Der Russlandreisende stellt sich vor und hat Fragen

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Saboteur
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Re: Der Russlandreisende stellt sich vor und hat Fragen

Beitrag von Saboteur » Samstag 18. November 2017, 20:26

Russlandreisender hat geschrieben: 2. Wolgograd. Diese Stadt bzw. die ganze Region dort verbindet ja mit Deutschland eine sehr leidvolle Geschichte. Ist es interessant, Wolgograd zu besuchen?
Schön, naja. Ich würde sagen Sie ist sehenswert und auf jeden Fall interessant. In der Stadt an der Wolga, am Don, die Balkas und in der Steppe ist es schön - sehr schön sogar (Wenn man dem was abgewinnen kann - ich für meinen Teil sehr. Andere finden es langweilig. Allein schon der Geruch ist was schönes). Wenn einen Geschichte interessiert würde ich auf jeden Fall einen Schlenker machen. Besuchen würde ich die Stadt selbst, die Steppe, die Wolga, den Don, die deutsch-russische Kriegsgräberstätte in Rossoshka (Военно-мемориальное кладбище Россошки) und eventuell sogar die Kamlückensteppe. Ольховка ist auch interessant, etwas hügelig, Kalkhügel und ein Kloster, bzw. eine in den Fels gehauene Klosteranlage (Свято-Троицкий Белогорский Монастырь bei Каменный Брод). Berlino hat ja auch schon die Salzseen erwähnt - die ich nicht kenne. Man aber da unten grundsätzlich kennt. Aber das ist schon recht konkret. Wenn du dich für die Ecke entschieden hast können wir ja nochmal zusammentragen was es so gibt. Ich persönlich würde es mir nicht entgehen lassen, da auch die landschaftlichen Gegensätze/Veränderungen spannend sind, besonders wenn man dann wieder hoch nach Ufa fährt. Wann bist schonmal auf der Ecke?! :)

Ich habe dir die Sachen mal kyrillisch reinkopiert. Dann findest du es bei Googlemaps oder Bildersuche etwas leichter.

PS: ein paar Fotos kann ich dir auch raussuchen - bei Bedarf.
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Re: Der Russlandreisende stellt sich vor und hat Fragen

Beitrag von Russlandreisender » Samstag 18. November 2017, 21:11

Danke für Deine Antwort, Saboteur.
Wir werden auf alle Fälle in der Gegend Wolgograd sein, die Stadt besuchen, Stalingradmuseum, die Deutsche Kolonie, den russisch-deutschen Soldatenfriedhof, die Wolga, den Don, usw.
Wir kommen von Nischni Nowgorod und fahren dann weiter nach Moskau.

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Re: Der Russlandreisende stellt sich vor und hat Fragen

Beitrag von m1009 » Samstag 18. November 2017, 22:35

Andere finden es langweilig
Wenn ich ehrlich sein darf... ob nun Saratov, Samara oder Volgograd.... irgendwie alles aehnlich. Und trotzdem anders. In Volgograd hat man halt noch die Geschichte....

Der "Mutter-Heimat" Statue statte ich jedesmal einen Besuch ab, wenn ich in der Naehe bin.... Im Sommer sehr empfehlenswert, zum Sonnenaufgang.

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Saboteur
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Re: Der Russlandreisende stellt sich vor und hat Fragen

Beitrag von Saboteur » Samstag 18. November 2017, 23:01

m1009 hat geschrieben:In Volgograd hat man halt noch die Geschichte....

Der "Mutter-Heimat" Statue statte ich jedesmal einen Besuch ab, wenn ich in der Naehe bin.... Im Sommer sehr empfehlenswert, zum Sonnenaufgang.
Ja absolut. Ich habe dort und in der Steppe meine Liebe zu Russland und der russischen Sprache entdeckt. Das ist meine ganz persönliche Verbindung zu der Ecke.

Ja den Mamaev Kurgan. Tatsächlich war ich noch nicht im Morgengrauen da - stelle ich mir aber sehr schön vor. Vor allem den Blick Richtung Stadt und Wolga am Morgen
Die Sonne geht ja auch in der Richtung auf. Hmmm kriege gerade Lust darauf. Vielleicht mache ich das das nächste Mal dort.. Einmal war ich nachts und alleine oben drauf. Das hatte auch was.
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Re: Der Russlandreisende stellt sich vor und hat Fragen

Beitrag von Evgenij » Montag 20. November 2017, 15:39

ZU Baikalsee u. Umgebung:

Wenn Ihr in Tschita seid, so ist ein Schlenker zum Aginskij Dazan empfehlenswert.
Die Regionen wie Irkutsker Oblast, Burjatien u. Transbaikalien waren (ab dem 18 Jhd.) geradezu mit buddhistischen Klöstern/Tempeln übersät, wie die folgende Karte auch zeigt: (auch heute noch sind einige übrig geblieben)
Bild
(Als wir selbst dort in Burjatien noch wohnten, kannte ich persönlich nur 2-3 davon).

