Familienzusammenführung vor Geburt des (unehelichen) Kindes

Geheiratet - und wie weiter? Wie kommt der Ehepartner nach Deutschland? Oder vielleicht besser in die Gegenrichtung, Übersiedlung nach Russland? Dürfen die Kinder mitkommen?

Moderator: Dietrich

Alex7733
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Re: Hallo zusammen,...

Beitrag von Alex7733 » Mittwoch 20. Juli 2011, 12:13

arghmage hat geschrieben:Also mal ganz einfach aus eben gemachter Erfahrung gesagt, es geht auch ohne Kopfstaende im Sauseschritt.
Wir hatten das Visum zur Eheschliessung nach nur 2 Tagen! Wir dachten erst, die Mail von der Botschaft, das Visum ware fertig, ist ein Witz ...
Guten Morgen arghmage,

ich hätte da noch zwei Fragen, nur so rein informativ - handelt es sich hierbei um die Botschaft in Nowosibirsk, und die ABH in Berlin?

Danke im Voraus...



Zeppelin
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Re: Hallo zusammen,...

Beitrag von Zeppelin » Mittwoch 20. Juli 2011, 12:44

arghmage hat geschrieben: ... Also mal ganz einfach aus eben gemachter Erfahrung gesagt, es geht auch ohne Kopfstaende im Sauseschritt.
Wir hatten das Visum zur Eheschliessung nach nur 2 Tagen! Wir dachten erst, die Mail von der Botschaft, das Visum ware fertig, ist ein Witz ... war sie aber nicht :D
Die Botschaft hatte von sich aus angeboten, die Zustimmung der ABH per Mail einzuholen und die waren sehr fix, nach nur 2 Tagen war alles im Lot :lol:
Schön für Euch. Doch wer sprach von Kopfständen... ?
Deine Zeitangabe ist schlecht nachvollziehbar. Ab welchem Zeitpunkt sind denn die zwei Tage berechnet? Vermutlich zwischen Abgabe des Visaantrages incl. aller erforderlichen Anlagen bist zu dem Aufkleber im Pass? Das wäre ja nichts Ungewöhnliches.
arghmage hat geschrieben:Also ganz ohne Buecklinge und Puderzucker blasen gehts auch, anscheinend weiss man mittlerweile von der Existenz des Mediums Mail/Internet ;)
Auch von den deinerseits verwendeten Termini war hier bislang nichts zu vermerken. Nur frage ich mich, weshalb Du ausgerechnet mich zitert hast, um dergleichen zu suggerieren.
Aber was soll's?!

Ich bin jedenfalls der Meinung, dass vor allem möglichst präzise und konkrete Informationen hilfreich sind, um in hier oft angefragten Situationen mit Bedacht zu beraten. Reine Ergebnisse halte ich hingegen für wenig hilfreich, wenn nicht ge-/erklärt wird, wie zustande gebracht wurden.
Bekannlich liegt der "Teufel" stets im Detail. ;)
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Re: Hallo zusammen,...

Beitrag von Norbert » Mittwoch 20. Juli 2011, 13:39

Alex7733 hat geschrieben:Botschaft in Nowosibirsk
Nur zur Info: Nowosibirsk hat ein Konsulat, die Botschaft ist in Moskau. (Ich sage es nur, falls Du denen einen Brief schreiben willst o.ä. - dann sollte ja die Anschrift richtig sein.)

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Re: Hallo zusammen,...

Beitrag von Zeppelin » Mittwoch 20. Juli 2011, 13:54

Norbert hat geschrieben:Nur zur Info: Nowosibirsk hat ein Konsulat, die Botschaft ist in Moskau. (Ich sage es nur, falls Du denen einen Brief schreiben willst o.ä. - dann sollte ja die Anschrift richtig sein.)
Guter Hinweis! Ich wundere mich eh' schon immer, warum der Unterschied so selten zur Kenntnis genommen wird. Und das, obwohl in vielen qualifizierten Beiträgen hier stets von Konsulaten die Rede ist, wenn es um Visafragen geht. :roll:
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Re: Hallo zusammen,...

