Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

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Gunnar
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Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Gunnar » Donnerstag 4. Dezember 2014, 12:47

Irgendwie ein Tabuthema, mir geht die Frage allerdings schon ein Weile durch den Kopf:

Es gibt dazu keine empirischen Untersuchungen aber gefühlt befinden sich in der Gruppe, die in Deutschland deutlich mehr Verständnis für die aktuelle russische Politik formuliert (nicht zuletzt bei DIE LINKE) als der Rest der Bevölkerung, eine überwiegende Zahl von in Ostdeuschland sozialisierten Bürgen (umgangssprachlich: Ossis). . Meine höchstpersönliche Vermutung ist dabei die, dass es sich in absoluten Zahlen um einen relativ kleinen Teil unter den Ossis handelt, die allerdings als lautstarke Totalverteidiger der Putin Linie (und nur die meine ich hier) deutlich auffallen (z.B. auch Gysi, Wagenknecht usw.). Sie sind laut bis schrill, sie drängen derzeit mit Leserbriefen, in Foren oder als Publikum in Talkshows an die Öffentlichkeit. Mir kommt häufig der Gedanke dass es sich um Personen handelt, denen damals eigentlich auch schon die DDR ganz Recht war, die bereits dort die Sowjetunion nicht als Unterdrücker sondern als Beschützer empfanden, als Beschützer der eigenen Biografie, welche so in einer demokratischen Gesellschaft nicht funktioniert hätte. Diese ziemlich kleine Gruppe von Leuten wittert gewissermaßen mit dem erstarkten Putin eigene Morgenluft, der Antiamerikanismus kann mit Rückenwind herausposaunt werden, die Demütigung mit dem Niedergang der DDR (und der Sowjetunion) erfährt eine Wiedergutmachtung. Viele derer die in der DDR zur Gruppe der Silowiki gehört haben, dürften nach meiner Einschätzung auch heute noch tief im Inneren davon geprägt sein. Und mE sind es die, die sich derzeit überproportional zu Wort melden. Es ist jedenfalls auffällig, dass in keinem anderen westeuropäischen Land eine derart relativ große Gruppe von Leuten außerhalb von extrem rechten oder neokonservativen Parteien (wie etwa Front National in Frankreich usw.) eine solche Freude an der putinistischen Linie haben.

Jetzt widmet sich auch DIE ZEIT mit einem Artikel diesem brisanten Thema:
http://www.zeit.de/politik/ausland/2014 ... psis-putin
Deswegen hat mein Verständnis für die derzeitige Medien- und Politikwahrnehmung "vieler Ostdeutscher" (Leserbrief-Autorin) offen gesagt Grenzen. Warum gehört die Sympathie gerade ehemaliger DDR-Bürger nicht viel deutlicher den Maidan-Demonstranten, die tatsächlich für etwas sehr Ähnliches gekämpft haben, für das auch die 89er auf die Straße gegangen sind: Den Sturz eines selbstverliebten, egoistischen, korrupten Regimes, das ein Land ausplünderte? Warum entschuldigen sie die Völkerrechtsbrüche Putins mit der Tatsache, dass auch die Vereinigten Staaten das Völkerrecht verletzten? Warum bringt sie die Medien-Steuerung und die Propaganda des Kreml, die ganz nach Kalter-Kriegs-Mustern abläuft, nicht auf die Palme? Wie wütend wären sie gewesen, wenn Gorbatschow die Montagsdemonstranten 1989 als "Faschisten" verunglimpft hätte? Wo bleibt die Solidarität mit denen, die heute auf diese Weise diffamiert werden?



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Wladimir30
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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Wladimir30 » Donnerstag 4. Dezember 2014, 13:01

Meiner Meinung eine sehr gute und interessante Frage. Ich habe auch schon hierüber nachgedacht und würde das gerne besprechen.

Nur befürchte ich, daß die hier ohnehin schon emotional überfrachtete übliche Diskussion, ob nun Putin recht hat oder die Amis die Welt retten, noch potenztiert wird durch die Frage Ossis : Wessis. Gibt es Mechanismen, diese Diskussion, die Du anstrebst, in halbwegs zivilisierte Bahnen zu lenken bzw. zu halten? Vielleicht kann hierdurch ja die leidliche Frage, wer wie zu Putin steht, von dieser Sicht aus neu beleuchtet und zumindest zu einem gewissen Grad auch geklärt werden? Damit wäre ja schon einiges gewonnen.
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Jochen
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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Jochen » Donnerstag 4. Dezember 2014, 13:12

Na bitte! Der erste hat schon angebissen, nun kanns wieder losgehen! :roll:
Plenken ist eine seltsame Sache . Es machen seltsame Leute , die große Angst haben , dass ihre Satzzeichen übersehen werden oder stolz darauf sind , überhaupt welche zu verwenden . Daher trennen sie dieses stets mit einem Leerzeichen vom Wort .

