Familienzusammenführung vor Geburt des (unehelichen) Kindes

Geheiratet - und wie weiter? Wie kommt der Ehepartner nach Deutschland? Oder vielleicht besser in die Gegenrichtung, Übersiedlung nach Russland? Dürfen die Kinder mitkommen?

Moderator: Dietrich

Alex7733
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Familienzusammenführung vor Geburt des (unehelichen) Kindes

Beitrag von Alex7733 » Sonntag 3. Juli 2011, 21:33

...zunächst einmal - CHAPEAU! Ihr habt hier etwas beispielhaft Gutes aufgebaut. Hätte nie geglaubt, dass so etwas existiert,
aber wie es nun mal meistens der Fall ist - erst wenn der Schuh drückt, wird nach Lösungen gesucht. So bin ich auf dieses Forum aufmerksam geworden.

Nun kurz zu meiner Geschichte: Ich bin gebürtiger Russe, seit 1990 deutscher Staatsbürger, lebe in Berlin, und bin seit ca. eineinhalb Jahren mit meiner (mittlerweile) Verlobten zusammen. Wir sind gerade von einer ausgedehnten Europatour zurück gekommen, während der sie schwanger geworden ist (YIPPIEH!!!!). In Deutschland hält sie sich derzeit noch mit einem Studentenvisum auf, welches in Kürze ausläuft. Am 17. Juli, also in zwei Wochen, muss sie Deutschland verlassen, was sie auch tun wird. Danach hat sie die Möglichkeit, mit einem Touristenvisum wieder nach Deutschland einzureisen. Dieses Mal wird sie alle notwendigen Unterlagen mitbringen, um mich z. Bsp. in Dänemark zu heiraten (wenn jemand Empfehlungen hat, an wen man sich zwecks Heirat in DK wenden sollte, nehme ich auch diese dankend an). Zur Info - sie war ebenso wie ich noch nie verheiratet, hat keine Kinder und spricht gut Deutsch.

Nun zu meiner Hauptfrage: Wenn wir erst einmal legal in DK geheiratet haben und wieder nach Deutschland einreisen - MUSS sie wieder nach Russland ausreisen, oder gibt es irgend einen Weg, der es ihr ermöglicht, gleich in Deutschland zu bleiben?
Was ist überdies noch zu beachten? Wahrscheinlich muss ich meiner Krankenversicherung melden, dass ich nicht mehr ledig bin und sie in die KV einbeziehen. Auch das Finanzamt muss sicherlich über meinen neuen Familienstand informiert werden. Aber was noch? Ich bin ein wenig nervös, aufgrund der sich überschlagenden Ereignisse in meinem/unserem Leben, weshalb ich eventuell nicht einmal auf die einfachsten, logischsten und vor Allem ersten Schritte komme. Deshalb bitte ich um eure Hilfe.

Vielleicht gibt es diesbezüglich bereits einen fertigen "Ratgeber", den ich bedauerlicherweise nicht gefunden habe. In dem Fall würde ich mich über einen entsprechenden Link sehr freuen.

Ich bedanke mich recht herzlich im Voraus und hoffe auf baldige Antwort.

Alex



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Re: Hallo zusammen,...

Beitrag von Norbert » Montag 4. Juli 2011, 09:03

Alex7733 hat geschrieben:Nun zu meiner Hauptfrage: Wenn wir erst einmal legal in DK geheiratet haben und wieder nach Deutschland einreisen - MUSS sie wieder nach Russland ausreisen, oder gibt es irgend einen Weg, der es ihr ermöglicht, gleich in Deutschland zu bleiben?
Wenn Ihr dies definitiv vermeiden wollt, müsst Ihr in Deutschland heiraten. (Es gibt Fälle, bei denen auch nach der Heirat in DK keine Ausreise gefordert wurde, aber dies hängt einzig vom Wohlwollen der Ausländerbehörde ab.)

