Russische Soldaten verlaufen sich ... Kanada hilft

Das Politische Forum ist nur für "Debattanten" und Gäste sichtbar. Wer mitdiskutieren möchte, der muß sich der Gruppe der Debattanten anschließen. Eine Mitgliedschaft muß beantragt werden.

Moderator: Admix

Benutzeravatar
harald63
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1980
Registriert: Donnerstag 11. Mai 2006, 12:11
Wohnort: Karlsruhe

Re: Russische Soldaten verlaufen sich ... Kanada hilft

Beitrag von harald63 » Dienstag 2. September 2014, 14:50

Admix hat geschrieben:Geopolitische Interessen gibt es auf beiden Seiten. Sie werden nicht minder gnadenlos auf beiden Seiten verfolgt.
Wo hat die EU/NATO in der Ukraine gnadenlos geopolitische Interessen verfolgt? Ich kann mich nicht erinnern, dass man der Ukraine gedroht hat, Vergünstigungen in der Größenordnung mehrerer Milliarden Euro zu entziehen wenn Kiew nicht nach ihrer Pfeife tanzt.



Gunnar
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1302
Registriert: Donnerstag 24. November 2011, 20:32

Re: Russische Soldaten verlaufen sich ... Kanada hilft

Beitrag von Gunnar » Dienstag 2. September 2014, 14:51

Hier ist die deutliche Regierungserklärung der Bundeskanzlerin von heute:

http://www.bundesregierung.de/Content/D ... B6574.s4t1
Was geschieht in diesen Tagen in der Ukraine? Russland unternimmt den Versuch, bestehende Grenzen unter Androhung oder sogar unter Einsatz von Gewalt zu verschieben. Die territoriale Integrität eines souveränen Landes wurde durch die Annexion der Krim in einem eklatanten Bruch des Völkerrechts verletzt. Dies verletzt die Grundfeste unserer europäischen Nachkriegsordnung, die territoriale Integrität jedes Landes anzuerkennen. Nur so konnte in Europa ein friedliches Zusammenleben entstehen.

Die jüngsten Berichte über ein Vordringen russischer Soldaten auf ukrainisches Gebiet unterstreichen die Dramatik der augenblicklichen Situation. Es wird immer klarer: Es handelte sich von Anfang an nicht um einen Konflikt innerhalb der Ukraine, sondern um eine Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine.

Berlino10
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 2650
Registriert: Samstag 16. Februar 2013, 01:23
Wohnort: Berlin / Wolgograd

Re: Russische Soldaten verlaufen sich ... Kanada hilft

Beitrag von Berlino10 » Dienstag 2. September 2014, 14:52

Gunnar hat geschrieben:All das ändert aber nichts daran, dass AKTUELL eine kleine Separatistenbewegung von Russland aufgepäppelt und am Leben gehalten wird, um Russlands geopolitischen Interessen gnadenlos durchzusetzen. Schön dass wir inzwischen auch wissen, dass Putin notfalls auch in zwei Wochen in Kiev einmarschieren kann und das Novorossia eines seiner Lieblingsziele zu sein scheint. Es muss Dir doch wie Schuppen von den Augen fallen, dass hier ein gewiefter Machtmensch eine sich bietende Gelegenheit geschnappt hat, um seine ureigensten Fantasien Wirklichkeit werden zu lassen.
Es ändert sehr wohl etwas, weil der Westen nicht nur durch die Art und Weise der Assoziierung Einfluss genommen hat, sondern den Regime-Change aktiv betrieb, und trotz maximalen Einfluss auf Kiew grundlegende demokratische Prinzipien über Bord geworfen hat, den Umsturz, die Diskriminierung des Ostens, anti-russische Faschisten, den Separatismus und die selbst laut HRW schlimmen Kriegsverbrechen Kiews aktiv unterstützte.
Ich habe immer geschrieben, dass man nicht die "kleine Separatistenbewegung", wohl aber die Millionen-Bewegung des Volkes der Ost-Ukraine berücksichtigen muss.
Auch das hat der Westen schändlich mißachtet und zusammen mit Kiew die Millionen in den Krieg getrieben.

