Einladungsschreiben Visum - Muster Formulierung

Welche Unterlagen werden für ein Visa nach Russland benötigt, was ist eine Migrations-Karte, Probleme mit der Registrierung ... Hilfe findest Du hier.

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Einladungsschreiben Visum - Muster Formulierung

Beitragvon Husky » Do 15. Jan 2009, 17:05

Hallo erstmal an alle,

zunächst möchte ich mich erstmal bei allen Bedanken die in diesem Forum so fleißig mit Rat und Tat zu Seite stehen. Ohne dieses Forum hätte ich die Hoffnung auf eine gemeinsam Zukunft wahrscheinlich schon aufgegeben.

Zu meiner oder besser unserer Geschichte:
Meine Freundin und ich haben uns im Sommer letzten Jahres bei uns an der Uni kennen gelernt. Sie hat zu der Zeit ein 3monatiges Praktikum bei uns an der Uni absolviert und wir sind dann jedes Wochenende zusammen rumgereist. Nach einem Monat habe ich dann mein Praktikum in 300km Entfernung begonnen und bin dann mit den Besuchen unter der Woche und am Wochenende jede Woche um die 2000km gefahren. Was tut man nicht alles aus Liebe um in der kurzen Dauer ihres Aufenthaltes so viel Zeit wie möglich zusammen zu verbringen.

Als ich dann endlich über Weihnachten und Neujahr frei bekommen habe war ich sie in Moskau für 3 Wochen besuchen. Es hilft von anderen Fällen zu lesen wo es geklappt hat auch mit den vielen Schwierigkeiten und langen Zeiten der Trennung. Ich bin seit einer Woche zurück und im Moment mache ich mir einfach sorgen um die Zukunft. Nicht wegen dem beiderseitigem Willen hierfür sondern eher wegen den Steinen die einem für eine gemeinsame Zukunft in den Weg gelegt werden.

Ich bin hier Mitte Februar fertig und werde dann wenn alles klappt wieder für einen Monat rüber fliegen. Es wäre nur schön wenn sie mich im Anschluss auch besuchen könnte. Ich selbst kann leider keine Verpflichtungserklärung austellen lassen da ich über ein zu geringes Einkommen verfüge. Meine Mutter wäre aber sofort bereit das zu übernehmen.

Der Grund für meinen post im Forum ist der das ich mir über den für uns günstigsten Weg nicht im Klaren bin auch wenn ich hier schon fast alles darüber gelesen habe.

Meine Frage bezieht sich vor allem auf den formlosen Einladungsbrief, wenn ich diesen für meine Mutter formuliere wäre der zum größten Teil erfunden, da sie meine Freundin damals leider nicht kennen gelernt hat. Wenn ich diese Einladung formuliere mit der Begründung warum meine Mutter die VE abgibt habe ich Sorge das sie das Visum ablehnen weil ich ein wunderschönes russisches Mädchen(22) einlade und wir heiraten könnten und sie nicht wieder zurück fährt. Letzteres kommt für uns sowieso aus rein visatechnischen gründen nicht in Frage denn wir kenne uns ja erst ein halbes Jahr. Dafür würde ich nach allem was ich hier gelesen habe sowieso nur den offiziellen Weg wählen, wer 11 Wochen Trennung übersteht, kann sich für so eine Schritt auch mit dem Papierkram in Geduld üben.

Ich würde euch vor allem bitten mir mit der Formulierung der Einladung zu helfen vor allem wer sie aussprechen soll, ich, meine Mutter oder wir beide. Vielleicht hat jemand ja noch ein Beispiel aus einem ähnlich gelagerten Fall irgendwo rumliegen. Ich weiß das das Thema schon oft diskutiert wurde bin mir aber über den für uns besten Weg nicht im klaren und möchte euch deshalb vor allem um persönlicher Erfahrungen und Meinungen bitten bei der Formulierung des Briefes. Die Beantragung des Visums fällt wahrscheinlich in den Zeitraum meines Aufenthalts in Moskau wäre es klug beim Konsulat mit vorzusprechen?

Hoffentlich habe nicht zu viel geschrieben und hoffe das ihr Zeit zum lesen findet ich wollte unsere Fall nur ausführlich schildern.