Und schon allein weil eine Hochzeit etwas besonderes ist, empfehle ich dies in Deutschland oder Russland mit Freunden und Verwandten - und nicht in Dänemark (meine Assoziation: Pommes bei McDrive).

Du kannst auch eine Vaterschaftsanerkennung machen, dann darf Deine Frau als Mutter des künftigen Kindes einreisen. Denn ein deutsches Kind hat das Recht, in Deutschland geboren zu werden. Und auch danach darf Deine Freundin als Mutter eines Deutschen vor Ort bleiben. Wie die Vaterschaftsanerkennung in diesem Fall läuft, weiß ich aber nicht. Ist sicher nicht ganz simpel, aber irgendwie machbar.

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Re: Hallo zusammen,...

Beitrag von Alex7733 » Montag 4. Juli 2011, 10:00

Guten Morgen Norbert, vielen Dank für Deine Antwort.
Norbert hat geschrieben:Und schon allein weil eine Hochzeit etwas besonderes ist, empfehle ich dies in Deutschland oder Russland mit Freunden und Verwandten - und nicht in Dänemark (meine Assoziation: Pommes bei McDrive).
Kann ich rein objektiv nachvollziehen, bei uns beiden ist es jedoch tatsächlich so, dass wir überhaupt keinen Wert auf die "klassische" Hochzeit legen.
Norbert hat geschrieben:Du kannst auch eine Vaterschaftsanerkennung machen, dann darf Deine Frau als Mutter des künftigen Kindes einreisen. Denn ein deutsches Kind hat das Recht, in Deutschland geboren zu werden. Und auch danach darf Deine Freundin als Mutter eines Deutschen vor Ort bleiben. Wie die Vaterschaftsanerkennung in diesem Fall läuft, weiß ich aber nicht. Ist sicher nicht ganz simpel, aber irgendwie machbar.
Ab wann ist das möglich? Erst wenn das Kind zur Welt gekommen ist, oder wenn man die Schwangerschaft sieht, bzw. ein Frauenarzt diese bestätigt?

Noch ein Gedanke: Nehmen wir an, meine Verlobte kommt wieder nach Deutschland (mit einem Touristenvisum) - darf ich sie dann überhaupt in Deutschland heiraten? Wie kurzfristig ginge das?

Und diesbezüglich auch noch folgende Möglichkeit: Sie kommt wieder mit einem Studentenvisum wieder nach Berlin. Darf ich sie dann hier in D heiraten, und ist es in dem Fall vielleicht noch einfacher? Das Studium würde sie dann aufgrund der Schwangerschaft abbrechen, aber dürfte sie dann gleich in D bleiben?

Sorry für die vielen Gedankensprünge, aber ich suche halt nach der bequemsten legalen Möglichkeit. Vielen lieben Dank im Voraus für alle Antworten!

Alex

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Re: Hallo zusammen,...

Beitrag von Norbert » Montag 4. Juli 2011, 10:23

Alex7733 hat geschrieben:Ab wann ist das möglich? Erst wenn das Kind zur Welt gekommen ist, oder wenn man die Schwangerschaft sieht, bzw. ein Frauenarzt diese bestätigt?
Ich schrieb ja bereits: "... ein deutsches Kind hat das Recht, in Deutschland geboren zu werden." Dies bedeutet - sie darf vor der Geburt nach Deutschland kommen! Soweit ich weiß, muss die Schwangerschaft vom Arzt bestätigt sein und Du musst vermutlich über einen Notar die Vaterschaft formell anerkennen. Wenn Dich dieser Weg interessiert, frage bei der für Deine Frau zuständigen Visa-Stelle an, welchen Nachweis sie von einer unverheirateten Schwangeren in diesem Fall fordern. (Achtung, dieser Fall ist in keinem Gesetz geregelt, aber es gibt dazu ein Musterurteil, welches wohl befolgt wird.)