Beitrag von Alex7733 » Mittwoch 20. Juli 2011, 14:01

Norbert hat geschrieben:
Alex7733 hat geschrieben:Botschaft in Nowosibirsk
Nur zur Info: Nowosibirsk hat ein Konsulat, die Botschaft ist in Moskau. (Ich sage es nur, falls Du denen einen Brief schreiben willst o.ä. - dann sollte ja die Anschrift richtig sein.)
Oops - Verzeihung. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nie einen Gedanken daran verschwendet habe, ob es zwischen Konsulat und Botschaft auch nur den geringsten Unterschied gibt... :oops:

Jetzt habe ich gegoogelt und den Unterschied verstanden. Botschaft=Hauptniederlassung, Konsulat=Filiale/Zweigniederlassung.

Noch eine Sache mehr, die ich durch euch gelernt habe.

[Danke]



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Re: Familienzusammenführung vor Geburt des (unehelichen) Kin

Beitrag von Alex7733 » Sonntag 24. Juli 2011, 17:20

Ein fröhliches Hallo in die Runde!

Habe Zeppelins Rat befolgt und im Inet nach Apostille+Service+Ukraine gesucht. Gefunden habe ich etliche Rechtsanwaltskanzleien, die zumeist in Kiew sitzen. Fast ein Dutzend davon habe ich angeschrieben, lediglich vier haben geantwortet. Davon drei, dass sie sich nicht um so etwas kümmern, und nur eine, die mir ein Angebot unterbreitet hat. Nur zur Vorsicht (und damit ich von euch hinterher keinen Ärger bekomme, wieso ich nicht einfach gefragt hab), nachfolgend meine Anfrage und die Antwort. Was haltet ihr davon?

Meine Anfrage:
Guten Tag,

ich bin 1972 in Lemberg/Lwiw geboren, 1981 nach Deutschland emigriert und seit 1990 deutscher Staatsbürger.
Ich benötige jetzt eine beglaubigte Kopie meiner Geburtsurkunde (um die Übersetzung ins Deutsche kümmere ich
mich später selbst). Meine Fragen lauten wie folgt:

- Können Sie meine Geburtsurkunde besorgen und beurkunden lassen?
- Wie lange dauert es ab Auftragserteilung, bis meine Geburtsurkunde bei mir in Deutschland ist?
- Wie viel kostet es, dass Sie die Geburtsurkunde besorgen, beurkunden und an mich verschicken?

Anbei die Kopie meines Personalausweises und die Kopie meiner ins Deutsche übersetzten Geburtsurkunde.

Ich bedanke mich im Voraus, hoffe auf schnellstmögliche Antwort und verbleibe

mit freundlichem Gruß.



Die Antwort:
Sehr geehrter Herr S.,

den Kontakt zu Ihnen haben wir über den Herrn Henninger bekommen.


Um Ihren Auftrag in Lviv zu erledigen

werden wir folgende Unterlagen von Ihnen benötigen:

eine in Deutschland von Ihnen erteilte, notariell beglaubigte Vollmacht (einschließlich der nötigen Apostille zur Verwendung der Vollmachtsurkunde in der Ukraine)

und

eine in der Ukraine notariell beglaubigte Übersetzung der Vollmacht plus Apostille. Aus diesem Grund stellt es auch keine Kostenersparnis dar, wenn die Übersetzung von Ihnen selbst in Deutschland angefertigt wird. Zur Geltung der Vollmacht in der Ukraine muss die Übersetzung zwingend hier vor Ort notariell beglaubigt werden.

Bitte schicken Sie uns die Kopie Ihres Personalausweises, sowie die Kopie Ihrer ins Deutsche übersetzten Geburtsurkunde (Sie haben es in Ihrem e-mail erwähnt, leider fehlte der Anhang).

Für die Besorgung einer Geburtsurkunde berechnet die IHK Lwiw standardmäßig 100, - Euro (zzgl. MwSt).

Gesondert berechnet werden Gebühren des Justizministeriums (Urkundensuche,
Apostillierung, ca. 150 UAH + 50 UAH), sowie Übersetzungs- und Übersendungskosten.

Im Justizministerium wird die Suche und Apostillierung 2 wochen dauern
(man schickt die Unterlagen zur Apostillierung nach Kiew) + Übersetzung + Beglaubigung + Übersendung.