Viele Grüße
Martin
Husky
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Re: Formulierung des Einladungsbriefes

Beitragvon manuchka » Do 15. Jan 2009, 18:29

Hallo Martin,
mach dir erst mal selber Gedanken und schreib, was dir einfällt, dann gucken die Forumleute gerne mal drüber und geben ihren Senf dazu und dir ein paar Tipps, was man ggf. ändern müsste.

Zeppelin hat es schon mal in diesem Forum geschrieben: Wir haben kein einheitliches Muster, weil jeder Fall individuell ist. Wenn du ein formloses Schreiben beilegen willst, sollte daraus vor allem der Zweck der Reise und möglicherweise die Umstände der Einladung hervorgehen.
Hier findest du zwei Beispiele, wo schon mal jemand was geschrieben hat, und die Kommentare dazu:
viewtopic.php?f=13&t=8665&hilit=einladungsschreiben
viewtopic.php?f=13&t=7073&p=57669&hilit=einladungsschreiben#p57669
In einem Fall (Moldawien) wurde das Visum leider verweigert. Das Schreiben ist also keine Garantie, aber dennoch im einen oder anderen Fall hilfreich und nützlich.
Schreibe auf jeden Fall keine Lügen und/oder Halbwahrheiten. In dem Schreiben darf ruhig drin stehen, dass du das Mädel dann und dann dort und dort kennengelernt hast, dass deine Mutter bisher keine Gelegenheit hatte, die Eingeladene kennenzulernen, aber dass sie (deine Mutter) sich gern für die Gastfreundschaft bedanken möchte, die du bei deinen vorangegangen Besuchen in RUS erlebt hast, und dass deswegen jetzt das Mädel zu einem Gegenbesuch nach DE eingeladen wird. Schreibt ruhig ein paar Pläne für Ausflüge und Reisen rein, und gut wäre vor allem, dass ihr unterstreicht, dass es sich nur um einen Besuch handelt und das Mädel dann auch wieder zurück fährt. Wenn ihr sie für länger als 2 Wochen einladet, dann müsste auch glaubhaft dargestellt werden, dass z.B. du dann Semesterferien hast und dich um den Gast kümmerst oder die Mutter Zeit hat, weil sie Hausfrau ist - man hat nämlich nicht mal eben so 1 Monat Urlaub am Stück ;) Also tippe mal was und stell es dann hier rein.

Zu deiner Frage, ob du beim Termin bei der Botschaft mit vorsprechen sollst: Du wirst gar nicht können, weil du nicht der Ehemann (oder ein sonstiger Verwandter) bist und Deutsche mittlerweile nicht mehr zu den Vorsprachen mit rein gelassen werden. Die Botschaftsmitarbeiter wollen, dass die Leute dort ohne Vorsagen und Hilfestellung erklären, wozu und zu wem sie nach Deutschland fahren.
Du erntest, was du säst.
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Re: Formulierung des Einladungsbriefes

Beitragvon Zeppelin » Do 15. Jan 2009, 18:49

Hallo Husky,
zunächst wäre es ganz schön, wenn Du etwas konkreter mit Ortsangaben umgehen würdest, denn dann müsste man nicht so lange rätseln, wer was wo...
Hat Deine Freundin damals das Praktikum in D gemacht? Dann hat sie ja schon mal gute Voraussetzungen, wenn dieser Aufenthalt unbeanstandet geblieben ist.
Husky hat geschrieben: Meine Frage bezieht sich vor allem auf den formlosen Einladungsbrief, wenn ich diesen für meine Mutter formuliere wäre der zum größten Teil erfunden, da sie meine Freundin damals leider nicht kennen gelernt hat. Wenn ich diese Einladung formuliere mit der Begründung warum meine Mutter die VE abgibt habe ich Sorge das sie das Visum ablehnen weil ich ein wunderschönes russisches Mädchen(22) einlade und wir heiraten könnten und sie nicht wieder zurück fährt. Letzteres kommt für uns sowieso aus rein visatechnischen gründen nicht in Frage denn wir kenne uns ja erst ein halbes Jahr. Dafür würde ich nach allem was ich hier gelesen habe sowieso nur den offiziellen Weg wählen, wer 11 Wochen Trennung übersteht, kann sich für so eine Schritt auch mit dem Papierkram in Geduld üben.