Bedenkt aber, dass Deine Frau dann in einer fremden Umgebung plötzlich in ein fremdsprachiges Kranken- oder Geburtshaus muss. (In größeren Städten gibt es immerhin Einrichtungen, wo auch russischsprachige Krankenschwestern arbeiten.) Das hätte meine Frau ausdrücklich nicht gewollt!
Noch ein Gedanke: Nehmen wir an, meine Verlobte kommt wieder nach Deutschland (mit einem Touristenvisum) - darf ich sie dann überhaupt in Deutschland heiraten? Wie kurzfristig ginge das?
Analog zu Dänemark: Sie darf es, da es aber formell ein Verstoß gegen die Visaregeln ist, kann (!) das Ausländeramt eine Ausreise und anschließende formelle Familienzusammenführung fordern.

Ein Verstoß gegen die Visaregeln ist es quasi in beiden Ländern, da Ihr von vorn herein eine Hochzeit vor habt. Dafür gibt es Hochzeits- und Familienzusammenführungsvisa. Man kann auch legal während einer touristischen Reise heiraten, aber dies muss rein formell "zufällig und spontan" erfolgen. Wenn daran Zweifel bestehen, können Euch die Behörden anschließend natürlich Steine in den Weg legen. Können, müssen nicht. Wenn Du in einem kleinen Dorf lebst, lässt sich sicher viel mehr klären als in einer konservativen Großstadt wie München!

Zur Heirat in Dänemark lese bitte die vielen anderen kontroversen Diskussionen hier im Forum. Suchfunktion!

Beachte, dass Deine Frau für eine FZF Deutsch auf Niveau A1 sprechen muss! (Dies gilt aber nicht für den Fall, dass sie als Mutter Eures Kindes nach Deutschland kommt - da dies eine andere Rechtsgrundlage ist.)
Alex7733 hat geschrieben:Kann ich rein objektiv nachvollziehen, bei uns beiden ist es jedoch tatsächlich so, dass wir überhaupt keinen Wert auf die "klassische" Hochzeit legen.
Und Eure Eltern? Also mir wäre es wichtig, dass mir meine Schwiegereltern wohlgesonnen sind, beispielsweise. Und wie gesagt, man heiratet nur einmal im Leben. Und gerade in Russland ist eine Hochzeit wirklich ein sehr schönes, rauschendes Fest. (Zumal der Papieraufwand auch machbar ist.)

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Re: Hallo zusammen,...

Beitrag von Zeppelin » Montag 4. Juli 2011, 10:23

Norbert war zwar inzw. schneller, aber dennoch:
Alex7733 hat geschrieben:...zunächst einmal - CHAPEAU! Ihr habt hier etwas beispielhaft Gutes aufgebaut. Hätte nie geglaubt, dass so etwas existiert,...
Das Lob wird sicher alle Beteiligten freuen.
Ein Wunder ist es allerdings nicht, dass gerade auch das Unterforum dt.-russ Partnersachaften / Ehen so stark genutzt wird.
Wenn Du hier mal etwas ausfürlicher nachliest, wirst Du feststellen, dass hier mit der Zeit zahlreiche Geschichten über mehr oder weniger abenteuerliche Umstände vom Kennenlernen, über heiraten, übersiedeln, Kinder bekommen oder annehmen usw. aufgelaufen sind.
Und viele Leute berichten halt ganz gern davon, um anderen Leuten zu helfen, Probleme zu vermeiden, Verfahren so kurz wie möglich zu halten usw.
Du kannst auch leicht festetellen, dass kaum ein Fall dem andern gleicht. Die konkreten Umstände sind derart verschieden und individuell, dass allgemeine Ratschläge nie so zu hundert % übernommen werden können.

Einen ganz wichtigen und richtigen Rat hat Norbert Euch ja schon gegeben.
Ihr solltet wirklich in D oder RUS heiraten. Abgesehen von der schöneren Atmosphäre im vertrauten Umfeld von Familie und Freunden, würde eine Heirat in DK nur den zweifellos positiven Leumund Deiner Verlobten warscheinlich beschädigen.
Du kannst es ruhig glauben: Es ist wirklich nicht so schwierig und langwierig, wie oft behauptet wird.
Schließlich solltet ihr auch bedenken, dass es auch erheblich Zeit und (Reise-)Kosten erspart, wenn Deine künftige direkt nach Eurer Heirat die ganzen Pass- und Urkundenangelegenheiten bei den Heimatbehörden vor Ort erledigen kann. Daher würde ich in Eurem Fall eher eine Heirat in RUS empfehlen.