Du weißt sehr wohl, dass die Verbreitung des Putin-Zitat lächerliche und schändliche West-Propaganda ist. In RUS wird das Argument, "wenn wir wollten wären wir in 2 Wochen in Kiew" ausschließlich benutzt, um zu beweisen, dass RUS KEINE Invasion betreibt. Ich weiß sehr wohl, dass das kein Gegen-Beweis ist - meine These war immer, dass Putin die Separatisten gerade so viel am Leben erhält, dass er/sie in Friedensverhandlungen Russische Minimalziele durchsetzen können.

Über angebliche Fantasien Putins zur Wiederherstellung der SU zu spekulieren, sehe ich keinen Grund. Putin hat reagiert - imperialistisch ja, aber ich sehe keine Russischen Expansionsträume.

Du bist immer noch schuldig, auf die Einordnung der Russischen und westlichen Interventionen der letzten Jahre zu antworten.

Jochen
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 913
Registriert: Mittwoch 13. April 2011, 16:28

Re: Russische Soldaten verlaufen sich ... Kanada hilft

Beitrag von Jochen » Dienstag 2. September 2014, 14:58

User gunnar etabliert sich so langsam als adäquater Nachfolger von User klaupe.
Plenken ist eine seltsame Sache . Es machen seltsame Leute , die große Angst haben , dass ihre Satzzeichen übersehen werden oder stolz darauf sind , überhaupt welche zu verwenden . Daher trennen sie dieses stets mit einem Leerzeichen vom Wort .

Gunnar
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1302
Registriert: Donnerstag 24. November 2011, 20:32

Re: Russische Soldaten verlaufen sich ... Kanada hilft

Beitrag von Gunnar » Dienstag 2. September 2014, 15:01

Putin wurde von Barroso so zitiert:
“ma che se voglio in due settimane prendo Kiev“
http://www.repubblica.it/esteri/2014/09 ... -94791280/

und das übersetzt sich: "Was ist, wenn ich in zwei Wochen Kiev will". Damit wollte Putin die Sanktionsbereiten des Westens dämpfen. Eine unverholene Drohung, ein Konjunktiv nicht in Sicht, auch wenn dann irgendwelche Sprecher versuchen, davon zurückzurudern.

@Jochen: na, wieder aufgewacht und gleich so einen tollen Kommentar einfallen lassen? :lol:
Deine Trollkollegen (zu denen ich für mich Berlino ausdrücklich nicht zähle, weil wir uns hart aber doch irgendwie inhaltlich austauschen) fordern erheblich mehr Begründungen, Du das Gegenteil. Abstimmungsschwierigkeiten?



Benutzeravatar
Axel Henrich
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 3649
Registriert: Montag 16. August 2004, 20:38
Wohnort: Gera - Thueringen / Rasskasowo - Tambowski Oblast

Re: Russische Soldaten verlaufen sich ... Kanada hilft

Beitrag von Axel Henrich » Dienstag 2. September 2014, 15:32

Gunnar hat geschrieben: "Was ist, wenn ich in zwei Wochen Kiev will". Damit wollte Putin die Sanktionsbereiten des Westens dämpfen. Eine unverholene Drohung
Ich glaube nicht, dass Putin das so und in dem Zusammenhang gesagt hat, wie du es darstellst. Folgende Variante ist sehr viel glaubwuerdiger :
"Высокопоставленный чиновник из структур ЕС подтверждает: Путин сказал Баррозу, что, если бы в действительности напал на Украину, то был бы в Киеве за две недели", - написал глава брюссельского бюро газеты Financial Times Питер Шпигель в Твиттере.
Подробности читайте на УНИАН: http://www.unian.net/politics/957842-it ... edeli.html

Was stimmt denn nun?