Wie auch in allen ähnlichen Fällen gilt auch hier, dass man ganz klar die Verhältnisse darlegen sollte, wenn man eine Chance für ein Visum haben möchte.
Dieses formlose Einladungsschreiben, was ja ohnehin eine freiwillige und nirgends geforderte zusätzliche Erklärung gegenüber dem Konsulat darlegt, hat ja genau den Zweck, mehr Informationen an das Konsulat zu übermitteln, als Visaantrag und VE dies erlauben.

Die VE hat mit der Einladung als solcher auch wenig zu tun. Zum einen ist es ganz normal, dass Eltern oder Verwandt in einem solchen Fall die materielle Haftung übernehmen. Zum anderen wäre es in der Tat wenig plausibel, eine wildfremde Person einzuladen.
Du kannst Deine Freundin also durchaus im eigenen Namen einladen und dabei ausdrücklich erwähnen, dass Deine Mutter die VE abgegeben hat, um Euch diesen Besuch zu ermöglichen.
Dann so die üblichen Formulierungen mit Erwiderung erwiesener Gastfreundschaft, ganz kurze, stichwortartige Darstellung der bisherigen Vorgeschichte und grobe Beschreibung des geplanten Verlaufs der Besuchsreise.
Ich selbst würde auch schreiben, dass ich persönlich davon überzeugt bin, dass der Besuch ausschließlich den angegebenen Zwecken dient und danach definitiv die Rückkehr geplant ist.

Adressieren würde ich das Schreiben folgendermaßen:
Über Frau X Y an die Visastelle der Konsularabteilung der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Moskau (Deine Absenderanschrift in D incl. Tel und e-mail)

Betreffzeile: Persönliche Einladung für Frau X Y als Anlage zu deren Antrag auf ein Besuchsvisum für die Zeit vom bis

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit bitte ich Sie meine Einladung an Frau X Y bei Ihrer Entscheidung über deren Antrag zu berücksichtigen und mir damit zu ermöglichen, Frau X Y zeitweilig als Gast in meiner Familie begrüßen zu dürfen.

Frau Y und ich kennen uns bereits seit... (und dann so weiter - was wann wo) Und dann das, was ich weiter oben empfohlen hatte. bla bla - Insgesamt max 1 Seite ohne Pathos und Brimborium.

Mit dem Brief gehst Du ohne Deine Unterschrift darauf zum Bürgeramt (Rathaus, Einwohneramt ...) und lässt Dort Deine Unterschrift beglaubigen.

Den Brief schickst Du aber erst einmal an Deine Freundin, damit sie ihn mitnimmt, wenn sie den Antrag abgibt. Ohne den Antrag kann das Konsulat damit nichts anfangen und der landet sonstwo.
Die Beantragung des Visums fällt wahrscheinlich in den Zeitraum meines Aufenthalts in Moskau wäre es klug beim Konsulat mit vorzusprechen?
Da würde man Dich wahrscheinlich nicht mit hinein lassen, weil die Antragsteller für sich selbst sprechen sollen. Du bist auch trotz Einladung kein offizieller Beteiligter des Verfahrens.
Allerdings kommst Du so und so mit ins Spiel und es ist an Euch, jeden Verdacht im Vorfeld zu unterbinden. Die Einladung kann dabei helfen, aber vor allem sollte Deine Freundin alle Fragen souverän, sachlich und unaufgebracht beantworten können (Solche Leute sind dem Konsulat am liebsten; emotionale Ausbrüche dagegen gar nicht.)

Du kannst ja mal einen Entwurf Deines Briefes hier posten. Dann kann man mal so tun, als säße im Konsulat und sollte sich nun ein Bild von der Sache machen.
Mal sehen, ob die User hier das Visum ausstellen würden. :D

Gruß,
Zeppelin

edit: Nun war Manu mal wieder schneller, aber ich lass es trotzdem mal so stehen.
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Re: Formulierung des Einladungsbriefes

Beitragvon Husky » Do 15. Jan 2009, 20:07

Erstmal vielen Dank für eure schnellen Antworten,

@Zeppelin: Ja sie war in Deutschland und ist auch Ordnungsgemäß wieder ausgereißt

Hier ein erster Entwurf:
--------------------

Über Frau X Y an die Visastelle der Konsularabteilung der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Moskau (Deine Absenderanschrift in D incl. Tel und e-mail)

Betreffzeile: Persönliche Einladung für Frau X Y als Anlage zu deren Antrag auf ein Besuchsvisum für die Zeit vom bis

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit bitte ich Sie meine Einladung an Frau X Y bei Ihrer Entscheidung über deren Antrag zu berücksichtigen und mir damit zu ermöglichen, Frau X Y zeitweilig als Gast in meiner Familie begrüßen zu dürfen.

