heiraten in dänemark

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!

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heiraten in dänemark

Beitragvon diman » Di 29. Apr 2008, 14:35

peace,
ich und meine freundin(beide deutsch) möchten in absehbarer zukunft heiraten. da wir als studenten uns keine große hochzeitsfeier leisten können und nicht unbedingt ganz banal zum deutschen standesamt gehen möchten, haben wir über die möglichkeit nachgedacht, in dänemark zu heiraten. offensichtlich ist der prozess der eheschließung in diesem land maximal vereinfacht und mit der reise dorthin verbundene hochzeitsfeier wäre auf jeden fall was besonderes.
allerdings bin ich mir über die praktische durchführbarkeit unseres vorhabens unsicher. es würde mich interessieren, mit welchen problemen eine solche reise nach dänemark verbunden sein könnte. hat da vielleicht jemand praktische erfahrung?
diman
 

Re: heiraten in dänemark

Beitragvon Oletsch » Di 29. Apr 2008, 15:00

naja, anstatt ganz banal zum deutschen Standesamt zu gehen, wollt ihr ganz banal zum dänischen Standesamt. Der Unterschied zur Heirat in DE wird wohl darin bestehen, dass es anstatt Rathaus eine Kommune heisst, ihr 2 euch völlig unbekannte Trauzeugen bekommt, die Fahrt und Unterkunft Geld kostet (ach übrigens, falls ihr nicht in Kopenhagen heiratet, müsst ihr trotzdem danach hin, um den Trauschein beim Innen- und Aussenministerium beglaubigen zu lassen, bedeutet wieder Geld) und dass ihr bei der Hochzeit niemanden von euer Familie und Freunden dabei habt. Meiner Meinung nach hat die Heirat in Dänemark nur einen einzigen Vorteil - es geht schnell, ca. 1 Woche. Also wenn ihr nicht abwarten könnt...
Aber das ist natürlich eine Ansichtssache. Nur - wie gesagt - ganz billg wird es nicht. Man könnte anstatt dessen schön in Deutschland heiraten, da kann es auch romantisch zugehen, in einer Burg z.B. oder was auch immer, es gibt schon verschiedene Möglichkeiten.

Gruß
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Re: heiraten in dänemark

Beitragvon diman » Di 29. Apr 2008, 15:44

die zeugen nehmen wir natürlich mit, is kein thema. aber worin besteht jetzt nun eigentlich der "vereinfachte prozess der eheschließung"? was dauert eine woche? wieso sind eigentlich die ganzen russischen blätter hier in deutschland voll von diesen anzeigen, die eine günstige und formal einfache eheschließung in dänemark anbieten?
diman
 

Re: heiraten in dänemark

Beitragvon 7punkt » Di 29. Apr 2008, 16:10

diman hat geschrieben:.... wieso sind eigentlich die ganzen russischen blätter hier in deutschland voll von diesen anzeigen, die eine günstige und formal einfache eheschließung in dänemark anbieten?


Danach muss man wohl Redakteure der Blaetter fragen ;)
Das Thema mit Daenemark ist uebrigens im Forum zig mal diskutiert. Einfach auf Suche klicken, das Thema angeben und los geht's ;)
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Re: heiraten in dänemark

Beitragvon achim » Di 29. Apr 2008, 16:17

diman hat geschrieben:wieso sind eigentlich die ganzen russischen blätter hier in deutschland voll von diesen anzeigen, die eine günstige und formal einfache eheschließung in dänemark anbieten?


Anscheinend kann man damit Geld verdienen ...
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Re: heiraten in dänemark

Beitragvon St. Germain » Di 29. Apr 2008, 16:45

achim hat geschrieben:
Anscheinend kann man damit Geld verdienen ...


Eben und wenn die russischen Blätter in Deutschland mit diesen Anzeigen voll sind,
dann ja wohl weil in Deutschland so ein Prozedere um Hochzeiten zwischen Deutschen und Russen
oder auch umgekehrt gemacht wird.
Der Unterschied wird darin bestehen, dass in Dänemark diese Formalitäten wegfallen
und die Ehe in Deutschland trotzdem anerkannt wird.
Was nicht heißen soll dass eine Familienzusammenführung dadurch einfacher wird.
So wird es aber vorgegaukelt und wir sind wieder bei Achim's Äußerung

LG
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Re: heiraten in dänemark

Beitragvon Oletsch » Di 29. Apr 2008, 19:45

diman hat geschrieben:aber worin besteht jetzt nun eigentlich der "vereinfachte prozess der eheschließung"? was dauert eine woche? wieso sind eigentlich die ganzen russischen blätter hier in deutschland voll von diesen anzeigen, die eine günstige und formal einfache eheschließung in dänemark anbieten?


Der vereinfachte Prozess besteht darin, dass man im voraus die notwendige Papiere per Post schicken kann, dann bekommt man die Zusage, dann reist man ins Land, meldet sich bei der Kommune, verbringt in Dänemark ca. 1 Woche - ohne irgendwas erledigen zu müssen, so sind die Bedingungen, und sie könnten sich von Kommune zur Kommune unterscheiden - und danach geht's zum Standesamt, nach einer halben Stunde ist alles erledigt. Dann noch die Fahrt nach Kopenhagen, 1 Tag dort reicht für alles, und ab nach Hause.
Also läuft es tatsächich schneller als in DE. Aber nicht billiger. Ausser Reisekosten kommen noch die Gebühren für die Eheschliessung und für die Beglaubigung. Und es ist mittlerweile eine Industrie geworden, deswegen wird dafür oft geworben. Die Haupszielgruppe sind allerdings nicht deutsch-deutsche, sondern deutsch-ausländische oder komplett ausländische Paare.

