird und man dann einfach auf die Verfassung spuckt.
Niemand hat ihn gezwungen, seine Truppen die Übernahme der Krim einleiten zu lassen.
Seine Truppen haben aber die Krim nicht übernommen. Der Ivan hat sich vor die Kasernen gestellt und Ich bin auch froh über diesen taktischen Zug.
Wie es hätte anders verlaufen, zeigen die zahlreichen Bilder aus Donbass.
In Europa (bzw. der westlichen Welt) gibt es Spielregeln. Spielregeln die sehr wichtig sind, damit wir friedlich zusammenleben können. Spielregeln die es ALLEN ermöglichen, gut und frei zu leben ohne dabei mehr als notwendig ihre partner einzuschränken. Spielregeln die uns seit mehr als 60 Jahren Frieden und Freiheit gebracht haben.
Aber Spielregeln sind eben auch Regeln an die man sich halten muss. Spielregeln an die sich auch Deutschland hält, Frankreich, GB, etc. Spielregeln die zugegebenermaßen auch die Amerikaner manchmal gerne für sich etwas weiter ausgelegt haben möchten, an die sie sich aber trotzdem weitgehend halten.
Spielregeln, die Putin in den letzten Monaten nicht nur ignoriert hat, sondern die er mit Füßen getreten hat. Spielregeln die aber zu wichtig sind, als dass man es einem Land wie Russland durchgehen lassen könnte, sie nicht einzuhalten.
Und wenn man selbst diese Spielregeln bricht, sollte man dann auch sich selbst verurteilen oder gelten diese Spielregeln nur für andere, aber nicht für sich selbst?
Beachte, dass Amerika wieder diese Spielregeln bricht, da sie wieder absolut kein UN-Mandat für Syrien haben. Für Putin erwartet man es aber (obwohl es nicht nötig war).
Ja, Herzchen! Das ist genau diese Doppelmoral.



Lieber Wladimir30,
Meiner Meinung eine sehr gute und interessante Frage. Ich habe auch schon hierüber nachgedacht und würde das gerne besprechen.

Nur befürchte ich...
Ich finde es schade, wenn Du Dich durch Reaktionen mancher User zurückhälst. Ich empfinde Deine Beiträge als Bereicherung und bin sicherlich nicht der Einzige, der es begrüßen würde, wenn Du auch weiterhin offen und ehrlich Deinen eigenen Standpunkt offenbarst.

Gruß
Haya



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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von lausi » Freitag 5. Dezember 2014, 02:23

Gunnar hat geschrieben:Irgendwie ein Tabuthema, mir geht die Frage allerdings schon ein Weile durch den Kopf:

Es gibt dazu keine empirischen Untersuchungen aber gefühlt befinden sich in der Gruppe, die in Deutschland deutlich mehr Verständnis für die aktuelle russische Politik formuliert (nicht zuletzt bei DIE LINKE) als der Rest der Bevölkerung, eine überwiegende Zahl von in Ostdeuschland sozialisierten Bürgen (umgangssprachlich: Ossis). . Meine höchstpersönliche Vermutung ist dabei die, dass es sich in absoluten Zahlen um einen relativ kleinen Teil unter den Ossis handelt...
Deine Vermutung kann ich nicht nachvollziehen. So klein ist der Teil sicher nicht.
Ich denke eher, dass (wenn es so sein sollte) es daran liegt, dass der "Ossi" die Propaganda der Mainstreammedien besser als solche erkennt, da er die Propaganda schon aus der DDR kannte.
In der DDR wusste jeder, dass das, was in der Zeitung steht, wenig mit der Realität zu tun hat. Und hat sich dementsprechend seine eigenen Gedanken gemacht.
Den "Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen" vermisse ich heutzutage zu oft.
“Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!”
- Immanuel Kant

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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Haya » Freitag 5. Dezember 2014, 05:12

Moin Moin,


Ich glaub das trifft den Nagel am ehesten
Norbert hat geschrieben:Nun gehen wir einen Schritt weiter: Der gewöhnliche Wessi kennt aus Funk und Fernsehen vor allem diese reduzierte Sicht auf die DDR. Alles war schlecht, alles war verfallen, für ein falsches Wort landetest Du in Bautzen (berüchtigter Stasi-Knast). Der gewöhnliche Ossi weiß, dass die Realität wesentlich vielschichtiger war und man auch in der DDR sehr gut leben konnte.