Frau Y und ich kennen uns bereits seit Juni 2008 durch ihren Praktikumsaufenthalt bei uns an der Universität in XX. Als ehrenamtlicher Mitarbeiter des XX (Praktikantenaustauschorganisation) haben ich mit XY und den anderen Praktikanten bereits einige Reisen in Deutschland absolviert. Über die Weihnachtsfeiertage und Neujahr bot mir XY die Möglichkeit Moskau und den hohen Norden Russland kennenzulernen. Dafür möchte ich mich nun während meiner Semesterferien im Sommer 2009 revangieren.
Da ich als Student leider nicht über die finanziellen Mittel verfüge um eine Verpflichtungserklärung abzugeben, hat sich meine Mutter dazu bereit erklärt die materielle Haftung zu übernehmen und XX während der Zeit ihres Aufenthalts in Deutschland in unserem Haus zu beherbergen.

In dieser Zeit würden wir gerne wieder an den Reisen, welche durch die XX für die diesjährigen Praktikanten organisiert werden teilnehmen. Desweiteren würde ich gerne eine einwöchige Reise nach Italien organisieren um uns Rom und Florenz anzuschauen, dafür blieb während ihres letzten Aufenthalts aufgrund ihrer Praktikantentätigkeit leider keine Zeit.

**Bei dem folgenden Abschnitt habe ich etwas Bauchschmerzen im Sinne von keine schlafenden Hunde wecken**

Mit diesem Schreiben möchte ich vor allem den Zweck des Besuchs näher erläutern und etwaige Zweifel über die Rückkehr XX's aus dem Weg zu räumen. Wir beide befinden uns am Ende unseres Studiums und XX sich bereits in einem festen Arbeitsverhältnis in Moskau. Da sich im Zeitraum vom ... bis ... aber die Möglichkeit frei zu nehmen für uns beide bietet, würde ich diese Zeit gerne Nutzen um mich für die Gastfreundschaft in Moskau zu revangieren.

****

Mit freundliche Grüßen


Martin....


------------------

Eine frage kam mir gerade noch in den Sinn, in der aktuellen Formulierung geht nicht eindeutig hervor das wir ein paar sind. Wenn sie sie aber danach fragen wage ich zu bezweifeln das das nicht bekannt wird.
Edit: Die Dauer des Aufenthalts habe ich noch vergessen, wenn es nach mir geht die vollen drei monate aber das wäre fürchte ich zu gierig. Aber 31Tage sollten es schon sein. Was haltet ihr für eine realistische Anfrage?
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Re: Formulierung des Einladungsbriefes

Beitragvon Zeppelin » Do 15. Jan 2009, 21:02

Hallo Martin,
das sieht schon mal ganz brauchbar aus. Der Einfachheit halber erlaube ich mir mal paar kleine Änderungen (vor allem auch bei der Gramatik):
Code: Alles auswählen
Über Frau X Y an die Visastelle der Konsularabteilung der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Moskau (Deine Absenderanschrift in D incl. Tel und e-mail)

Betreffzeile: Persönliche Einladung für Frau X Y als Anlage zu deren Antrag auf ein Besuchsvisum für die Zeit vom bis

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit bitte ich Sie meine Einladung an Frau X Y bei Ihrer Entscheidung über deren Visaantrag zu berücksichtigen, und mir damit zu ermöglichen, Frau X Y zeitweilig als Gast in meiner Familie begrüßen zu können.

Frau Y und ich kennen uns bereits seit Juni 2008 durch ihren Praktikumsaufenthalt bei uns an der Universität in XX. Als ehrenamtlicher Mitarbeiter des XX (Praktikantenaustauschorganisation) habe ich mit XY und anderen Praktikanten bereits einige Reisen in Deutschland absolviert.
Über die Weihnachtsfeiertage und Neujahr bot mir XY die Möglichkeit, Moskau und den hohen Norden Russlands kennen zu lernen. Dafür möchte ich mich nun während meiner Semesterferien im Sommer 2009 revanchieren.
Da ich als Student leider nicht über die finanziellen Mittel verfüge um eine Verpflichtungserklärung abzugeben, hat sich meine Mutter dazu bereit erklärt und wird XY während der Zeit ihres Aufenthalts in Deutschland in unserem Haus beherbergen.