Gruß
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Re: heiraten in dänemark

Beitragvon Zeppelin » Di 29. Apr 2008, 20:47

diman hat geschrieben:... ich und meine freundin (beide deutsch) möchten ... in dänemark zu heiraten. ...


Oletsch hat geschrieben:Der vereinfachte Prozess besteht darin, dass man im voraus die notwendige Papiere per Post schicken kann, dann bekommt man die Zusage, dann reist man ins Land, meldet sich bei der Kommune, verbringt in Dänemark ca. 1 Woche - ohne irgendwas erledigen zu müssen, so sind die Bedingungen, und sie könnten sich von Kommune zur Kommune unterscheiden - und danach geht's zum Standesamt, nach einer halben Stunde ist alles erledigt. Dann noch die Fahrt nach Kopenhagen, 1 Tag dort reicht für alles, und ab nach Hause.
Also läuft es tatsächich schneller als in DE. ...


Ähm... Einen Geschwindigkeitsvorteil kann ich nicht erkennen, wenn beide Deutsche sind. Die Unterlagen muss man eh vom Standesamt besorgen und könnte IMHO nach deren Erhalt sofort einen Termin zur Trauung vereinbaren. Der Aufwand (Kosten, Zeit, Organisatorisches) ist hierbei eigentlich am geringsten.
Sobald man vom Wohnortstandesamt die Bestätigung erhalten hat, dass der Eheschließung nichts entgegensteht, kann man sich ein beliebiges dt. Standesamt für die Trauung aussuchen, und auch auf diesem Wege die große Feier im Familienkreis umgehen, wenn man das wirklich will.

Das Standesamt von Berlin-Mitte bietet z.B. Trauungen an den abgefahrensten Orten an, die ihr innerhalb Berlins frei wählen könnt. Aber vermutlich bieten das auch andere Bundesländer an.

Und hier erneut der Hinweis: Man muss auch beachten, dass eine Ehe womöglich scheitert, und dass man in diesem Fall damit rechnen muss, dass bei einer Scheidung dann das Recht zweier Staaten ins Spiel kommt / kommen kann. Ist nicht wirklich lustig und da hilft dann auch kein "peace" als Anrede.

Gruß,
Zeppelin

PS: Es wäre ganz nett, wenn Du künftig die GROSS- und klein- Schreibung beachten würdest
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Re: heiraten in dänemark

Beitragvon Oletsch » Mi 30. Apr 2008, 19:30

das stimmt wohl, dass es im Fall, wenn beide deutsch sind, in Deutschland auch schnell gehen kann. Ich hatte hauptsächlich die komplizierte Prozedur mit Ausländern im Kopf.

Was eine mögliche Scheidung angeht, habe ich andere Erkenntnisse. Ich kenne ein konkretes Beispiel: die zwei haben in Dänemark geheiratet, nach einigen Jahren in Deutschland kam die Scheidung, und bei der wurde definitiv ausschliesslich deutsches Recht angewandt. Die Info ist allerdings nicht mehr ganz frisch, keine Ahnung, ob sich was in dern letzten Jahren geändert hat.

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Re: heiraten in dänemark

Beitragvon Zeppelin » Mi 30. Apr 2008, 20:49

Oletsch hat geschrieben:...wurde definitiv ausschliesslich deutsches Recht angewandt. Die Info ist allerdings nicht mehr ganz frisch, keine Ahnung, ob sich was in dern letzten Jahren geändert hat.

@ Oletsch: Was ich geschrieben hatte war nicht als Kritik an Dir gemeint! Sorry falls Du's so verstanden haben solltest.

Die Sache mit dem Scheidungsrecht kenne ich nicht aus meinem persönlichen Umfeld, bin aber durch diverse Debatten bei info4alien darauf aufmerksam gemacht worden.

Und nach denen habe ich den Eindruck gewonnen, dass es so zu sein scheint, dass primär das Recht des Staates zur Anwendung kommt, in dem ein Ehepaar den überwiegenden Teil des gemeinsamen Ehelebens verbracht hat und sich auch darüber einig ist, sich mehr oder weniger gütlich zu trennen.

Es ist aber IMHO möglich, dass einer der beiden Ex-Ehepartner sich einen größeren Vorteil davon erhofft, sich auf das Recht des Staates zu berufen, in dem die Ehe geschlossen wurde. Und dann ist es anscheinend so, dass das Familiengericht dies auch berücksichtigen muss.
Aber Genaues kann ich dazu nicht sagen, weil ich auf dem Gebiet eher ein Laie bin.

Und ganz verrückt, langwierig und teuer kann es offenbar werden, wenn ein Paar aus zwei verschiedenen Staaten in einem Drittstaat heiratet, und dann bei der Scheidung um gewisse Vermögenswerte und Versorgungsansprüche gestritten wird. Dann ist das Chaos perfekt - soweit ich weiß.

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