Referendum Donezk

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fugen
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von fugen » Sonntag 4. Mai 2014, 14:12

Ist doch auch logisch, dass es jetzt zu Radikalisierungen kommt?!
Es wird auch noch schlimmer- Die Revolution frisst ihre Kinder ;-)

Mir stellt sich dabei nur eine Frage: wer hat den Ur-Faschisten geholfen?
Die Anhänger der Ost-Faschisten/Nationalisten oder die Anhänger der West-Faschsiten/Nationalisten?!



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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Berlino10 » Sonntag 4. Mai 2014, 14:14

Kein vernünftiger Mensch wird behaupten, dass es nicht Radikale, Faschisten auf allen Seiten gibt.

Wenn man mal die Hochburgen um Lviv ausnimmt, wird es die auch in der West-Ukraine nicht in besonders häufiger Zahl geben.

Die entscheidende Frage ist, wie man mit ihnen umgeht. Und ob man sie sogar offiziell akzeptiert und auch noch mit Staatsämtern adelt
statt sie auszugrenzen, wie es für jeden anständigen Menschen selbstverständlich wäre.

Die fatale Akzeptanz durch die Ukraine und durch den Westen macht die Faschisten aber zu einem akzeptablen inner-demokratischen Weg.
Ein historisch einmaliger und schändlicher Tabu-Bruch aus reinem Eigennutz.
Die Aufgabe zentraler europäischer Werte -
das Ergebnis haben wir in Odessa gesehen - ein faschistisches Pogrom mit 42 Toten.

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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Xottabych » Sonntag 4. Mai 2014, 14:30

Berlino10 hat geschrieben:Kein vernünftiger Mensch wird behaupten, dass es nicht Radikale, Faschisten auf allen Seiten gibt.

Wenn man mal die Hochburgen um Lviv ausnimmt, wird es die auch in der West-Ukraine nicht in besonders häufiger Zahl geben.

Die entscheidende Frage ist, wie man mit ihnen umgeht. Und ob man sie sogar offiziell akzeptiert und auch noch mit Staatsämtern adelt
statt sie auszugrenzen, wie es für jeden anständigen Menschen selbstverständlich wäre.
Das meine ich auch (ist im Moment sehr viel entscheidender als die Frage, wer wann wen unterstützt oder mit was begonnen hat).

Aber erkläre mir bitte: Wenn es sogar Deiner Meinung nach" Radikale, Faschisten (...) auch in der West-Ukraine nicht in besonders häufiger Zahl" gibt - kann es dann tatsächlich so ein bedeutendes Problem, wie es dargestellt wird? Und wenn ja: Wieso richtest Du die Frage des Umgangs mit beteiligten Rechtsradikalen dann nur an westliche Regierungen? Sollte Russland sich denn dann nicht auch mit der verbalen und politischen, wenn nicht sogar tatkräftigen oder - Gott bewahre - zukünftig vielleicht sogar militärischen Unterstützung von Separatisten in der Ost-Ukraine deutlich zurückhalten?

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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Berlino10 » Sonntag 4. Mai 2014, 14:52

Xottabych hat geschrieben: Aber erkläre mir bitte: Wenn es sogar Deiner Meinung nach" Radikale, Faschisten (...) auch in der West-Ukraine nicht in besonders häufiger Zahl" gibt - kann es dann tatsächlich so ein bedeutendes Problem, wie es dargestellt wird?
Das fragst du ernsthaft?
Frage mal die 40 Toten aus Odessa, ob sie ein bedeutendes Problem mit Faschisten haben.

Xottabych hat geschrieben: Wieso richtest Du die Frage des Umgangs mit beteiligten Rechtsradikalen dann nur an westliche Regierungen?
Wo lebe ich? Welche ist meine Regierung?
Wer hat Einfluss auf die Regierung in Kiew, die Faschisten beinhaltet und ihre bewaffneten Kämpfer mit dem Rechten Sektor füllt?

Xottabych hat geschrieben: Sollte Russland sich denn dann nicht auch mit der verbalen und politischen, wenn nicht sogar tatkräftigen oder - Gott bewahre - zukünftig vielleicht sogar militärischen Unterstützung von Separatisten in der Ost-Ukraine deutlich zurückhalten?
2/3 des Protestes ist nicht separatistisch. Die Menschen protestieren berechtigt wie auf dem Maidan.
Nur sie werden nicht gezeigt von unseren Medien.
Ja RUS sollte sich zurückhalten.
Der Westen sollte sich zurückhalten.
Beide sollten zu einem Runden Politischen Tisch beitragen.