In dieser Zeit würden wir gerne wieder an Reisen, welche durch die XX für die diesjährigen Praktikanten organisiert werden, teilnehmen. Desweiteren würde ich gerne eine einwöchige Reise nach Italien organisieren, um uns Rom und Florenz anzuschauen. Dafür blieb während ihres letzten Aufenthalts aufgrund ihrer Praktikantentätigkeit leider keine Zeit.

Ich habe Frau XY bisher als absolut zuverlässig und vertrauenswürdig kennengelernt. Für mich besteht keinerlei Zweifel, dass sie am Ende des geplanten Besuches bei mir und meiner Familie an Ihren Wohnort zurückkehren wird um dort ihr Studium der ... fortzuführen und abzuschließen.
Selbstverständlich können Sie davon ausgehen, dass ich als der Einladende, als auch meine Mutter und vorallem Frau XY selbst uns über die eingegangene Verantwortung bewusst und werden die entsprechenden Regeln und Auflagen genau beachten.

Dementsprechend bedanke ich mich vorab für das durch Sie entgegen gebrachte Vertrauen und hoffe, dass Sie Frau XY das beantragte Besuchsvisum gewähren werden.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gern unter den o.g. Kontaktangaben zur Verfügung

Mit freundlichen Grüßen


Eine frage kam mir gerade noch in den Sinn, in der aktuellen Formulierung geht nicht eindeutig hervor das wir ein paar sind. Wenn sie sie aber danach fragen wage ich zu bezweifeln das das nicht bekannt wird.
Ich hoffe, Du hast aus meinem Formulierungsvorschlag herauslesen können, wie ich denke, dies Klippe umschifft zu haben, auch wenn ich darauf nicht direkt eingehe.
Und falls Deine Freundin befragt wird: Ihr seit eben gute bis sehr gute Freunde, die durchaus auch weiterhin in Verbindung bleiben wollen. Aber gegenwärtig müsst ihr Euch eben erst einmal auf die Abschlüsse Eurer Ausbildungen konzentrieren und weitere Pläne für die Zukunft stehen deshalb noch längst nicht zur Debatte!

(Ich glaube zwar nicht, dass man Deiner Freundin beim Konsulat allzu dumm kommen wird, aber sollte es dennoch zu solch einer Ausnahme kommen, kann sie dann auch mit Recht ganz locker und souverän die Frage stellen, ob man ernstlich glauben würde, sie wäre so dämlich, sich durch eine nicht ordnungsgemäße Wiederausreise viele Optionen für die Zukunft zu verbauen. - Dabei sollte sie aber gefasst, gelassen und freundlich bleiben!
Angehende Akademikerinnen, die so auftreten, haben eigentlich so gut wie nie ein Problem.
Zur Not kann sie ja auch noch darauf hinweisen, dass sie sich bisher an die Spielregeln gehalten hat - und schon deshalb kein Anlass besteht, ihr etwas anderes zu unterstellen, als sie [und Du] angegeben hat.)


Naja, ich hoffe, Dir in soweit geholfen haben zu können.

Gruß,
Zeppelin
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Re: Formulierung des Einladungsbriefes

Beitragvon manuchka » Fr 16. Jan 2009, 12:47

Jo, alles sehr fein. Martin, Respekt, der Entwurf war schon sehr ordentlich, und so, wie Zeppelin den noch etwas abgeändert hat, kann man den eigentlich druckreif nennen.
Ich würde allerhöchstens noch dazufügen, dass XY - neben ihrem Studienabschluss - auch noch ihre feste Arbeitsstelle in Moskau hat, um die Rückkehrbereitschaft zu unterstreichen (am besten eine sogenannte spravka vom Arbeitgeber beilegen, dass Frau XY als ... bei ihm fest angestellt ist und für die Zeit ihrer geplanten Deutschlandreise von ... bis... = Zeitraum der Einladung - Urlaub bekommt):

"Ich habe Frau XY bisher als absolut zuverlässig und vertrauenswürdig kennengelernt. Für mich besteht keinerlei Zweifel, dass sie am Ende des geplanten Besuches bei mir und meiner Familie an Ihren Wohnort zurückkehren wird, um dort ihr Studium der ... fortzuführen und abzuschließen sowie ihrem Arbeitsverhältnis bei der Firma ... nachzugehen."