Norberts Tipp mit der Vaterschaftsanerkennung ist natürlich auch goldrichtig.
Wie das geht, erzählt Euch das zuständige Jugendamt. Es wäre natürlich gut, wenn Ihr das noch erledigen könnt, solange Deine Verlobte noch hier ist.

Außerdem würde ich möglich an Eurer Stelle auch schnell noch einen Termin bei Eurer ABH vereinbaren und dort Eure Pkäne darlegen. Das beschleunigt sehr wahrscheinlich das spätere Verfahren der Familienzusammenführung.

Das Finanzamt ist erst mal nicht so wichtig. Da kann man sich melden, wenn Deine künftige hier Ihren Hauptwohnsitz angemeldet hat.

Krankenkasse: Da würde ich mal hingehen bzw. anrufen und fragen, ob die bereit ist, eine Vorabzustimmung zur Aufnahme Deiner künftigen in die Familienversicherung auszustellen. Diese würde zwar bis zur Eheschließung und Wohnsitzanmeldung in D fiktiv wirken, aber dann kraut man nur für die kurze Zeit der Übersiedlung eine private Reisekrankenversicherung.

Ansonsten siehe bitte die jeweiligen FAQ zur Eheschließung in RUS bzw. in D.

Wenn Du noch konkrete Fragen zu Behörden oder so hast, melde Dich einfach.

Gruß,
Z.
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Re: Hallo zusammen,...

Beitrag von Zeppelin » Montag 4. Juli 2011, 11:09

Norbert hat geschrieben:Wenn Du in einem kleinen Dorf lebst, lässt sich sicher viel mehr klären als in einer konservativen Großstadt wie München!
Oh, da muss ich mal etwas zur Ehrenrettung der Münchener ABH sagen. Von dort habe ich - inbesondere gegenüber Russinen und Russen - nur positives gehört. Die sind erstaunlich liberal - was man kaum erwarten dürfte.
Ganz im Unterschied dazu ist ausgerechnet Hamburg das genaue Gegenteil davon
Beachte, dass Deine Frau für eine FZF Deutsch auf Niveau A1 sprechen muss! (Dies gilt aber nicht für den Fall, dass sie als Mutter Eures Kindes nach Deutschland kommt - da dies eine andere Rechtsgrundlage ist.)
Alex hatte ja schon geschrieben, dass sie gut Deutsch kann. Immerhin hat sie ja hier studiert.
Alex7733 hat geschrieben:Kann ich rein objektiv nachvollziehen, bei uns beiden ist es jedoch tatsächlich so, dass wir überhaupt keinen Wert auf die "klassische" Hochzeit legen.
Ich hatte ja oben schon dargelegt, weshalb ich eher zu einer Heirat in RUS oder D rate.

Heiraten in D mit Studi- oder Tourivisum? Es ist schon grundsätzlich richtig, was Norber dazu gesagt hat, aber das würde ich in Eurem Fall nicht so eng sehen.
Am einfachsten wäre das mit einem Studivisum. Deine Verlobte hat zweifelsfrei eine positive Akte bei der ABH. Da gibt es eigentlich keinen Grund, Deine Verlobte nach einer 'spontanen' Heiriat hier zunächst zur Rückkehr zu zwingen. -Schon gar nicht, da sie von Dir schwanger ist.