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Re: Referendum Donezk

Beitrag von GIN » Montag 5. Mai 2014, 00:26

Ich stimme Berlino hier voll zu. Sie demonstrieren berechtigt. Ich kenne eine Unmengen Ukrainer im Osten und die sind Patrioten der Ukraine akzeptieren aber diese Regierung in Kiew nicht. was mir grosse Sorgen jetzt macht ist die emotionale Ladung die im Osten stattfindet. Vormals friedliche Menschen wollen nun Töten und bereiten sich auf einen Krieg vor. Dieser Wahnsinn muss stoppen



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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Alex KA » Montag 5. Mai 2014, 00:49

Um Krieg zu führen braucht man Waffen, und ich vermute, Kiew hat gar keine Waffen..
Zum Beispiel Tschechien hatte Waffen der ehemalige DDR erhalten über Türkei, und Türkei diese Waffen von NATO erhalten als Hilfe oder so..

Also sollte jemand Krieg wollen - muss nur Waffen in Ukraine schmuggeln.. wir werden sehen ob NATO Ukraine "hilft" dieses mal..

Ich denke es wird kein Krieg geben..

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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Anna Riccola » Montag 5. Mai 2014, 02:24

Ich bin gegen so ein Referendum. Die Russen stellen in der Ukraine ja nur etwa 17 Prozent der Bevölkerung, das würde also nach hinten losgehen. Selbst wenn es in Donezk etwas mehr Russen wären. Die Ukraine war immer russisch, und fertig. Eine Ukraine hat es doch nie gegeben, der ganze Staat ist doch künstlich.
Also sprach Zarathustra...

daveg

Re: Referendum Donezk

Beitrag von daveg » Montag 5. Mai 2014, 13:38

Anna Riccola hat geschrieben:Ich bin gegen so ein Referendum. Die Russen stellen in der Ukraine ja nur etwa 17 Prozent der Bevölkerung, das würde also nach hinten losgehen. Selbst wenn es in Donezk etwas mehr Russen wären. Die Ukraine war immer russisch, und fertig. Eine Ukraine hat es doch nie gegeben, der ganze Staat ist doch künstlich.
Das ist natürlich eine ur-demokratische Ansicht!!

Lieber kein Referendum, weil man ja Angst haben muss zu verlieren - was soll das denn??

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Re: Referendum Donezk

Beitrag von klaupe » Montag 5. Mai 2014, 16:30

daveg hat geschrieben:Das ist natürlich eine ur-demokratische Ansicht!!
Ein neues Demokratieverständnis dieser Art ist mir schon öfter aufgefallen.
Vielleicht sollte man mal die Definition von Demokratie gründlich revidieren und dem Zeitgeist anpassen.

Die "Erfinder" der Demokratie (Volksherrschaft) bei den antiken Griechenland haben als "Volk" nur einer sehr begrenzten Gruppe von Bürgern angesehen. An der griechischen "Polis" konnten nur freie Männer an Volksversammlungen teilnehmen. Frauen, den Sklaven und den Plebejern war die Teilnahme und damit auch jede Mitbestimmung versagt.
In Krisenzeiten wurde die Demokratie entweder durch die Ochlokratie abgelöst -- so wie jetzt teilweise in Osteuropa -- oder ein großer Führer hatte das Zepter in der Hand.
Lieber kein Referendum, weil man ja Angst haben muss zu verlieren - was soll das denn??
Das ist doch einfach die logische Schlussfolgerung.
Es gibt aber noch andere Mittel und Wege, um ans Ziel zu kommen!
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.

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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Berlino10 » Montag 5. Mai 2014, 16:58

Lieber kein Referendum, weil man ja Angst haben muss zu verlieren - was soll das denn??
Das ist natürlich eine Quark-Antwort

Referenden sind die notwendige Basis für Frieden.

Sie müssen das beinhalten, was auch die Mehrheiten in den Oblasten Donezk und Lugansk wünschen.
Innerhalb der Ukraine eine weitgehende kulturelle, wirtschaftliche, föderale Autonomie



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