Edit: Das hier müsste das Original sein: Schau mal selber, mein englisch reicht für die Feinheiten ganz uns gar nicht:
[tweet]https://twitter.com/SpiegelPeter/status ... 7275786240[/tweet]

Ist freilich ein gewaltiger Unterschied, oder?
Alla Rasmussen ...
Kreml: Putins Zitat über „Einnahme Kiews“ aus dem Zusammenhang gerissen
Barroso habe beim EU-Gipfel über das Gespräch berichtet. Nach der Einschätzung des scheidenden Kommissionspräsidenten wollte der russische Staatschef mit dieser Aussage davor warnen, Russland mit neuen Sanktionen zu provozieren.
„Das ist unkorrekt und geht über den Rahmen der diplomatischen Praxis hinaus. Das ist unwürdig für einen seriösen Politiker", kommentierte Kreml-Berater Uschakow Barrosos Worte. „Das Zitat wurde aus dem Zusammenhang gerissen und hat einen ganz anderen Sinn gehabt.“
-ah-

Benutzeravatar
Dietrich
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 7829
Registriert: Mittwoch 25. Februar 2004, 13:54
Wohnort: Wiesbaden

Re: Russische Soldaten verlaufen sich ... Kanada hilft

Beitrag von Dietrich » Dienstag 2. September 2014, 16:31

Berlino10 hat geschrieben:In RUS wird das Argument, "wenn wir wollten wären wir in 2 Wochen in Kiew" ausschließlich benutzt, um zu beweisen, dass RUS KEINE Invasion betreibt. Ich weiß sehr wohl, dass das kein Gegen-Beweis ist -
Diesbezüglich kann ich dir zustimmen.
Wenn mich die Polizei auf der Autobahn mit 120 in der 80er-Zone stoppt und meint ich sei ein Raser, dann ist "Wenn ich wollte, dann könnte ich auch 220 fahren!" auch kein Gegenbeweis.
Berlino10 hat geschrieben:meine These war immer, dass Putin die Separatisten gerade so viel am Leben erhält, dass er/sie in Friedensverhandlungen Russische Minimalziele durchsetzen können.
Selbst wenn man dies verniedlichend als "Minimalziele" bezeichnet, so hat Russland immer noch überhaupt kein "Recht" diese auch durchzusetzen.
Wieso sollte Russland auch ein Recht haben, sich derart in die Politik und vor allem die Geographie eines souveränen Nachbarlandes einzumischen? Zumal auch noch ein Nachbarland, dem Russland selbst 1994 vertraglich die Souveränität zugesichert hatte.
Wenn die Mehrheit der Ukrainer nunmal nicht bei seiner unattraktiven Kopie der EU mitspielen wollen (was sie spätestens bei den Präsidentenwahlen gezeigt haben!), dann war sein "Angebot" (inklusive der erpresserischen Gasrabatte) wohl für den Großteil der Ukrainer nicht so attraktiv, als dass sie bereit gewesen wären, dafür die Annäherung an die EU komplett aufzugeben.
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)

Jochen
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 913
Registriert: Mittwoch 13. April 2011, 16:28

Re: Russische Soldaten verlaufen sich ... Kanada hilft

Beitrag von Jochen » Dienstag 2. September 2014, 16:48

Gunnar hat geschrieben:
@Jochen: na, wieder aufgewacht und gleich so einen tollen Kommentar einfallen lassen? :lol:
Deine Trollkollegen (zu denen ich für mich Berlino ausdrücklich nicht zähle, weil wir uns hart aber doch irgendwie inhaltlich austauschen) fordern erheblich mehr Begründungen, Du das Gegenteil. Abstimmungsschwierigkeiten?
Was willst du eigentlich in diesem Forum? Täglich allen zeigen, wie klug du bist? Wir sind hier alle aus Liebe zu Russland in diesem Forum. Deinen Beiträgen nach bist du eher zum täglichen Hetzen hier. Also, warum bist du hier?

Und stalke mir bitte nicht in allen Themen hinterher. Kaum gepostet, schon lauert User gunnar! :roll:
Plenken ist eine seltsame Sache . Es machen seltsame Leute , die große Angst haben , dass ihre Satzzeichen übersehen werden oder stolz darauf sind , überhaupt welche zu verwenden . Daher trennen sie dieses stets mit einem Leerzeichen vom Wort .