Doch selbst mit einem Tourivisum würde ich es darauf ankommen lassen. (Das haben wir einst selbst so gemacht.)
Ein freundliche Sachbearbeiter meiner ABH hatte mir davor wörtlich am Tel. vorher mal gesagt, dass man sich diese Mühe nur dann machen würde, wenn die betreffende Person hier schwer straffällig geworden wäre.
Es war sogar direkt ein Spaß, als wir damals als frisch Vermälte gaaaanz 'unschuldig' bei unserer ABH auf der Matte standen. Die haben sich dort zwar alle Mühe gegeben, uns ganz streng anzuschauen und den bösen Zeigefinger zu erheben, aaber letztlich konnten sie sich ein freundlichens Grinsen doch nicht verkneifen.
Ist ja auch irgend wie klar: Es erspart der ABH und dem Konsulat eine Menge Arbeit.
Unter gewissen Umständen kann die FZF eh nicht verweigert werden. Und wieso sollen sich da die Behörden unnötige Arbeit aufhalsen und womöglich gar noch einen Rechtsstreit riskieren.

Streng genommen, liegt nämlich nur dann ein Verstoß gegen die Visaregeln vor, wenn eine geplante Eheschließung der Hauptzweck für die Beantragung eines Visums ist. Das muss erst mal wer nachweisen.
Nur das Konsulat kann vorab ein Visum auf Verdacht ablehnen.
Aber es ist gar nicht so einfach, die rechtmäßige Ehegattin (und dazu noch werdende Mutter des Kindes) eines dt. Staatsangehörigen hier wieder rauszuschmeißen.

Aber auch der ganz legale Weg über ein Visum zur Eheschließung dürfte in Eurem Fall bei guter Organisation und Planung in aller kürzester Zeit möglich sein.
Am längsten dauert dabei sowieso meisten das OLG-Verfahren.
Angenommen, Deine Verlobte reist - wie ja geplant - ganz ordentlich erst einmal wieder aus: Vorher geht ihr zum Standesamt und meldet an, dass ihr heiraten wollt.
Dann wisst Ihr genau, welche Dokumente zu besorgen sind.
Außerdem kann man bei der ABH versuchen, mit ein paar netten Worten deren Vorabzustimmung zur Erteilung eines Heiratsvisums zu bekommen. (Das können die machen, müssen sie aber nicht.)

In RUS angekommen, dann eben gleich beim Konsulat das Visum beantragen und die nötigen Urkunden beschaffen.

Da sollte insgesamt in etwa sechs Wochen die Wiedereinreise nach D, Heirat und Erteilung der AE möglich sein, sofern die Behörden nicht gerade total überlastet sein.

Du siehst also: Ihr habt allerlei Alternativen und meiner Meinung nach kaum Probleme zu erwarten.

Gruß,
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Re: Hallo zusammen,...

Beitrag von Norbert » Montag 4. Juli 2011, 11:21

Ich schließe mich Zeppelin voll und ganz an!

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Re: Hallo zusammen,...

Beitrag von Zeppelin » Montag 4. Juli 2011, 12:16

Und ich leg noch einen drauf: So günstige Ausgangsbedingungen wie Ihr hat kaum ein Paar.

Dennoch ist es sehr gut - wenn auch etwas spät - sich ruhig vorher die richtigen Gedanken zu machen und eben, wie hier geschehen, entsprechend Leute mit den relevanten Erfahrungen zu fragen.

Doch noch ein Paar Dinge zu Eurer Beruhigung: Viele unnötige Sorgen und Ängste sind der allgemeinen Gerüchteküche geschuldet! Da gibt es die abstrusesten Halbwahrheiten, Lügen und frei erfundene Geschichten.

Man muss einfach ganz nüchtern zur Kenntnis nehmen, das Leute aus RUS - zumal wenn sie jung und gebildet sind - auch offiziell durchaus sehr willkommen sind. Bekannt sind ja deren enorme Leistungsbereitschaft und hohe Integrationsbereitschaft. Selbst ein gewisser russischer Akzjent ist ja als sehr charmant angesehen.

Ferner hat D ja auch schon einiges in die Ausbildung der Verlobten investiert. Dass das bei der aktuellen Debatte über Fachkräftemängel und das demografische Problem sehr von Bedeutung ist, braucht man wohl nicht erklären.