Falls Sie unser Angebot zur Besorgung der Urkunde nutzen möchten, bitte ich Sie beiliegende Vorschussrechnung i.H.v. 100 (zzgl.MwSt)Euro zu zahlen sowie eine Vollmacht zu erteilen auf folgende Person(en):

1. Yuriy Didevych (Юрій Дідевич), Pass Serie, Nummer: RU 888 888, gemeldet in Xxxx, vul.Xxxxxxxxxx Xxxxxxxx XX, kv. XX (Eingescannte Kopie meines Ausweises schicke ich Ihnen im Anhang zu diesem e-mail),
Identifizierungsnummer (ID-Nummer) 888 888 88 88.

2. Olesja Stepanyshyn (Олеся Степанишин), Pass Serie, Nummer: RU 777 777, gemeldet in Xxxx, vul Xxxxxxxxxx XX. kv. XX.

Bei der Erteilung der Vollmacht geben Sie bitte möglichst weites Spektrum von Vollmächten, die wir in Ihren Namen für das Bekommen Ihrer Geburtsurkunde ausführen könnten.
Dabei soll erwähnt werden, dass Sie uns für die Suche, Beantragung, Bezahlung und Abholung Ihrer Geburtsurkunde bevollmächtigen.

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen / With best regards / З повагою
Zuletzt geändert von Alex7733 am Montag 25. Juli 2011, 15:58, insgesamt 3-mal geändert.

Zeppelin
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Re: Familienzusammenführung vor Geburt des (unehelichen) Kin

Beitrag von Zeppelin » Sonntag 24. Juli 2011, 21:43

Schwer zu sagen, was davon zu halten ist.
Bei Vorauszahlungen bin ich stets sehr skeptisch. Angefragt hätte ich an Deiner Stelle aber ebenfalls mal.

Soweit ich aber in eurer Sache noch den Überblick habe, geht es ja 'nur' noch darum, ob das KG mit der Übersetzung Deiner Geburtsurkunde aus Deiner Einbürgerungsakte zufrieden ist oder nicht. Hast Du schon mal Dein Standesamt gefragt, ob es den Aufwand von Dir tatsächlich verlangen würde?
Das würde ich an Deiner Stelle als nächstes tun, bevor ich die Urkunde aus der Ukraine beschaffen (lassen) würde.

Außerdem bleibe ich - in Deinem Sinne - nach wie vor bei meiner Auffassung, Dich im Zweifelsfall darauf zu berufen, dass bei Deiner Einbürgerung Deine Identität ja zweifelsfrei festgestellt worden sein muss.

Tut mir leid, dass ich nichts besseres zu sagen habe,
aber richte bitte weiterhin freundliche Grüße von mir nach Irkutsk. Ich bleibe optimistisch, dass ihr bald wieder zusammen seid.

Gruß,
Z.
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Re: Familienzusammenführung vor Geburt des (unehelichen) Kin

Beitrag von Alex7733 » Sonntag 24. Juli 2011, 22:19

Die Vorauszahlung hat mich auch ein wenig irritiert - andererseits wollen sich die Leute dort sicherlich auch nicht vergebens bemühen. Noch etwas mehr irritierte mich das:

...Bei der Erteilung der Vollmacht geben Sie bitte möglichst weites Spektrum von Vollmächten...

Wie gesagt, ich wollte mich halt nur noch einmal mit euch beraten...

Mittlerweile habe ich heraus gefunden, dass hier in Berlin solche Sachen, wie notariell beglaubigte Vollmachten, vom Präsidenten des Landgerichts Berlin apostilliert werden. Dazu folgende Fragen: Hat das jemand von euch evtl. schon hinter sich, und wie lange dauert das?

Zeppelin, Deine Grüße richte ich aus. Danke noch einmal für die Zuversicht...

Danke im Voraus,

Alex.

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Re: Familienzusammenführung vor Geburt des (unehelichen) Kin

Beitrag von manuchka » Montag 25. Juli 2011, 17:17

Alex, das Angebot klingt seriös. Das mit der Vollmacht hat seine Ordnung, das Prozedere wie beschrieben ähnelt dem in Russland. Vorkasse ist auch in Ordnung, die wollen ja auch nicht einen Riesenaufwand betreiben und auf den Kosten sitzen bleiben, und es geht ja nicht um Riesenbeträge.