Wenn nun ein Westdeutscher hört, die Krim ist wieder russisch - so läuft das Kopfkino. Unterdrückung, Regime, böse. Wenn ein Ostdeutscher hört, die Krim ist wieder russisch - so wundert er sich, aber hat nicht diese von Grund auf negative Meinung. Er nimmt erst einmal nicht per se an, dass dies schlimm sein muss! Er ist bereit zu hinterfragen, ob die Krim sich vielleicht wirklich freiwillig dafür entschieden hat.
Gruß
Haya

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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Gunnar » Freitag 5. Dezember 2014, 12:40

@Berlino: Wenn Du eine rechtliche Auseinandersetzung mit der Krimfrage oberhalb des rein populistischen Niveaus von Prof. Klenner lesen möchtest liest Du das hier von Prof. Luchterhand, einem tatsächlichen Staatsrechtler:
http://www.ostinstitut.de/documents/Vlk ... r_Krim.pdf

@Haya: alles unergiebig was Du da pinselst. Solange Du hier "ohne Hoheitsabzeichen" diese Art von Beiträgen absetzt, ist das für mich uninteressante Meinungszersetzung. Mag anderen anders gehen aber ich verstehe gerne den politischen Kontext, der jemanden zu seinen Positionen und Ansicht führt, insbesondere wenn die lauten: "Putin ist top und im Westen herrschen die wahren Diktaturen". Diese Position darf man getrost als äußersten Rand aller Mindermeinung außerhalb Russlands einstufen, die nicht einmal Erdogan oder Le Pen so formulieren. Wer mit derart krassen Mindermeinungen daher kommt hat erhöhten Darlegungs- und Begründungsbedarf. Ist eine alte Regel die Du an anderer Stelle ja immer wieder gern bemühst.

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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Saboteur » Freitag 5. Dezember 2014, 13:02

Ich finde Gutachten und Gegengutachten von irgendwelchen Professoren zwar recht interessant aber unterm Strich bleibt bei mir hängen, dass Russland einen schwachen Moment der Ukraine genutzt hat um sich ein Stück davon abzuschneiden. Und das in Deutschland Freunden und Familie vermitteln kann ich beim besten Willen nicht.

Die "Krimneurose" ist ja nicht unbekannt gewesen, aber ich denke da sollte man sich doch mal ernsthaft Gedanken machen, warum bestimmten Leuten das Herz blutet wenn Sie nur den Namen Krim hören. Zumal sich die Welt nunmal weiterdreht. Wie schräg wäre die Vorstellung wenn es sowas mit Königsberg in Deutschland gebe. (Ich weiß, andere Geschichte und so. Aber nur mal als Vorstellung)

Aber zurück zum Thema. Ich denke ob Ost-oder West hat in meinem Bekanntenkreis bisher nicht sooo die große Rolle gespielt. Eher das Verhältnis zur Selbstgerechtigkeit. Aber ich werd mal drauf achten. Ich vermute aber, dass uns die Ansichten von dem Zeit-typen nicht weiterbringen, da er für meinen Geschmack zu viel in einen Topf wirft: "Montagsdemonstrationen. Pediga-Aufmärsche. Flammende Kritik an "Mainstream"-Medien."
помню айнц цвай полицай. все там с ума сходили. Под самогон...



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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Norbert » Freitag 5. Dezember 2014, 13:54

Saboteur hat geschrieben:Ich finde Gutachten und Gegengutachten von irgendwelchen Professoren zwar recht interessant aber unterm Strich bleibt bei mir hängen, dass Russland einen schwachen Moment der Ukraine genutzt hat um sich ein Stück davon abzuschneiden. Und das in Deutschland Freunden und Familie vermitteln kann ich beim besten Willen nicht.
Eine sehr schöne Formulierung!