Bei der Beantragung des Visums würde ich allerdings nicht mit der Tür ins Haus fallen und erst mal wirklich nur ein Visum für max. einen Monat beantragen - sonst beißt sich das wieder mit der festen Arbeitsstelle (wer gibt schon 3 Monate Urlaub?). Die Botschaft gibt am Anfang ungern gleich Langzeitvisa (erst recht bei Privateinladungen) und wird da eher misstrauisch. Selbst wenn ihr ein 3-Monatsvisum bekommen würdet, dürfte sie innerhalb der 3 Monate trotzdem nur 30, max. 45 Tage im Schengen-Gebiet verweilen. Also erst mal schön bescheiden, 1 Monat Sommerurlaub ist ja auch schon was, und beim nächsten Visa-Antrag könnt ihr dann auch schon einen längeren Zeitraum beantragen.
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Re: Formulierung des Einladungsbriefes

Beitragvon Husky » Fr 16. Jan 2009, 13:39

Nachdem eurem Rat und Hilfe hier im Forum gehts wieder etwas besser,
hätte eine kurze Zwischenfrage: Warum darf man bei einer Privateinladung nur 45 Tage in Schengen verweilen wenn das Visum für 3 Monate gilt?

****
Wir habe das dann gestern Abend mal durchdiskutiert und sie hat arge Zweifel das eine Einladung von mir eine gute Idee ist. Die alte Geschichte mit dem Mann lädt russische Frau ein halt.

Sie hält es für besser wenn meine Mutter sie einlädt was dann natürlich viel Phantasie benötigen würde. Ich habe dann gemeint das so eine Geschichte bei einer persönlichen Befragung schlechte Chancen hat. Sie ist aber davon überzeugt das die Botschaft in Moskau zu beschäftigt ist um sie überhaubt persönlich vorsprechen zu lassen.
Wie sieht es denn mit euren Erfahrungen aus? Ich weiß das z.B. ein Visum für Deutsche in die USA immer mit einer persönlichen Befragung verbunden ist. Über die Botschaft in Moskau fehlen uns da die Erfahrungen und das letzte Visum hat der DAAD besorgt.

Werden Dokumente wie Studienbescheinigung und spravka über das Arbeitsverhältniss eigentlich automatisch beim Antrag akzeptiert? Ich habe halt große Sorgen das sie das Visum aufgrund meiner Einladung ablehnen könnten, aber sie ohne Brief frei sprechen zu lassen halte ich auch für keine gute Idee. Deswege wäre die Frage die mich aktuell beschäftigt der Inhalt des Antragsgesprächs und ob es dazu überhaupt kommt.

Nochmal vielen Dank an euch beide, heute sehe ich schon wieder etwas Licht am Horizont ;)
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Re: Formulierung des Einladungsbriefes

Beitragvon manuchka » Fr 16. Jan 2009, 14:17

Husky hat geschrieben:Warum darf man bei einer Privateinladung nur 45 Tage in Schengen verweilen wenn das Visum für 3 Monate gilt?


Weil das für alle Besuchs- und Geschäftsvisa so gilt: 90 Tage Aufenthalt innerhalb eines Gültigkeitszeitraums des Visum von 180 Tagen. Ist halt so, das sind die Schengen-Regeln.

Um die persönliche Vorsprache wird deine Freundin nicht herumkommen, wie will sie denn sonst das Visum beantragen? (Sie weiß übrigens hoffentlich, dass sie für die Antragstellung einen Termin vereinbaren muss, und zwar rechtzeitig vorher? Siehe hier: http://www.moskau.diplo.de/Vertretung/m ... ahren.html Sie kann jetzt schon einen Termin vereinbaren, aber zu dem Termin muss sie alle Unterlagen haben; im Sommer kann es bis zu 2 Monate Wartezeit geben, weil viele Leute ihren Antrag stellen wollen, deswegen rechtzeitig vorher den Termin vereinbaren.) Die Botschaft nimmt sich schon die Zeit, keine Bange.
Theoretisch könnte man natürlich jemanden (eine Agentur?) beauftragen, an ihrer Stelle den Visa-Antrag einzureichen. Würde ich aber nicht empfehlen. Sieht 1. komisch aus: wenn jemand alle Unterlagen hat und alle in Ordnung sind und die Person noch dazu in Moskau wohnt, warum kommt sie dann nicht selber, noch dazu wenn es keine organisierte Reise, sondern eine private ist? Und 2. ist das rausgeschmissenes Geld. Aber ok.