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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Wladimir30 » Donnerstag 4. Dezember 2014, 13:22

Jochen hat geschrieben:Na bitte! Der erste hat schon angebissen, nun kanns wieder losgehen! :roll:
Nein nein!!!!! Eben gerade nicht.... so :box:

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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Saboteur » Donnerstag 4. Dezember 2014, 13:31

Ich gebe gleich zu, dass ich jetzt nicht alle Reden und Beiträge von Wagenknecht und Gysi kenne, geschweige denn Protokolle mit Strichliste führe. Aber was mir bei teilweise berechtigter und nachvollziehbarer Kritik (unter anderem bei diesen genannten beiden Knallköppen) oft fehlt ist die zu beantwortende Frage: Was tun?!

Kritisieren und rumreiten ist ja nicht so schwer aber sich wirklich Gedanken zu machen und tolle überzeugende Lösungsvorschläge zu präsentieren die nicht mit " Man müsste mal...", "Hätte..." oder "Wären doch... " beginnen vermisse ich häufig, denn das ist ja nicht so einfach wie ich finde. Zumindest nicht bei so komplexen Themen wie der Ukraine-Krise.
помню айнц цвай полицай. все там с ума сходили. Под самогон...



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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Gunnar » Donnerstag 4. Dezember 2014, 13:33

Was heißt "Angebissen"? Willst Du der erste sein, der das Thema sprengt? Interessiert Dich das nicht? Hältst Du die Frage für irrelevant? Dann halt Dich einfach raus. Haya schrieb ja gestern, er verschließe sich nie einem Thema, deshalb bin ich auf seine Äußerung gespannt. Er ist ja bekennender Totalverteidiger Putins. Mich würde daher seine Sozialisation ehrlich interessieren um mir einen besseren Reim auf seine Haltung machen zu können. Ich fang mal selbst mit dem outen an: Ich selbst bin Wessi mit Eltern, die aus der DDR vor dem Mauerbau geflohen sind. Ich vertrete ganz klar (wie jeder hier weiß) die Linie des völligen Unverständnisses für das was Russland sich derzeit erlaubt. Grund: Amerikafreundliche Sozialisation. Dankbarkeit dafür, dass meine Eltern und damit ich und meine Geschwister im Vergleich zum Rest der Familie der in der DDR geblieben war, in freien unbeschwerten und unmilitaristischen Verhältnissen (Meine Cousins im Osten mussten Wehrsportübungen usw machen, ich nie) aufgewachsen bin.

Hier ist das politische Forum und da dürfen (Hinter-)Gründe für politische Situationen erörtert werden. Es geht nicht darum, irgendwen über irgendeinen Kamm zu scheren sondern mögliche Erklärungen für wahrnehmbare Tatsachen zu finden.

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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Wladimir30 » Donnerstag 4. Dezember 2014, 14:06

Gunnar hat geschrieben:Ich fang mal selbst mit dem outen an:
Wollte ich auch zuerst machen, habe es dann aber unterlassen, wollte nicht mit der Tür ins Haus fallen. Ich bin "reiner" Wessi, ohne Bindung zur DDR. Daß mein Vater aus der Nähe von Dresden stammt, war mir als Tatsache bewußt, hat aber keine Rolle in meiner Erziehung gespielt. Ich habe auch erst sehr spät erfahren, daß er 1954 auf ganz legalem Wege damals noch in den Westen kam. Mein Kontakt zur DDR begann eigentlich erst damit, daß ich für eine Firma aus Thürigen tätig wurde. Schon ein sonderbares Völkchen....
Gunnar hat geschrieben: Es geht nicht darum, irgendwen über irgendeinen Kamm zu scheren sondern mögliche Erklärungen für wahrnehmbare Tatsachen zu finden.
Eben, und da gibt es ja wahrlich genug davon.

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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Berlino10 » Donnerstag 4. Dezember 2014, 14:09

ich steige aus ... wer zB etwa Gysi als lautstarken Totalverteidiger Putins bezeichnet ...

der ist a) krank b) ein bewusster Hetzer c) ein NSA-/CIA-Agent d) selten dämlich e) Journalist der WELT, NZZ und/oder warnehmungsgestört

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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Axel Henrich » Donnerstag 4. Dezember 2014, 14:13

Gunnar hat geschrieben:Es geht nicht darum, irgendwen über irgendeinen Kamm zu scheren sondern mögliche Erklärungen für wahrnehmbare Tatsachen zu finden.
Genau, deswegen auch deine ständigen daemlichen/abwertenden Sprueche über Ossis/Russland vom ersten Tag deines Aufschlagens hier ... :roll:

Wen willst du Dummschwaetzer mit deinen dümmlichen Unterstellungen, Luegen und Hetzen noch täuschen? :lol:
Nein, du bist auf Grund deines miesen Diskussinsionsstils raus aus ernsthaften Diskussionen, aber egal, zum dumm machen langst du allemal noch.

Baba und fall nicht!

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Re: Ossis und Wessis: Hängt die Sicht auf Putin davon ab?

Beitrag von Dietrich » Donnerstag 4. Dezember 2014, 14:39

Vergiss es Gunnar.
Da kannst du ein (für dich interessantes) Thema noch so mit Fingerspitzengefühl beginnen.... ruckzuck bist du ein Hetzer und wahrnehmungsgestört.

Echt unglaublich..... aber es deutet darauf hin, dass du zumindest einen wunden Punkt getroffen hast. Sonst würde manche hier nicht so abgehen.
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)



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