Das mit dem "möglichst breiten Spektrum" der Vollmacht ist schnell erklärt: Es ist in Russland - und offensichtlich auch in der Ukraine - nicht üblich, dass man eine Vollmacht dergestalt ausstellt, dass man jemanden allgemein mit der Vertretung seiner Interessen betraut. Sondern da steht dann sowas wie:

Vollmacht
Ort und Datum (ausgeschrieben)

Ich, (Name, Geburtsdatum, Adresse, Passdaten, Staatsbürger der ...)
bevollmächtige
XY (Name, Geburtsdatum, Adresse, Passdaten) und
YY (Name, Geburtsdatum, Adresse, Passdaten)

mit der einzelnen oder gemeinschaftlichen Vertretung meiner Rechte und Interessen in der Ukraine im Zusammenhang mit der Suche, Beantragung, Bezahlung und Abholung meiner Geburtsurkunde, insbesondere auch
1. zur Vertretung bei Standesamtsbehörden, allen kommunalen und staatlichen Behörden, Gerichten, beim Justizministerium und sonstigen offiziellen Einrichtungen in der Ukraine;
2. zur Einholung und Entgegennahme von schriftlichen und mündlichen Auskünften jeder Art,
2. zur Beantragung der Ausstellung von Urkunden und Dokumenten jeder Art im Original oder als Zweitschrift sowie beglaubigten und einfachen Kopien von Urkunden und Dokumenten und deren Abholung,
3. zur Beantragung der Apostillierung von in der Ukraine ausgestellten Urkunden und offiziellen Dokumenten durch die zuständigen ukrainischen Behörden und Ministerien sowie zur Abholung der apostillieren Dokumente,
4. zur Erstellung, Unterzeichnung, Einreichung und postalischen Absendung von Anträgen, Anfragen, Auskünften, Schreiben, Erklärungen, Empfangsbestätigungen und sonstigen Dokumenten für den Vollmachtgeber sowie Entgegennahme von an ihn adressierten Schreiben, Erklärungen und sonstigen Dokumenten;
5. zur Bezahlung von Gebühren, Kosten und sonstigen Zahlungen im Zusammenhang mit den oben stehenden Befugnissen in bar oder per Überweisung;
6. zur Ausführung aller sonstigen Handlungen, die für die Ausübung der oben stehenden Befugnisse erforderlich sind.

Diese Vollmacht ist gültig für die Dauer von 6 (oder 12) Monaten und berechtigt den/die Bevollmächtigten (nicht)* zur Erteilung von Untervollmachten.
Name / Unterschrift


Also das nur mal so als Beispiel, wie sowas aussehen könnte. Untervollmacht heißt, dass die Bevollmächtigten nicht selbst mit deiner Vollmacht in der Hand die Behördengänge machen, sondern auch wieder jemanden beauftragen können. Es ist gängige Praxis, dass nicht Anwalt A. mit Stundensatz 200 Euro die Dokumente von den Behörden holt, sondern der kanzleiinterne Kurier B. oder der Rechtsanwaltsgehilfe C. Wenn dir das recht ist, streich das (nicht)* raus.
Du erntest, was du säst.

Alex7733
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Re: Familienzusammenführung vor Geburt des (unehelichen) Kin

Beitrag von Alex7733 » Montag 25. Juli 2011, 17:42

WOW!!!

@ manuchka: [sensationell] [Danke]

Na das sieht doch sehr vernünftig aus!!! Ich hatte zwar soweit bereits alles mit der Notargehilfin meines Notars besprochen (denn die macht ja die gesamte Vorarbeit - der Notar muss nur noch einmal vorlesen und beglaubigen), aber ich hab ihr grad rübergeschickt, wie die Vollmacht aussehen sollte und sie wird alles soweit fertig machen.

Ich zweifle mittlerweile nicht mehr an der Seriösität des Anbieters. Habe mittlerweile mit ihm telefoniert. Aber mehr dazu später - muss jetzt los, die perfekte Vollmacht abholen ;)

Danke noch einmal,

Alex.



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