Was die Visa-Beantragung betrifft - bitte bloß keine Lügengeschichten.
Bei der Einreichung des Visa-Antrags werden von der (i.d.R.) russischen Dame hinter dem Fensterchen auch die Fragen zur Reise und zur einladenden Person etc. gestellt, wohin man fährt (Ort), wo man wohnen wird, woher man sich kennt, mit welchem Ziel man nach DE reist usw. Das ist eigentlich nichts super aufregendes, auch wenn man hin und wieder von sehr unverschämten Fragen hört ("Wollen Sie in DE der Prostitution nachgehen?"). Immer ruhig bleiben. Man sollte jedenfalls gerade heraus ohne großes Zögern und langes Nachdenken antworten können, erfundene Geschichten fliegen da schon mal auf. Das Gespräch ist in russisch, also gibts keine Sprachhindernisse.

Ich würde eigentlich alles so lassen, wie es ist. Wenn ihr unbedingt wollt, kann das Schreiben auch vom Standpunkt deiner Mutter aus formuliert werden, aber der Inhalt sollte in etwa der gleiche sein ("mein Sohn hat..., nun wollen wir uns..."). Euer Vorbringen ist plausibel und nachvollziehbar. Wenn ihr euch jetzt irgendwas ausdenkt, woher deine Freundin deine Mutter kennt - na ich weiß nicht. Es gibt leider auch Fälle, in denen Deutsche für Geld Verpflichtungserklärungen machen, obwohl sie die reisende Person nicht kennen und nie sehen werden. Ein (deutscher) Botschaftsmitarbeiter hat seinerzeit bei meinen Eltern angerufen und sich bestätigen lassen, dass sie wirklich die Person einladen (noch mal nach Namen und so gefragt, woher man sich kennt und was es mit dem Besuch auf sich hat), weil meine Eltern in Bayern wohnen, als Einreiseort aber Berlin angegeben war. Da alle Angaben übereinstimmten und auch sonst alle Unklarheiten beseitigt werden konnten (Rundreise war halt geplant von Berlin über Sachsen nach Bayern), gab es auch das Visum dann ohne Probleme.

Die Belege über Studium und Arbeitsstelle könnt ihr dem Antrag beilegen, das macht einen guten Eindruck. Gebt aber keine Originale wie Studentenausweis oder Arbeitsvertrag ab, sondern eben z.B. eine extra für diesen Zweck ausgestellte spravka von der Uni und der Firma. Wenn sie was nicht brauchen oder nicht haben wollen, geben sie einem das gleich zurück, aber zusätzliche Dokumente sind als Beleg für die Rückkehrwilligkeit immer gern gesehen.
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Re: Formulierung des Einladungsbriefes

Beitragvon Zeppelin » Fr 16. Jan 2009, 14:21

Husky hat geschrieben:Nachdem eurem Rat und Hilfe hier im Forum gehts wieder etwas besser,
hätte eine kurze Zwischenfrage: Warum darf man bei einer Privateinladung nur 45 Tage in Schengen verweilen wenn das Visum für 3 Monate gilt?

Manu hatte hier den Konjunktiv verwendet, um Dir einen Rat zu geben, wie ihr taktisch sinnvoll an Euer Vorhaben herangehen solltet.
Wir habe das dann gestern Abend mal durchdiskutiert und sie hat arge Zweifel das eine Einladung von mir eine gute Idee ist. Die alte Geschichte mit dem Mann lädt russische Frau ein halt.

Sie hält es für besser wenn meine Mutter sie einlädt was dann natürlich viel Phantasie benötigen würde. Ich habe dann gemeint das so eine Geschichte bei einer persönlichen Befragung schlechte Chancen hat. Sie ist aber davon überzeugt das die Botschaft in Moskau zu beschäftigt ist um sie überhaubt persönlich vorsprechen zu lassen.