Auch historisch bedingt sowie geostrategisch ist D natürlich an einem guten Image in RUS interessiert. Und das dürfte auch anders herum gelten.

Man muss schließlich auch beachten, dass RUS eben auch Mitglied der Haager Konvention (Apostillenstaat) ist. Ein enormer Vorteil für binationale Ehen und auch für wirtschaftliche Beziehungen.
Da stehen Leute aus Teilen Afrikas, Asiens und Südamerikas oft viel schlechter da.

Einzig ärgerlich sind eigentlich nur gewisse Eigenheiten des russ. Rechts- und Verwaltungssystems, das bis heute gewisse internationale Gepflogenheiten (zumindest der 'westlichen' Welt) nicht erfüllt. Als Bsp. nenne ich da nur, das RUS keine FZF ausstellt (was ja problemlos möglich wäre) sowie Sorgerecht und Staatsangehörigkeitsrecht.

Hervorzuheben ist auch noch, das RUS hier eine ziemlich hohe Dichte an diplomatischen Vertretungen unterhält. Die Briten z.B. sind da bei weitem nicht so entgegenkommend.

Ich versteige mich sogar zu der Vermutung, das selbst die russ. Regierung längst bemerkt hat, das RUS durchaus auch davon profitiert, wenn seine Leute im Ausland leben - auch wenn dies nicht ganz mit der allgemeinen nationalistischen Grundhaltung zu entsprechen scheint.

Nun aber genug damit! Seit einfach optimistisch, schlau, schnell und freut Euch auf Ehe und Baby.

Gruß,
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Re: Hallo zusammen,...

Beitrag von Alex7733 » Montag 4. Juli 2011, 17:47

Vielen lieben Dank für die Antworten und das Beruhigen!!! Ich hab zwischendurch immer fleißig vom iPhone aus gelesen, bin jetzt aber an einem richtigen Rechner und hoffe, auf alles von euch Geschriebene eingehen zu können.

Wie bereits geschrieben - meine Verlobte kann ziemlich gut Deutsch. Sie besuchte die Waldorfschule in Irkutsk, studierte dann zwei Jahre lang Chinesisch (teilweise in China) und Wirtschaft in Irkutsk, kam dann für ein Jahr an eine Schule in Bayern, um dort Deutsch zu lernen, hat dort spaßeshalber gleich den Realschulabschluss mitgemacht, und bewirbt sich derzeit, da wir in Berlin wohnen, an Berliner und Potsdamer Unis für einige Studiengänge, die sie interessieren. Da man das Leben aber nur bedingt planen kann, befinden wir uns augenblicklich in der bereits zuvor geschilderten Situation.

Norbert:
Dass ein deutsches Kind auch das Recht hat, in Deutschland zur Welt zu kommen, ist schon mal sehr gut.
Gibt es eventuell einen Link zu dem von Dir genannten Musterurteil, bzw. zu dessen Wortlaut?
Dass eine Hochzeit unter den Umständen nur legal ist, sofern sie "spontan und zufällig" erfolgt, wusste ich z. Bsp. auch nicht. Danke.
Zu Deinem Anstoss, man solle vielleicht doch noch einmal unvoreingenommen über eine Hochzeit in Russland nachdenken (so habe ich das einfach mal aufgefasst) - ich bin mir absolut sicher, dass der Aufwand leicht zu bewältigen wäre. Auch kenne ich die "rauschenden Feste", von denen Du sprichst. Ich war schon auf diversen russischen Hochzeiten in D und in RUS, jeweils einmal sogar als Trauzeuge, sonst als Gast. Norbert, ich möchte es mir weder mit Dir, noch mit sonst wem hier verscherzen, aber das ist nichts für mich. Ich war stets der Auffassung, dass man diese Tradition nur fortführt, weil man sich u. U. verpflichtet fühlt, z. Bsp. gegenüber den von Dir angesprochenen Eltern, oder gegenüber dem Partner / der Partnerin, weil es stets sein / ihr Traum gewesen ist groß / kirchlich / in weiß zu heiraten, mit sehr vielen Freunden und Familienmitgliedern. Gott sei Dank hält mein Sonnenschein auch nichts von solchen "Massenhysterien", wie sie es nennt. Gott sei Dank! Sonst hätte ich mich ihr gegenüber verpflichtet gefühlt ;) Und mit unseren jeweiligen Schwiegereltern haben wir einfach Glück. Wir beide haben uns einst erst durch unsere Familien kennengelernt. Sie werden uns unsere "Unvernunft" zweifellos verzeihen. Nur ein kleines weiteres Beispiel zu unserer unkonventionellen Einstellung - wir werden keine klassischen Ringe haben, sondern diese auf unsere Finger eintätowieren lassen (für beide das erste Tattoo)...