Der wohl bekannteste ist Iwolginski Dazan, was nicht weit weg von Ulan-Ude liegt.
Es gibt aber mindestens noch zwei weitere bekannte/bedeutende, die ebenso zu empfehlen sind, wie:

- Tamtschinski-Dazan u.
- Der Sartul-Gegetui-Dazan

Um die zu besichtigen, fährt man dann von Ulan-Ude aus Richtung Süd/Süd-Westen – Straße zur Mongolei.

Die vier insgesamt stellen quasi sowas wie "Eckpfeiler" des dortigen (heutigen) Buddhismus dar!
(Deine Frau würde damit dann vermutlich/bestimmt so richtig auf seine/ihre Kosten kommen ;))

In der Stadt Ulan-Ude selbst bzw. in den Vororten ist
- das Ethnografische Museum Transbaikaliens (samt St.-Nikolaus-Kirche) sehr sehenswert.
Ebenso sind dort die Anwesen von Semeiskije (Altgläubige) zu sehen.

Die Region(en) ist/sind aber ebenso vom Schamanismus geprägt, dessen Reste (aber auch z.T. nach wie vor praktizierenden Rituale/Bräuche) vielerorts vorzufinden sind. Den dort lebenden Russen sind diese auch nicht völlig unbekannt.

Ab Ulan-Ude besteht die Möglichkeit ins Bargusin-Naturreservat (Richtung Norden/entlang des Ostufers) zu fahren, was sehr schöne Gegend ist.
Die Meisten fahren dann aber Richtung Irkutsk (falls vom Osten her kommend);
auf dem Weg dahin – auf der der Strecke: Baikalsk – Sljudjanka - Kultuk befinden sich:
- das "Schamanische" Kap u.
- Bucht "Kultuk".

Diese Orte/Gegenden sind bei den Touristen sehr beliebt.

ABER ACHTUNG:
  • Entlang der dortigen Trasse gibt es eine ganze Fülle an Verkaufsständen, wo auch gerne - neben den Souvenirs - Fisch, meist Omul (lachsartig) - den es in allen möglichen Variationen dort gibt, wie: frisch, gesalzen, kalt- u. heißgeräuchert sowie Dürrfisch verkauft wird – den erstgenannten meistens dann aber doch nicht so frisch..
    Mal aber davon abgesehen, ist grundsätzlich vom solchen Kauf (dort) schlicht abzuraten -, zum einem wegen den ganzen/vielen Abgasen (von den Autos), zum anderen des hohen Preises wegen.
    Aber auch im Allgemeinen wird die Lage am südlichen Ufer in Sachen Ökologie immer prekärer.
    Von Jahr zu Jahr wird die Region dort zwar immer mehr "kommerzialisiert", dafür (oder grade aus dem Grund) bleibt dann die Natur aber auf der Strecke. So sind in den letzten Jahren rund um den Baikalsee sehr viele Müllhalden entstanden – vor allem die Touris tragen einen großen Teil dazu bei, indem sie ihr Müll oft einfach dort liegen lassen.
    Die Behörden kommen aber nur mühsam/schleppend nach, und auch in naher Zukunft scheint die Lösung des Problems nicht in Sicht zu sein.
  • Des Weiteren ist auch das Trinken aus dem See nicht (mehr) zu empfehlen. Wenn man noch vor gut 20-30 Jahren das fast ohne Bedenken machen konnte, so ist es heutzutage aufgrund der mehr oder minder starken Wasserverunreinigung echt nicht mehr der Fall.
    Dafür im Norden sieht es ganz anders aus.
Zurück zum Kultuk:

In der Nähe des Ortes endet die sog. Baikalrundbahn – diese Bahnstrecke ist als Ingenieurbauwerk mit deren Tunneln und Brücken sehr interessant.

Nächstes "Highlight" ist das Tunka-Tal, von Kultuk aus Richtung Westen entlang des Tunkinskij Trakt (A 333), dort befindet sich
- der Tunka-Nationalpark (Thermal-Quellen gibt’s auch).

Nach dem man dann in Irkutsk angekommen ist und sich alles - was man sich vorgenommen hat - auch angesehen hat
(hierzu siehe den Link zum Buch weiter unten, was von mir zu empfehlen ist),
hat man die Möglichkeit entweder mit dem Auto (direkt zur Insel via Fähre) oder wenn man sich die Füße etwas vertreten möchte mit so nem Ding (Kometa-15)
Bild

zur Insel Olchon zu düsen.
(es geht sowohl von Irkutsk, als auch von Sewerobaikalsk aus). (Quelle: https://uritsk.livejournal.com/29926.html)

Wenn man mit dem Auto war, so nimmt man anschließend diese Strecke, um nach Sewerobaikalsk zu fahren.