Wenn Deine Freundin sich lieber auf russische Latrinenparolen verlässt, als auf solide Erfahrungen von Leuten, die schon öfter solche Einladungen ausgestellt haben, ist es halt ihre Sache. Aber kennt sie auch nur ein einziges reales Beispiel, mit dem sie ihre Befürchtungen und Vermutungen untermauern kann? Ich meine tatsächlich vergleichbare Beispiele!
Allerdings ist die Erschleichung eines Visums durch falsche Angaben kein Kavaliersdelikt und ich persönlich finde es auch nicht witzig, wenn dadurch auch das Misstrauen gegen seriöse Gäste geschürt wird!
Wie sieht es denn mit euren Erfahrungen aus? Ich weiß das z.B. ein Visum für Deutsche in die USA immer mit einer persönlichen Befragung verbunden ist.
Was für eine Beratung sollte das sein? Meines Wissens gibt es das nicht. Man muss sich halt über die geltenden Regel informieren und es steht eigentlich alles wichtige auf der Homepage der Botschaft.
Werden Dokumente wie Studienbescheinigung und spravka über das Arbeitsverhältniss eigentlich automatisch beim Antrag akzeptiert?

Warum nicht? Ob sie berücksichtigt werden, ist nicht sicher, da es keinen Anspruch auf Visa gibt. Aber das Konsulat stützt sich bei seinen Entscheidungen gern auf möglichst konkrete Belege für eine Rückkehrwilligkeit.
Ich habe halt große Sorgen das sie das Visum aufgrund meiner Einladung ablehnen könnten,
Dann hätten wir uns die Mühe ja sparen können.
aber sie ohne Brief frei sprechen zu lassen halte ich auch für keine gute Idee.
Auch mit dem Brief muss sie frei sprechen können und mit eigenen Worten darlegen können, was es mit Einladung und Besuch auf sich hat. Man wir ihr auch nicht sagen, ob Dein Brief zur Kenntnis genommen wurde.
Mit Verlaub: Sie wird ja wohl nicht mehr in den Windeln liegen. Aber vielleicht konsumiert sie zu viele bunte Postillen und TV-Kanäle?
Deswege wäre die Frage die mich aktuell beschäftigt der Inhalt des Antragsgesprächs und ob es dazu überhaupt kommt.
siehe oben. Ob es zu einem Gespräch kommt, kann man nicht vorhersagen, aber es ist wahrscheinlich.

Rede Deiner Freundin mal etwas ins Gewissen, damit sie aufhört zu flennen und sich an den Gedanken gewöhnt es beim Konsulat nicht mit einem Ungeheuer, sondern mit einer sachlichen aber zuverlässigen und weitestgehend kalkulierbaren Behörde zu tun zu haben.
Vor allen soll sie sich darauf einstellen, dass das Personal an den Empfangsschaltern manchmal so aufführt, als sein sie die Herren im Hause. Das ist aber nicht der Fall. Das sind russische Angestellte, die manchmal ihre Statusneurosen ausleben wollen. Denen sagt man dann aber höflich und bestimmt, dass alle dem Antrag beigefügten Dokumente Bestandteil des Antrages und somit an die Bearbeiter weiterzuleiten sind!
Eine vorbereitete Empfangsbestätigung, in der alle Dokumente aufgelistet sind, kann nicht schaden, um sich da abzusichern. Man wird vermutlich nicht den Namen derer bzw. dessen erfahren, mit der /dem man es am Schalter zu tun hat. Aber anhand von Datum, Uhrzeit und Schalternummer kann die Leitung der Visastelle im Falle einer nötig werdenden Beschwerde oder Remonstration dann mittels der Dienstpläne die- / denjenigen herausfinden, die / der sich da inkorrekt verhalten hat.

Und noch eines: Vielleicht gelingt es Deiner Freundin ja, beim Besuch des Konsulats auf ihre Eitelkeit zu verzichten und sich besser schlicht und seriös zu kleiden - eben so aufzutreten wie jemand, der / dem man trauen kann.

Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass vor allem solche 'Damen' die üblen Verleumdungen unserer Auslandsvertretungen schüren, die bitter abgeblitzt sind, weil sie da angetreten sind, wie zu einer Misswahl oder als sein sie Popstars.

Mit anderen Worten: Die Antragstellerin hat keinerlei Ansprüche, als dass ihr Antrag sachlich und mit Respekt bearbeitet wird. Und das genau die passieren wird, sollte sie dem Konsulat besser nicht grundlos absprechen!

PS: Manu war wieder schneller, aber dennoch.
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Re: Formulierung des Einladungsbriefes

Beitragvon manuchka » Fr 16. Jan 2009, 15:01

Och Zeppelin, ich finde, wir ergänzen uns gerade ganz prima :-P
Du erntest, was du säst.
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