Zeppelin:
Du hast absolut Recht - ich habe mir hier, noch bevor ich geschrieben habe, etliche Geschichten durchgelesen, in der Hoffnung, auf diesem Weg Antworten zu finden und festgestellt, dass tatsächlich jeder sein eigenes, individuell geschnürtes Problem-Paket hat, das nach Lösungen verlangt. Auch was Du über die teilweise noch sehr verkalkte russische Bürokratie geschrieben hast, stimmt.

Jugendamt ist gleich um die Ecke, da können wir noch zeitnah hingehen. "Finanzamt kann warten, Krankenkasse - Vorabzustimmung erbitten", alles klar. Je mehr Informationen ich von euch bekomme, desto mehr erschliesst sich mir eine Hochzeit in Deutschland. Da gibt es nur ein klitzekleines Problemchen :roll:

Meine Verlobte möchte am liebsten keinesfalls in D oder RUS heiraten. Der Grund dafür ist ziemlich einfach. Ihre Familie lebt ausnahmslos in RUS, meine fast komplett in D und ein kleiner Teil in RUS. Ob dort, oder hier - irgendwer würde sich zweifellos immer als ausgeschlossen empfinden. Um diesen Umstand von vornherein zu verhindern, könnten wir ganz in Ruhe in DK heiraten. Noch schöner /stylischer / verrückter wäre für uns beide eine Hochzeit in Las Vegas! Dies bringt mich direkt zu den nächsten Fragen -

welche ist die einfachste Möglichkeit, dass sie wieder nach D kommt und wir nach LV fliegen können, um dort zu heiraten (noch spontaner und zufälliger geht es doch kaum)? Meine Frage bezieht sich auf das "Visa-Problem". Mit welchem Visum für D, bzw. Schengen, dürfte sie als Tourist in die USA reisen? Die USA-Eheschliessung wird in D doch anerkannt, oder? Müsste sie nach einer solchen Ehe-Schliessung auch wieder aus D ausreisen und in RUS alle möglichen / notwendigen Unterlagen einholen und Behörden-Rennereien erledigen?

Sorry und noch einmal vielen lieben Dank für eure Mühe. In Berlin steht ein kühles Bier für euch bereit, oder auch ein nicht allzu kalter Rotwein ;)

Danke!

Alex

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Re: Hallo zusammen,...

Beitrag von harald63 » Montag 4. Juli 2011, 17:56

Den Amis ist ein D- oder Schengen-Visum natürlich lang wie breit. So wie uns ein US-Visum lang wie breit ist. Will ich nach USA, brauch ich ein US-Visum.
Legal ist eine ordentlich LV-Heirat wohl schon. Die Frage ist, wie entgegenkommend dann die Behörden hier reagieren, wenn man mit sowas antanzt. Übrigens, wenn es um die Vermeidung von großen Festen geht: Eine standesamtliche Heirat kann man so klein machen, wie man will (braucht man überhaupt noch Trauzeugen?). Wenn da niemand dabei ist, kann sich keine Seite beklagen, dass sie nicht dabei sein konnte.



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