Der Norden ist sehr sauber (da keine Industrie, unberührte u. schönste Natur von den Bergen umringt)

Zu sehen/besichtigen:

- Great Baikal Trail (ein Paradies für Wanderer), aber auch für Biker die ganze Region an sich
- Glimmer-Seen (Perfekter Ort für Camper)
- Mindestens vier verschiede Thermalquellen (je nach Mineraliengehalt mit heilender Wirkung)
- Ein Dorf namens Baikalskoje (Байкальское)
- Bei Nischneangarsk ein Museum für indigene (Ur-)Völker (u.a. Ewenken) etc..

Buchempfehlung:

Habe kurz überflogen: ziemlich aktuell u. gut geschrieben, alles was man braucht/wissen muss, ist drin (sogar etwas mehr) :)
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Re: Der Russlandreisende stellt sich vor und hat Fragen

Beitrag von m5bere2 » Montag 20. November 2017, 18:22

Es gibt auch in Ulan-Ude selbst jetzt einen relativ neuen Dazan. Von dort hat man gute Aussicht.

Müllhalden an Touristenstränden am Baikal, ja ... das kann ich bestätigen. Auf der Westseite habe ich das nicht gesehen, auf der Ostseite schon, ich war schockiert...

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Re: Der Russlandreisende stellt sich vor und hat Fragen

Beitrag von Russlandreisender » Montag 20. November 2017, 21:26

Lieber Evgenij,

Ich habe alles "durchgearbeitet" und soweit es passt, in mein Roadbook aufgenommen. Am Baikalsee will ich von der Insel Olchon aus gesehen nicht weiter in den Norden fahren, sondern mit dem Speedboat von Irkutsk auf die Insel und dann wieder zurück nach Irkutsk fahren. Auf jeden Fall möchte ich mich gerne wieder sehr herzlich bedanken, für Deine "Guide-Arbeiten", also für Dein Fremdenführer-Engagement hier. Ich finde das wirklich sehr bemerkenswert, denn es erfordert doch einiges an Gehirnschmalz und vor allem Zeitaufwand, das alles so "zu Papier" zu bringen, wie Du es tust. Vielen vielen Dank, meinetwegen gerne immer noch mehr, ich bin begeistert, aber ich appelliere an Dich, Deinen Zeitaufwand, den Du erbringst, gut in der Kontrolle zu haben :D. Ich war heute im Buchladen und habe das Buch über den Baikalsee von Heike Mall und Roger Just bestellt.

Eine Frage habe ich: Kann man das Auto einfach in Irkutsk am Hafen oder wo auch immer stehen lassen, alleine lassen, und für einen oder zwei Tage auf die Insel Olchon verschwinden? Ich meine, nicht dass ich zwei Autos habe, wenn ich zurück komme ;). Oder sollte ich mich auf einen Hotelparkplatz stellen und im Hotel die Leute bitten, ein Auge auf das Auto zu haben?

Übrigens, weil Du gesagt hast, meine Frau würde, in Beziehung auf die buddhistischen Tempel und Lehrstätten, so richtig auf ihre Kosten kommen: Du scheinst sie gut zu kennen, sie ist nämlich wirkliche eine buddhistisch Gläubige, und ihre Augen leuchteten schon, als sie nur die Karte mit den Tempeln gesehen hat.

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Re: Der Russlandreisende stellt sich vor und hat Fragen

Beitrag von m1009 » Montag 20. November 2017, 22:35

Oder sollte ich mich auf einen Hotelparkplatz stellen und im Hotel die Leute bitten, ein Auge auf das Auto zu haben?
Auf jeden Fall.

Es gibt in jeder Stadt bewachte Parkplaetze. Kost nicht die Welt. Meiner Erfahrung nach zwischen 30 und 150 Rubel/Tag.

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Re: Der Russlandreisende stellt sich vor und hat Fragen

Beitrag von Russlandreisender » Montag 20. November 2017, 22:44

Vielen Dank!

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Der Russlandreisende stellt sich vor und hat Fragen

Beitrag von Tonicek » Dienstag 21. November 2017, 00:49

Russlandreisender hat geschrieben: . . . Eine Frage habe ich: Kann man das Auto einfach in Irkutsk am Hafen oder wo auch immer stehen lassen, alleine lassen, und für einen oder zwei Tage auf die Insel Olchon verschwinden? Oder sollte ich mich auf einen Hotelparkplatz stellen und im Hotel die Leute bitten, ein Auge auf das Auto zu haben?
In keinem Land der Welt würde ich mein Auto einfach so frei herum stehen lassen - die Zeiten sind lange vorbei.
Ich könnte keinen Meter mit dem Schiff nach Olchon fahren, wenn mein Auto "frei herum stehen würde" - würde ich nervlich gar nicht aushalten.

Zitat: "und im Hotel die Leute bitten, ein Auge auf das Auto zu haben? "
Mit dem Auge auf das Auto haben - das wird wohl nicht ganz genügen - in der Regel habe ich zwi. 200 und 300 R bezahlt, und das sehr gerne, dann aber auch immer im Auto geschlafen, unter Bewachung des Platzes incl. Hund + Videokamera - unter dem geht bei mir nichts . . .
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.



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