Benutzeravatar
Dietrich
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 7829
Registriert: Mittwoch 25. Februar 2004, 13:54
Wohnort: Wiesbaden

Re: Russische Soldaten verlaufen sich ... Kanada hilft

Beitrag von Dietrich » Dienstag 2. September 2014, 17:05

Reihenweise werden jetzt ehemalige Putinversteher wach und sehen den Mann zum ersten Mal mit offnen Augen:
Auch Ulf Poschard, der vor einem halben Jahr den armen missverstandenen Putin noch in den Arm nehmen wollte:
Nur fehlen im Augenblick die Zwischentöne, jenes Verständnis für die Situation Russlands. Das Agieren des Landes wird dämonisiert. Putin verhält sich wie ein in die Ecke gedrängter Neurotiker. Er muss öfter umarmt werden. Diplomatie ist auch Gesprächstherapie. Und mehr Respekt für die Russen sollte bei aller nachvollziehbaren Empörung durchschimmern. Ohne unsere Freunde in Osteuropa, etwa die Polen, und deren Interessen zu verraten, könnten die Deutschen gerade in diesem Konflikt eine zentrale Rolle einnehmen – gerade und auch Außenminister Steinmeier.
wirkt jetzt reichlich desillusioniert:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/a ... gehen.html
Ich habe in den vergangenen sechs Monaten versucht, mich in russische Interessen und in das fragile Selbstbewusstsein der Russen hineinzudenken. Damit ist Schluss.[...]
Putin hat bis auf ein paar verbitterte Systemhasser, die ihn für seine antiwestlichen, antiamerikanischen Reflexe bewundern, hierzulande an Sympathien verloren. Ich bin nicht der einzige, dem es so geht. Selbst der notorische Putinversteher Gernot Erler von der SPD hat sein Zutrauen in ihn verloren. Putin wird untergehen. Er hat der Welt nichts mehr anzubieten als die hysterische Überkompensation eines Minderwertigkeitsgefühl, das dieses wundervolle Russland, das zu Europa und dem Westen gehört, kleiner macht als es ist. Er verspielt die Zukunft seiner Landsleute.
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)

Gunnar
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1302
Registriert: Donnerstag 24. November 2011, 20:32

Re: Russische Soldaten verlaufen sich ... Kanada hilft

Beitrag von Gunnar » Dienstag 2. September 2014, 17:06

Du bist immer noch schuldig, auf die Einordnung der Russischen und westlichen Interventionen der letzten Jahre zu antworten.
@Berlino: Jedes einzelne Thema ist eine ellenlange Auseinandersetzung, daher irgendwie hier nicht zu stemmen. Fakt ist, dass man in Ruanda den Völkermord versäumt hat zu verhindern, dass auf dem Balkan Bosniaken abgeschlachtet wurden, durch Massenerschiessungen in Srebrenica, dass Syrien Giftgas gegen seine Bevölkerung eingesetzt hat, dass in Afghanistan Al Quaida Terroristen ausgebildet wurden usw.
Es gibt auch einige Punkte und Beispiele, die einen sehr zögern lassen, ja,die kriegerische Einmischung gutzuheißen. Die Deutsche Außenpolitik hat es ja genau so gehalten.

Fakt ist aber auch, dass Russland in Afghanistan ebenfalls einen Vernichtungsfeldzug geführt hat, Tschetschenien flachgebombt hat, in Ossetien einmarschiert ist, in Dagestan einen eigenen Terrorkrieg führt und nun in der Ukraine Krieg infiltriert oder bereits selbst führt. Und das alles im absoluten Alleingang, nicht eine internationale Beteiligung, nicht ein Versuch der Einschaltung internationaler Gremien oder die Einbindung anderer Staaten. Das ist schlichtweg einzigartig. Welchen Staat konnte Russland bisher davon überzeugen, an seinen Aktionen mitzuwirken oder sie offen zu unterstützen? Keinen. Das ist auf jeden Fall ein bemerkenswerter Unterschied zu vielen von Dir angeprangerten Konflikten.



Antworten

Zurück zu „Politisches Forum“