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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Berlino10 » Freitag 5. Dezember 2014, 14:24

Norbert hat geschrieben:
Saboteur hat geschrieben:Ich finde Gutachten und Gegengutachten von irgendwelchen Professoren zwar recht interessant aber unterm Strich bleibt bei mir hängen, dass Russland einen schwachen Moment der Ukraine genutzt hat um sich ein Stück davon abzuschneiden. Und das in Deutschland Freunden und Familie vermitteln kann ich beim besten Willen nicht.
Eine sehr schöne Formulierung!
Ja, das empfinde ich auch so. Der Streit der Gelehrten ist ohnehin austauschbar und wird instrumentalisiert.
Nach meinem Bauchgefühl war die Russische Krim-Aktion damals nicht in Ordnung - politisch, rechtlich, ...
erstens hatte ich nicht das Gefühl, dass auf der Krim da eine freie Volksbewegung ihr Selbstbestimmungsrecht wahrnahm, sondern stark von RUS betrieben (auch wenn es an der prorussischen Mehrheit keinen Zweifel geben kann)
zweitens hätte RUS die propagierten Ziele auch allein mit der Unterstützung, dem Schutz des Separationsgebietes erreichen können, ohne die Aufnahme in die RF durch Übergehen der UKR zu betreiben.

Allerdings bestreite ich die Einzigartigkeit des Russischen Verstoßes ... USA/NATO haben es nicht anders gemacht.
das macht das Russische Vorgehen nicht besser, verhindert aber die einseitige Dämonisierung.

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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Jochen » Freitag 5. Dezember 2014, 14:31

Grenada war damals 1:1 die gleiche Aktion.
Plenken ist eine seltsame Sache . Es machen seltsame Leute , die große Angst haben , dass ihre Satzzeichen übersehen werden oder stolz darauf sind , überhaupt welche zu verwenden . Daher trennen sie dieses stets mit einem Leerzeichen vom Wort .

Gunnar
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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Gunnar » Freitag 5. Dezember 2014, 16:01

Jochen hat geschrieben:Grenada war damals 1:1 die gleiche Aktion.
Also 1:1 ist eine extrem gewagte These.

Soweit ich mich erinnere haben die USA damals nicht kurzerhand ihre Verfassung geändert, um Grenada zu US-Amerikanischem Staatsgebiet werden zu lassen.
Das wird ja bei all den immer wieder angebrachten Vergleichen auch zum Kosovo kurzerhand ausgeblendet. Das Referendum und seine Rechtmäßigkeit ist das eine, die umgehende Einverleibung des ukrainischen Staatsgebiets in das russische Staatsgebiet das andere. Wäre die Krim schlichtweg in die Unabhängigkeit gegangen, gäbs mit Sicherheit nicht derartige Buhrufe wie jetzt. Es ist einfach so lächerlich durchsichtig, dass das ganze nichts als ein Coup zur Aneignung war. Putin hat ja gestern selbst nochmal bestätigt, dass die Einverleibung der Krim Top-Priorität hatte und weiterhin hat, und zwar nicht etwa aus den damals hierfür vorgeschobenen Gründen sondern ganz offen aus historisch imperialen und damit revisionistischen Gründen: Der russische Tempelberg! Ich lach mich schlapp.

Jochen
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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Jochen » Freitag 5. Dezember 2014, 16:24

Ja, nu hat endlich wieder jemand in DEINEM Thema geantwortet, nu kannste wieder Gas geben. :lol:
Plenken ist eine seltsame Sache . Es machen seltsame Leute , die große Angst haben , dass ihre Satzzeichen übersehen werden oder stolz darauf sind , überhaupt welche zu verwenden . Daher trennen sie dieses stets mit einem Leerzeichen vom Wort .



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